Kontaktbeschränkungen für Ungeimpfte

Corona: 2G im Handel gilt schon seit Samstag

Hinweisschild auf dem Weihnachtsmarkt in der Innenstadt: Für den Besuch dort oder in einem Restaurant war 2G bereits seit dem 24. November Pflicht. Ab heute gilt das auch für weite Teile des Einzelhandels. Clubs, Diskotheken und vergleichbare Einrichtungen müssen komplett schließen. Foto: Christian Beier
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Hinweisschild auf dem Weihnachtsmarkt in der Innenstadt: Für den Besuch dort oder in einem Restaurant war 2G bereits seit dem 24. November Pflicht. Ab heute gilt das auch für weite Teile des Einzelhandels. Clubs, Diskotheken und vergleichbare Einrichtungen müssen komplett schließen.

Übergangsfrist bei Kontrollen bis einschließlich 7. Dezember.

Von Björn Boch und Philipp Müller

Solingen. Dass 2G – Zugang nur für Geimpfte und Genesene – im Handel kommt, war keine Überraschung mehr. Wohl aber der Zeitpunkt. Erst Freitag am späten Nachmittag veröffentlichte das Land NRW die neue Corona-Schutzverordnung, gültig bereits ab Samstag.

Das sorgt für Ärger bei den Solinger Händlern: „Alles wie immer“, teilte ein resignierter Rainer Francke vom Walder Werbering mit, angesprochen auf die kurzfristige Umsetzung. Man suche nun gemeinsame Lösungen, so Francke, der als Buchhändler im Bücherwald von der Verordnung nicht betroffen ist. Für den Werbering stellt er fest: „Ganz grundsätzlich wird es eine schwere Zeit für den Einzelhandel, profitieren wird der Internethandel.“

Solingen: Werbe- und Interessenring kritisiert das Vorgehen

Auch Ralf Kohns, Vorstandsmitglied des Werbe- und Interessenrings Solinger Innenstadt, kritisiert das Vorgehen: „Es ist ein Unding der Politik, dass am Donnerstag kein Wort darüber gesagt wurde, wann es losgeht. Und jetzt bricht Hektik aus.“

Waldemar Gluch, Vorsitzender des Initiativkreises Solingen, sorgt sich um das Weihnachtsgeschäft. „Es wäre schön, wenn die Solinger, die uns besuchen dürfen, jetzt im Solinger Handel einkaufen und sich solidarisch mit uns erklären.“ Eine große Hürde werde – vor allem für die kleinen Händler – die Kontrollpflicht an der Eingangstüre sein. Da müsse ständig jemand abgestellt werden, und es werde Schlangen geben, für die Gluch vorab um Verständnis wirbt. Er geht davon aus, dass der Handel einen Umsatzeinbruch von 30 oder gar 40 Prozent erleben wird.

„Es wäre schön, wenn Solinger sich jetzt solidarisch mit uns erklären.“

Waldemar Gluch, Vorsitzender des Initiativkreises Solingen

Die 2G-Regel kontrollieren muss der Handel selbst. Die Kontrollen müssten grundsätzlich beim Zutritt erfolgen – „eine alternative, vollständige Kontrolle aller Personen erst innerhalb der Einrichtungen oder des Angebots ist nur auf der Grundlage eines dokumentierten und überprüfbaren Kontrollkonzeptes zulässig“, heißt es in der Schutzverordnung. Ralf Kohns etwa wollte bei Expert Schultes eine Einbahnregelung machen und drinnen kontrollieren. Das muss wohl genehmigt werden.

Teil der Verordnung ist eine Übergangsfrist bis einschließlich Dienstag, 7. Dezember. Bis dahin reicht „eine stichprobenartige Kontrolle der Zugangsvoraussetzungen“. Die Frist dient dazu, die Kontrollmaßnahmen vorzubereiten. „Wir setzen das jetzt um, weil wir solidarisch mit den Menschen sind, die in den Krankenhäusern jetzt schon unter der Last ächzen“, erklärte Gluch für den Initiativkreis als Zusammenschluss der Werbegemeinschaften des Handels.

Solingen: Kontaktbeschränkungen für Ungeimpfte

Größte Änderung neben 2G im Handel sind Kontaktbeschränkungen für Ungeimpfte. Sie dürfen sich nur noch mit dem eigenen sowie höchstens zwei Personen aus einem weiteren Hausstand treffen, wobei Kinder bis einschließlich 13 Jahren ausgenommen sind. Ausnahmen gelten für Versammlungen oder Veranstaltungen, bei denen 2G nicht gilt, etwa Demonstrationen.

Ausgenommen von 2G sind laut Schutzverordnung der „Lebensmittelhandel einschließlich der Direktvermarktung, Getränkemärkte, Reformhäuser, Babyfachmärkte, Apotheken, Sanitätshäuser, Drogerien, Optiker, Hörakustiker, Tankstellen, Stellen des Zeitungsverkaufs, Buchhandlungen, Blumenfachgeschäfte, Tierbedarfsmärkte, Futtermittelmärkte, Gartenmärkte und der Großhandel“ – sowie Geschäfte mit einem Mischsortiment, sofern der Anteil von Waren aus den ausgenommenen Bereichen überwiegt.

Kinder und Jugendliche bis einschließlich 15 Jahre werden Immunisierten gleichgestellt.

Kontrollen

Neue Regeln: Die Stadt werde anfangs vor allem Präsenz zeigen und informieren, damit klar sei, was angesichts neuer Regeln in einigen Bereichen gefragt ist, erklärte Stadtsprecher Thomas Kraft.

Alte Regeln: Noch am Donnerstag fanden Kontrollen der städtischen Ordnungsbehörde mit der Polizei statt. 23 Betriebe seien bezüglich der Corona-Regelungen überprüft worden, so Stadtdienstleiter Dirk May. Dazu gehörten Gaststätten, Kneipen, Spielhallen, Fitnessstudios und Friseure. 25 Mitarbeiter waren im Einsatz. Im Fokus: die Überprüfung der Impfnachweise in Verbindung mit einem Ausweis. „In den meisten Fällen wurden die Regelungen eingehalten und nur geringfügige Verstöße festgestellt“, berichtete May. In vielen der Betriebe hätten Kunden und Gäste die Maßnahme gelobt. Es sei „gut, dass die Regelungen auch kontrolliert werden“. Aufgrund der aktuellen Situation werden regelmäßig weitere Kontrollen erfolgen, so May.

Welche Beschränkungen wegen des Coronavirus gelten aktuell in Solingen? Das haben wir für Sie in einem Artikel zusammengefasst, den Sie hier finden: Ein Überblick über die Corona-Regeln in Solingen.

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