Komödie

Claus Wilcke mischt das Altenheim auf

Die gelungene Premiere im Kammerspielchen begeisterte das Publikum. Claus Wilcke verkörpert in der Komödie „Mit 70 hat man noch Träume“ den reichen Senior Hans Glück, der im Seniorenstift nach dem Rechten schaut – und sein Liebesglück findet. Foto: Andreas Horn
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Die gelungene Premiere im Kammerspielchen begeisterte das Publikum. Claus Wilcke verkörpert in der Komödie „Mit 70 hat man noch Träume“ den reichen Senior Hans Glück, der im Seniorenstift nach dem Rechten schaut – und sein Liebesglück findet.

Kammerspielchen feierte Premiere mit einer brillant gespielten Komödie mit Tiefgang

Von Wolfgang Günther

Das kleine Theater in Gräfrath feiert in diesem Monat sein zehnjähriges Bestehen. Viel gefeiert wird aber nicht, denn die Corona-Krise hat der Bühne schwer zu schaffen gemacht, das Haus war wegen der Pandemie lange geschlossen.

Am Samstagabend startete das beliebte Theater erfolgreich in eine neue Saison mit der umjubelten Premiere der Komödie „Mit 70 hat man noch Träume“, gespielt von einem großartigen Ensemble rund um den bekannten Schauspieler Claus Wilcke. Das Stück stammt aus der Feder von Theaterbetreiber Ernst-Werner Quambusch, und wurde bereits vor zehn Jahren in seinem Theater in Wuppertal erfolgreich mehrfach aufgeführt. „Aber Claus Wilcke hat das Lustspiel noch ein wenig bearbeitet und auf den neuesten Stand gebracht“, sagte der Theaterchef.

„Claus Wilcke hat das Lustspiel auf den neuesten Stand gebracht.“

Ernst-Werner Quambusch, Kammerspielchen

Claus Wilcke, jetzt 82 Jahre alt, war von seiner Zeit als Teenageridol bis heute auf den Bühnen und in Film, Funk und Fernsehen in unzähligen Rollen immer präsent. Auch im Gräfrather Theater drehte sich alles um ihn, er verkörpert mit großem Einsatz den reichen Senior Hans Glück, der sich in seinem eigenen Seniorenstift unerkannt einmietet, um dort nach dem Rechten zu sehen. Und tatsächlich liegt im Altenheim einiges im Argen. Die resolute und raffinierte Oberin Moll, hinreißend verkörpert von der Solinger Schauspielerin Ursula Wüsthof, duldet keine Unordnung im Haus, und erst recht keinen Alkohol auf den Zimmern. Dabei stellt sich beim lustigen Finale heraus, dass sie selbst einem kleinen Schlückchen nicht abgeneigt ist.

Hans Glück spielt ihr mit seinem Kumpanen August Kowalski, verschmitzt gespielt von Michael Oenicke, einen Streich nach dem anderen. Aber bald wird der Senior zum Hans im Glück, denn er verliebt sich in die 35 Jahre jüngere Heimschwester Biggi, die eigentlich mit der Oberin eine fiese Intrige gegen ihn schmieden wollte.

Nika von Altenstadt spielt die Schwester überzeugend, sie versorgt erst den Senior etwas unwillig, wird aber vom Charme des alten Herrn umgarnt, und willigt am Ende in die Heirat ein. In die Pläne des unternehmungslustigen Seniors müssen sich auch Tochter und Schwiegersohn, gute Rollen für Desirée Lemke und Daniel Nowack, fügen.

Die beiden Akte dieser bezaubernden Komödie laufen in hohem Tempo über die kleine Bühne, und die überraschenden Pointen platzen zum genau richtigen Zeitpunkt. Die tiefsinnige Moral der Geschichte: „Kümmere dich gut um alte Menschen, und behandele sie mit Respekt“, wird sehr deutlich, ist aber in viel Humor verpackt.

Claus Wilcke fungiert auch als Regisseur, die Choreographie der einzelnen Auftritte funktioniert perfekt. Die Zuschauer im ausverkauften Kammerspielchen applaudierten ausdauernd und begeistert.

Weitere Termine im Dezember: Freitag 17. Dezember, 20 Uhr, Sonntag 19., 15 Uhr, Mittwoch 29., 20 Uhr, Donnerstag 30., 20 Uhr, Freitag 31., 16.30 und 19.30 Uhr. Kammerspielchen Solingen-Gräfrath, Gerberstraße 8, Kartenbestellung: Ernst-Werner Quambusch: Tel. 01 74 9 07 29 95.

Hintergrund

Bekanntheit erreichte Claus Wilcke durch die Verfilmung der Geschichten um den Millionär Percy Stuart. Wilcke verkörperte die Hauptrolle zwischen 1969 und 1972 in 52 Folgen der gleichnamigen Fernsehserie.

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