Stationen werden zusammengelegt

Corona: Auslastung in Fachklinik Bethanien steigt

Im Frühjahr wurden in Bethanien Betten in der Kapelle aufgestellt, die glücklicherweise nie benötigt wurden. Archivfoto: Michael Schütz
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Im Frühjahr wurden in Bethanien Betten in der Kapelle aufgestellt, die glücklicherweise nie benötigt wurden.

Die Lungenfachklinik rüstet sich für die Aufnahme weiterer Patienten.

Von Björn Boch

Solingen. Seit voriger Woche werden in Bethanien Maßnahmen eingeleitet, um weitere Kapazitäten für Corona-Patienten zu schaffen. Ein Stufenplan sei in Kraft getreten, berichtet Georgios Sofianos, Oberarzt auf der Intensivstation der Lungenfachklinik, dem Tageblatt.

Geplante Aufnahmen wegen anderer Erkrankungen seien bislang aber nicht abgesagt worden. Möglicherweise lebensbedrohliche Fälle, etwa Untersuchungen auf Lungenkrebs-Erkrankungen, würden selbstverständlich weiterhin durchgeführt. Derzeit könnten aber selbst Patienten, deren Probleme nicht akut seien und eine Verschiebung der Behandlung zuließen, noch aufgenommen werden.

„Wir rüsten uns für mehr Patienten.“

Georgios Sofianos, Oberarzt

Im März und April seien einige dieser nicht zeitkritischen Behandlungen abgesagt worden. „Das könnte in den nächsten Wochen wieder passieren. Das ist aber nur ein Gefühl und noch nicht sicher“, betont Sofianos. Und falls die Zahlen weiterhin so stark steigen? „Wir rüsten uns für mehr Patienten, das tun wir eigentlich schon die ganze Zeit“, berichtet der Oberarzt.

Unter anderem werden derzeit nicht voll besetzte Stationen zusammengelegt, um weitere Bereiche für Corona-Patienten zu schaffen, die natürlich von den übrigen Patienten separiert sein müssen. Auf aktuell 23 ist die Zahl der Solinger Patienten, die eine stationäre Behandlung benötigen, gestiegen – dieser Anstieg ist aber im Verhältnis zu den Infektionen geringer als im Frühjahr. Sofianos’ Erklärung: Die Erkrankten seien jünger. Es gebe zwar mehr infizierte Menschen, aber deren mittleres Alter sei gesunken. Auch auffällig: Fälle von außerhalb Solingens gebe es in Bethanien derzeit kaum.

Solingen: Herausforderung könnte eher das Personal werden, nicht die Technik

Keine Probleme gebe es mit Schutzausrüstung für das medizinische Personal. Auch hier werde in dieser Woche aber noch einmal genauer analysiert, wie viel Material vor Ort sei – bezogen nicht nur auf Schutzausrüstung, sondern auch auf Verbrauchsmaterial. Das Ziel: drei bis vier Monate Puffer, gerechnet mit doppelt so vielen Patienten auf der Intensivstation wie derzeit.

„Sollte die Intensivstation die Kapazitäten verdoppeln müssen, gibt es Notfalllösungen, wie wir zusätzliches Personal beziehen können“, erklärt Georgios Sofianos. Bereits im Frühjahr habe es schon eine hohe Bereitschaft aus anderen Bereichen gegeben, der Klinik zu helfen. Teilweise seien diese Menschen auch schon eingearbeitet worden.

Klar sei aber, so der Oberarzt: „Sollten die Zahlen weiterhin so stark ansteigen, wird nicht die Technik eine Herausforderung sein, sondern eher das Personal.“

Inzidenzwert – 200 überschritten

Der 7-Tage-Wert der in einer Woche neu mit dem Corona-Virus infizierten Solinger überstieg am Samstag erstmals den Wert von 200. Lag er am Freitag noch bei 194,5, so sprang er am Samstag auf 219,6 und am Sonntag auf 229,4. Für Sonntag meldete die Stadt Solingen 438 Personen, die nachgewiesen infiziert sind. Mit 23 Solingern wurde eine Person weniger im Krankenhaus behandelt als am Tag zuvor. Bisher sind 15 Personen an den Folgen einer Covid-19-Erkrankung gestorben. In Quarantäne befanden sich am Sonntag insgesamt 1727 Personen. -pm-

Die aktuellen Corona-Regeln in Solingen.

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