Neue Coronaschutzverordnung

Corona: Diese Regeln und Zugangsvoraussetzungen gelten in Solingen

Für viele Bereiche gilt 2G, geimpft oder genesen. Deshalb – und wegen der Booster – ist die Nachfrage nach Impfungen in Bethanien hoch. Etwa 250 bis 300 Mal täglich werde ein Vakzin verabreicht, so Chefarzt Prof. Winfried Randerath. Ab Montag impft die Stadt auch bei P&C. Foto: Christian Beier
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Für viele Bereiche gilt 2G, geimpft oder genesen. Deshalb – und wegen der Booster – ist die Nachfrage nach Impfungen in Bethanien hoch. Etwa 250 bis 300 Mal täglich werde ein Vakzin verabreicht, so Chefarzt Prof. Winfried Randerath. Ab Montag impft die Stadt auch bei P&C.

3G fast überall im öffentlichen Leben, 2G oder 2G plus in der Freizeit – Verwirrung um Testpflicht für medizinische Angestellte und Eltern beim Kinderarzt.

Von Björn Boch, Philipp Müller und Thomas Rademacher

Solingen. Die Corona-Schutzverordnung des Landes NRW wirkt sich auf viele Bereiche des öffentlichen Lebens aus. Und wie so oft muss, wer ein bestimmtes Angebot wahrnehmen will, ganz genau hinschauen. Neu sind vor allem Zugangsbeschränkungen aufgrund des Impf- oder Teststatus. Grob unterschieden gilt: mindestens 3G (geimpft, genesen oder getestet) in nahezu allen Bereichen des öffentlichen Lebens, 2G (geimpft oder genesen) im Bereich Freizeit und Sport und 2G plus (geimpft oder genesen und zusätzlich aktuell getestet) bei Veranstaltungen mit hohem Ansteckungsrisiko – sowie allen Veranstaltungen der Stadt Solingen.

Die Regeln im Überblick:

Das gilt, wenn ein Test verlangt wird: Der Test darf nicht älter sein als 24 Stunden (Antigen-Schnelltest als „Bürgertest“ bei einer Teststelle) beziehungsweise 48 Stunden (PCR-Test). Selbsttests zu Hause sind nicht ausreichend.

Diese Ausnahmen gelten von der Regel „geimpft oder genesen“: Kinder und Jugendliche bis einschließlich 15 Jahre sind ausgenommen. Das gilt ebenso für Personen, „die über ein ärztliches Attest verfügen, demzufolge sie derzeit oder bis zu einem Zeitpunkt, der höchstens sechs Wochen zurückliegt, aus gesundheitlichen Gründen nicht gegen Covid-19 geimpft werden können“, heißt es in der Schutzverordnung. Personen mit Attest benötigen einen gültigen Test.

Diese Ausnahmen gelten bei Tests: „Schülerinnen und Schüler gelten aufgrund ihrer Teilnahme an den verbindlichen Schultestungen als getestete Personen, Kinder bis zum Schuleintritt sind ohne Vornahme eines Coronatests getesteten Personen gleichgestellt“, so die Verordnung.

Hier gilt 3G: Geimpft, genesen oder getestet sein muss seit Mittwoch bundesweit, wer den öffentlichen Nahverkehr benutzt. Ebenso bundesweit gilt 3G am Arbeitsplatz. Homeoffice-Pflicht sowie Testpflicht in Pflegeheimen wurden ebenfalls vom Bund geregelt. Der Rest ist Ländersache.

Hier gilt 3G – Veranstaltungen: Der Zutritt zu Versammlungen (drinnen), Veranstaltungen der schulischen, beruflichen oder berufsbezogenen Bildung, zu Messen und Kongressen ist nur geimpften, genesenen oder negativ getesteten Personen gestattet. Bei Beerdigungen und standesamtlichen Trauungen, für Friseurbesuche und nicht-touristische Übernachtungen muss 3G nachgewiesen werden. Das gilt ebenso für die Teilnahme an oder den Besuch von Sitzungen kommunaler Gremien.

Hier gilt 2G für Besucher: Der Besuch von Veranstaltungen und Einrichtungen im Kultur- und Freizeitbereich ist nur noch immunisierten Personen gestattet, die vollständig geimpft oder genesen sind. Darunter fallen Besuche von Museen, Ausstellungen, Konzerten, Theatern, Kinos, Tierparks wie Fauna und Vogelpark, Schwimmbädern und Wellnesseinrichtungen. Der Besuch von Sportveranstaltungen, Weihnachtsmärkten und Volksfesten fällt ebenso unter diese Regelung wie touristische Übernachtungen oder körpernahe Dienstleistungen (mit Ausnahme medizinischer oder pflegerischer Dienstleistungen oder Friseurbesuche). Auch für den Besuch im Restaurant gilt 2G – nicht allerdings für das Abholen von Speisen und Getränken.

Hier gilt 2G beim Sport: Nach der Corona-Schutzverordnung gilt grundsätzlich für die gemeinsame Sportausübung und die Nutzung von Sport- und Freizeiteinrichtungen die 2 G-Regel – und zwar ohne Unterscheidung zwischen Amateur- und Profibereich, heißt es aus dem Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales (MAGS). Lediglich die Ausübung des Individualsports außerhalb von Sport- und Freizeiteinrichtungen, etwa Joggen, falle nicht unter 2G. „Eine Übergangsregelung gilt – ebenfalls im Profi- sowie im Amateurbereich – lediglich für Sportlerinnen und Sportler, die an Wettkämpfen oder dem Ligabetrieb eines dem Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) angeschlossenen Verbandes teilnehmen“, so MAGS-Sprecher Carsten Duif. Um diesen Sportlern die Erlangung eines vollständigen Impfschutzes zu ermöglichen, ohne von wichtigen Wettbewerben ausgeschlossen zu sein, könnten sie Training und Wettkampf übergangsweise mit PCR-Test fortsetzen. Als Verband des DOSB gelten auch Organisationen wie der Fußballverband Niederrhein als Teil des Deutschen Fußball-Bundes, wie Duif auf ST-Nachfrage klarstellt. „Das Ende der Übergangsfrist soll möglichst bundesweit einheitlich und sehr kurzfristig festgesetzt werden.“

Hier gilt 2G plus: Der Besuch von Clubs, Diskotheken, Tanzveranstaltungen, Karnevalsfeiern und Brauchtumsveranstaltungen ist nur noch immunisierten Personen gestattet, die zusätzlich einen negativen Testnachweis (Bürger- oder PCR-Test) vorweisen können. In Solingen gibt es die Besonderheit, dass die Stadt für alle eigenen Veranstaltungen 2G plus eingeführt hat, etwa im Theater und Konzerthaus. Dort soll auf Wunsch des Kulturmanagements eine Teststelle entstehen. Da gebe es aber noch Abstimmungsbedarf, so Stadtsprecher Thomas Kraft.

Medizin: Nicht mehr bestanden wird offenbar auf die tägliche Testpflicht für geimpfte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Krankenhäusern, Arztpraxen und Pflegeheimen, berichtet Prof. Winfried Randerath, Chefarzt der Lungenfachklinik Bethanien. „Das ist logistisch nicht zu bewältigen.“ Zweimal pro Woche werden Geimpfte jetzt getestet, Ungeimpfte weiter täglich. Vom Tisch ist auch die Testpflicht für Eltern, die ihre Kinder zum Arzt bringen.

Stadtbibliothek Solingen: Zutritt ist nur mit 2G gestattet. „Die kontaktlose Ausleihe und Rückgabe von Medien in Bibliotheken“ ist laut Schutzverordnung mit 3G erlaubt.

Bürgerbüros/Einwohnerwesen/Kfz-Stelle: „Hier gibt es für Kunden keine Pflicht zu 3G“, erklärt Stadtsprecher Thomas Kraft – mit Ausnahme der standesamtlichen Eheschließungen, bei denen 3G gelte. In allen städtischen Gebäuden, in denen Verwaltungsvorgänge in Präsenz stattfinden müssen, gilt für Kunden die Maskenpflicht. Kraft: „Die Anzahl der Termine wird nicht reduziert.“ In der Regel laufe das Geschäft über eine Online-Terminvergabe.

Jobcenter: Das Kommunale Jobcenter der Stadt beschränkt seinen Zugang für Kunden nicht. Es gelte lediglich eine Maskenpflicht, so Stadtdienstleiter Mike Häusgen. „In der Regel bieten wir telefonische Beratung an, in einigen Fällen auch per Zoom.“ Wer einen Präsenztermin habe, werde an der Pforte abgeholt, in den Büros hygienekonform beraten und wieder nach draußen begleitet. „Die Abläufe der Bundesagentur werden nicht gestört.“ Das Kommunale Jobcenter, in dem die Stadt Langzeitarbeitslose betreut, ist im Gebäude der Bundesagentur für Arbeit an der Kamper Straße untergebracht – die Bundesagentur hat die 2G-Regel für Besucher eingeführt.

Handel: Für den stationären Handel gibt es derzeit keine Beschränkungen.

Hilfreiche Links

Eine Übersicht über die aktuell gültigen Regeln finden Sie auch hier.

Eine Übersicht der Teststellen in Solingen finden Sie hier.

In Bethanien wird derzeit ohne Termin geimpft, Impftermine bei der Stadt sind buchbar unter: solingen.impf-buchung.de.

Die Corona-Schutzverordnung und Dokumente wie Bußgeldkatalog, Test- und Quarantäne- oder Betreuungsverordnung stellt das Land hier bereit: land.nrw/corona

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