Die Woche von Stefan M. Kob

City 2030: Verkehrsfrage entscheidet über den Erfolg

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stefan.kob@solinger-tageblatt.de

Die markant geplante neue Bankzentrale kann Sinnbild für den bevorstehenden grundlegenden Umbruch sein.

Solingen. Die Probebohrungen ab 7. Januar auf dem Parkplatz an der Peter-Knecht-Straße sondieren nicht nur den Baugrund des Sparkassen-Neubaus. Sie markieren gewissermaßen auch den Aufbruch zur City 2030. Denn die markant geplante neue Bankzentrale wird die Innenstadt nicht nur gestalterisch prägen. Sie kann auch Sinnbild für den bevorstehenden grundlegenden Umbruch sein.

Wie notwendig dieser ist, das haben die Tage vor der coronabedingten Schließung der Läden noch einmal vor Augen geführt. Während in anderen Städten die letzten offenen Tage für großen Andrang bei den Weihnachtseinkäufern sorgten, herrschte in der Fußgängerzone kaum mehr Verkehr als normal – sprich wenig. Was unter Infektionsgesichtspunkten natürlich sehr begrüßenswert war.

Die gute Nachricht: Der Aufbruch hat ja längst begonnen – und damit ist nicht die Umwandlung des früheren Kaufhofs als Impfzentrum gemeint. Die lässt sich natürlich ebenfalls herrlich symbolisch aufladen: Hier beginnt Solingens Kampf gegen die Pandemie und zur Überwindung der Krise. Nein, wir haben einen Plan mit Hand und Fuß, für den Planungsdezernent Hartmut Hoferichter glatt ein zweites Mal die Pension verschiebt. Um die zuschussreifen Konzepte, um den Handel zu komprimieren und nicht mehr benötige Ladenflächen sinnvoller zu nutzen, beneiden uns viele andere Städte, die dieselben Sorgen plagen. Dass es dafür überhaupt Landeszuschüsse gibt, ist ebenfalls ein Erfolg der Stadt. Hier fand Düsseldorf den „Solinger Weg” ausnahmsweise mal von Anfang an gut und unterstützt den Wandel des Handels mit einer neuen Förderkategorie. Denn um das gute Konzept umzusetzen, muss die Stadt selbst als Akteur auftreten, weil viele Eigentümer nicht mehr die Kraft haben, ihre Immobilien auf einen modernen Stand zu bringen und sie damit für Wohnen und Dienstleistungsgewerbe attraktiv zu machen. Noch stärker engagiert sich die Stadt für das Leuchtturmprojekt „Gläserne Werkstatt”, ebenfalls an symbolträchtiger Stelle: Denn die Schließung des Modehauses Appelrath-Cüpper vor fast zehn Jahren galt vielen damals als weiterer Sargnagel des toten Einkaufsstandorts.

Ein Thema allerdings wird im nächsten Jahr entscheidend sein, ob die konzertierten Bemühungen verfangen oder verpuffen: die Verkehrsfrage. Es ist richtig, aus Anlass des Sparkassenneubaus die verworrenen Verkehrsströme in der City auf den Prüfstand zu stellen und in ein ganzheitliches Konzept zu lenken. Es müssen aber alle Alarmglocken läuten, wenn die Politik, vor allem aus dem grünen Lager, wirklich meint, man würde die ohnehin schwer erreichbare City dadurch beleben, indem die Autofahrer draußen bleiben müssen. Der Irrglaube, diese würden massenweise auf Busse, Bahnen und Fahrräder umsteigen, wenn man es ihnen nur so unbequem wie möglich macht, wäre der Todesstoß für alle Wiederbelebungsbemühungen. Sie steigen nicht um. Sie fahren in eine andere Stadt, die das Prinzip der größten Einkaufstasche – dem Kofferraum – besser verstanden hat. Viel zu oft hat sich Solingen durch eine verkorkste Verkehrspolitik um seine Entwicklungschancen gebracht. Bitte nicht diesmal schon wieder.

TOP Überwältigendes Spendenergebnis bei ST-Aktion Kette der helfenden Hände.

FLOP Corona beutelt Taxibranche ganz besonders.

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