Kultur

Cobra-Kino leidet unter Mangel an Besuchern und guten Filmen

Anja Stock freut sich über die Auszeichnung der Filmstiftung für das Kinoprogramm der Cobra. Foto: Hojabr Riahi Film- und Medienstiftung NRW
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Anja Stock freut sich über die Auszeichnung der Filmstiftung für das Kinoprogramm der Cobra.

Kulturzentrum setzt Preisgeld für Erhalt des Angebots ein.

Von Philipp Müller

Solingen. Anja Stock, Geschäftsführerin der Cobra, freut sich riesig über die erneute Auszeichnung der Filmstiftung NRW. 3000 Euro gibt es für das Kinoprogramm in der Cobra. Zugleich schaut sie eher düster in die Zukunft. Denn die Besucherzahlen sind nicht gut. Da hilft es, dass die Filmstiftung das Filmtheater an der Merscheider Straße im Kulturzentrum der Cobra zusätzlich mit 5000 Euro für den Betrieb unterstützt.

Die Filmstiftung zeichnet einmal im Jahr Kinos in NRW aus. Die Cobra kann sich seit Jahren darauf verlassen, dass sie dabei bedacht wird. Als Spielstätte für das Kino der Volkshochschule und eigener, ambitionierter Programmgestaltung mit Autorenfilm abseits der Blockbuster besetzten Anja Stock und das Cobra-Team eine wichtige kulturelle Nische.

„Es gibt kaum neue Filme auf dem Markt.“
Anja Stock, Cobra-Kino

Doch in der Nische geht es jetzt gemütlich zu. 45 Besucher können laut Corona-Konzept jetzt die Vorstellungen besuchen. „Aber wir erreichen kaum zweistellige Besucherzahlen, manche Vorstellungen fallen ganz aus“, berichtet die Geschäftsführerin. Als Gründe führt sie zwei Hauptursachen an. Die Leute hätten durch die steigenden Zahlen bei den Corona-Infektionen offensichtlich doch Angst, das Kino zu besuchen. Der zweite Grund sei sicher auch das Angebot: „Es gibt kaum neue Filme auf dem Markt.“ Premieren würden immer wieder verschoben, Filme zurückgehalten. „Es geht erst jetzt so langsam wieder los, dass wir neue Filme angeboten bekommen“, sagt Stock. Daher helfe der Betrag von 5000 Euro jetzt, den Betrieb weiter aufrecht zu erhalten. Die Cobra wolle das auch unbedingt tun, sehe sich in der Verantwortung, den Kulturbetrieb am Laufen zu halten.

Doch auch das sei nicht so einfach. Für die Halle gibt es auch ein Hygiene-Konzept. Erste Veranstaltungen wurden schon durchgeführt. Doch große, ausverkaufte Konzerte mit einigen Hunderten Besuchern sind nicht denkbar und durchführbar. Stock hat deshalb Förderanträge gestellt, um das Programm finanzieren zu können. „Es geht dabei auch darum, den Künstlern vernünftige Gagen bezahlen zu können“, erklärt sie. Das sei mit den kärglichen Einnahmen sonst kaum möglich.

Trotzdem ist sie zuversichtlich: „Irgendwie wird es schon weitergehen.“ Das Kino läuft bereits wieder.

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