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Clemens-Galerien setzen auf Freizeitangebote

Der Mühlenplatz wird fertiggestellt, wenn die neuen Bänke geliefert werden. Der Termin ist ungewiss.
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Der Mühlenplatz wird fertiggestellt, wenn die neuen Bänke geliefert werden. Der Termin ist ungewiss.

Mühlenplatz und Tiefgarage bleiben noch weiter Baustellen im Einkaufszentrum.

Von Philipp Müller

Solingen. Geht es nach Wilhelm zu Wied von der Hamburger Firma Atos, dann werden die Clemens-Galerien bei der künftigen Mietersuche mehr auf den Freizeit- und Dienstleistungssektor setzen. Die Atos GmbH aus Hamburg betreut im Auftrage der Eigentümer das Vermietungsgeschäft für das 2000 eröffnete Einkaufszentrum in der Innenstadt am Mühlenplatz.

In Sachen Handel setzten zu Wied und der Projektentwickler von Atos, Udo Stocker, vermehrt auf kleinere Einzelhändler. Das ist ein Wechsel des Modells des vorherigen Projektentwicklers Jochen Stahl. Der Frankfurter hatte vor allem Discounter auf großer Fläche in die Clemens-Galerien geholt.

Die Öffnung der Tiefgarage soll in Kürze erfolgen

Baustellen bleiben die Tiefgarage und der Mühlenplatz. „Uns tut jeder Tag weh, wo das Parkhaus geschlossen ist“ sagt Wilhelm zu Wied. Noch immer wird auf die für Anfang August angekündigte neue Entlüftungsanlage gewartet. Deren Defekt sorgte für eine Schließung des Parkhauses und entsprechend für Unmut bei den Mietern. Zu Wied will sich nicht auf einen genauen Termin für eine Öffnung festlegen lassen. Vieles hänge auch von Absprachen mit der Stadt und der Feuerwehr ab.

Auch in Sachen Mühlenplatz muss der Hamburger zu Wied mit einem Termin für die Fertigstellung passen. Das liege vor allem daran, dass die neuen Bänke für den Platz einfach nicht geliefert würden – Probleme mit den Lieferketten gibt es auf vielen Baustellen. Auch müsse die Stadt noch den Strom anschließen.

Alle Folgen der Stadtteilserie

Der Schwenk Richtung mehr Gastronomie, Freizeitangebote und Dienstleistern kommt für Atos nicht ganz freiwillig. Wilhelm zu Wied verweist auf den enormen Druck, der auf den bundesweit aktiven Filialisten laste. Oft steckten sie in der Falle, dass Waren aus Asien nicht geliefert werde. „Das ist katastrophal“, hat zu Wied beobachtet. Die Winterware sei teilweise erst im Mai geliefert worden, Sommerware in Containern liege auf den Meeren in den Schiffen oder noch in den Häfen in Fernost.

Banken würden zudem weniger Kredite geben, da viele der Filialketten über dünne Kapitaldecken verfügen. Auf diese Umstände hatte auch schon Ralf Lindl, Center-Manager des Hofgartens, hingewiesen. Unter dem Strich verlieren die Einkaufszentren solche Mieter eher, als das sie sich für den Standort Solingen entscheiden. Corona habe für diese Branche und den gesamten Einzelhandel viel Gegenwind bedeutet, sagt zu Wied. „Es gibt wenige Filialisten, die überhaupt noch expansiv sind.“

In der Summe mache dies ein Umdenken für die Clemens-Galerien erforderlich. In der Gastronomie, lokalen, kleineren Händlern wie zuletzt Hanf & Dampf oder künftig mit der AOK ab Anfang 2023 sieht Atos mehr Entwicklungspotenzial. Eine Konkurrenz zum Hofgarten aufzubauen, sei da nicht zielführend. „Wir versuchen, das Objekt in eine neue Zeit zu führen“, erklärt zu Wied. Dabei sei er zuversichtlich, auf dem richtigen Weg zu sein. Jetzt wird aber erst einmal auf Bänke und Lüftermotoren gewartet.

Stadtteilserie

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In der kommenden Woche geht unsere Reihe in Ohligs weiter. Wir beschäftigen uns dann unter anderem mit der Diskussion um die verkehrsberuhigte Lennestraße, den Umbauarbeiten am Marktplatz und der Düsseldorfer Straße, dem neuen Jugendvorstand des BSC Union und den Frauen bei den „Ohligser Jongens“.

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