Nach den Schulferien

Corona: GEW will Maskenpflicht für Schulen in Solingen

Wie alle Schüler ab Klasse 5 müssen auch die Schüler der 8c an der August-Dicke-Schule wieder Maske tragen – auch am Sitzplatz im Unterricht. Die Fotos entstanden nach den Sommerferien im August, als schon einmal eine Maskenpflicht im Unterricht galt. Fotos: Christian Beier
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Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) belässt es beim Appell, in den Schulen freiwillig Maske zu tragen.

In Hinblick auf den Schulbeginn in der kommenden Woche verweisen die Solinger Lehrerverbände auf hohe eine Belastung und einen massiven Personalmangel.

Von Anja Kriskofski

Solingen. Nach sechseinhalb Wochen beginnt am kommenden Mittwoch wieder die Schule. Angesichts hoher Coronainfektionszahlen und einer angespannten Personalsituation blicken die Lehrerverbände mit gemischten Gefühlen auf den Unterrichtsstart.

Der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Solingen reichen die Maßnahmen der neuen NRW-Schulministerin Dorothee Feller (CDU) nicht aus. Er halte eine Maskenpflicht für Schüler und Lehrkräfte sowie regelmäßige verpflichtende Coronatests für sinnvoll, sagt Dirk Bortmann vom GEW-Leitungsteam. Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) belässt es beim Appell, in den Schulen freiwillig Maske zu tragen.

„Damit liegt der Schwarze Peter wieder bei den Schulen.“

Dirk Bortmann GEW

GEW-Sprecher Bortmann begründet die Forderung nach Masken- und Testpflicht mit den steigenden Infektionszahlen: „Wie soll der Schulbetrieb im Herbst sonst laufen?“ Im Handlungskonzept Corona des Schulministeriums wird das freiwillige Tragen einer Maske empfohlen. Am ersten Schultag sollen Selbsttests angeboten werden. Diese sollen zudem „anlassbezogen“ durchgeführt werden können, wenn während der Unterrichtszeit Symptome auftreten. Letzteres sieht Bortmann kritisch: „Wie soll das gehen, dass Lehrkräfte bei Erkältungssymptomen den Schülern einen Test nahelegen? Damit liegt der schwarze Peter wieder bei der Schule. Das muss anders geregelt werden.“ Die Belastung in den Kollegien sei ohnehin schon groß.

„Die Sorge vor einer Urlaubsnachwelle oder einer Ansteckung ist bei den Lehrkräften da“, beschreibt der Solinger VBE-Vorsitzende Jens Merten die Stimmung. „Die Empfehlung zum Tragen medizinischer Masken, die Tests am ersten Schultag sowie die Mitgabe von Schnelltests für zuhause sind aber durchaus geeignete Mittel, um den Gesundheitsschutz von Kindern und Beschäftigten zu verbessern. Auch die anlassbezogenen Tests bei akuten Krankheitsanzeichen sind sehr sinnvoll.“

Eine große Baustelle sehen sowohl GEW als auch VBE im Lehrermangel vor allem in den Grundschulen und Förderschulen. In Solingen gebe es im Grundschulbereich keine Lehrerinnen und Lehrer mehr, die als Klassenleitung einspringen könnten, wenn jemand ausfällt, beschreibt VBE-Mann Merten. Dort würden 20 bis 25 Prozent des Unterrichts durch Lehramtsstudierende abgedeckt: „Zum Teil im ersten Semester.“ Auch seien immer mehr Seiteneinsteiger im Einsatz, teilweise ohne pädagogische Ausbildung, ergänzt Dirk Bortmann. Vom Land fordern die Verbände für Lehrkräfte im Primarbereich die gleiche Bezahlung wie an anderen Schulformen.

In den Grundschulen würden zudem mehr Kinder mit Auffälligkeiten eingeschult, berichtet Bortmann, der Defizite im sozialen Miteinander sieht. „Die brauchen mehr Zuwendung.“ Hinzu kommt: Weil der diesjährige Einschulungsjahrgang mit 1767 i-Dötzchen sehr groß ist, umfassen die Solinger Klassen bis zu 30 Kinder. Die Stadt als Schulträger stelle zwar mehr Sekretariatsstunden zur Verfügung, sagt Bortmann. „Aber darüber hinaus muss noch mehr kommen. Wir fordern deshalb weitere personelle Unterstützung, zum Beispiel durch Mitarbeiter der offenen Ganztagsbetreuung, die die Räume und die Kinder kennen.“

Die Gespräche über konkrete Unterstützung laufen noch innerhalb der Stadtverwaltung, heißt es dazu aus dem Rathaus. „Erst jetzt zeichnen sich die endgültigen Zahlen ab – beispielsweise der ukrainischen Kinder in den ohnehin schon vollen Eingangsklassen“, erklärt Oliver Vogt, Leiter des Stadtdienstes Schulen, auf Anfrage. In Einzelfällen seien bereits räumliche und personelle Unterstützungsmaßnahmen angeboten beziehungsweise umgesetzt worden. „Über alle anderen Maßnahmen wird noch mit den Schulen gesprochen.“

Grundschulen

Einschulung: 1767 Jungen und Mädchen werden am kommenden Donnerstag eingeschult, so viele wie lange nicht mehr. Alle seien untergebracht worden, berichtete Schulverwaltungsleiter Oliver Vogt im Juli im ST. Die Klassenfrequenz sei teilweise auf 29 oder 30 Kinder erhöht worden. Die Grundschule Klauberg wurde einmalig von fünf auf sechs Züge erweitert.

Lesen Sie auch: Wie das Coronavirus Kindheit und Jugend in Solingen belastet

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