Konzert

Cello-Saiten bringen Swing, Beatles und Stones zum Klingen

Ohne Zugabe ließen die Zuhörer das Rastrelli Cello Quartett nicht gehen.
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Ohne Zugabe ließen die Zuhörer das Rastrelli Cello Quartett nicht gehen.

Rastrelli Quartett gab vor 100 Zuhörern ein umjubeltes Konzert in der Stadtkirche am Fronhof.

Von Jutta Schreiber-Lenz

Solingen. Der auf den vier Celli intonierten Louis-Armstrong-Song „What a wonderful world“ setzte einen berührenden Schlusspunkt hinter ein grandioses Musik-Erlebnis in der Stadtkirche. Erst nach ein paar Sekunden Stille, in denen sich das Stück zusammen mit den begleitenden Moderationsworten von Kira Kraftzoff bei den Zuhörern tiefer gesetzt hatte, brach der begeisterte Applaus los, der zuvor gerade eben diese Zugabe gefordert hatte.

Fast zwei Sunden hatte das Rastrelli Cello Quartett, präsentiert von der Solinger Veranstaltungsagentur Bubu-concerts, einen farbigen Klangteppich vor den rund 100 Zuschauern ausgerollt.

„Pirate Song“ und ein Ausflug in die Welt des Swing

„Von Klassik bis Rock“ war der Untertitel ihres Konzertes und so starteten die vier Cellisten mit fünf Tänzen aus „Romeo und Julia“, gingen über zu argentinischen Tangos und landeten zum Finale bei Hits von Stones und Beatles. Dazwischen flochten sie den „Pirate Song“ von Hans Zimmer aus „Fluch der Karibik“ ein oder machten einen Ausflug in den Swing der 30er Jahre mit einem flotten Medley alter Ohrwürmer wie „Bei mir bist Du schön“.

„Wir wollten als Cellisten vor 20 Jahren auch einmal die Melodien spielen und nicht nur das – sicher wichtige – Begleit-Gebrumm“ erklärte Kraftzoff ein bisschen augenzwinkernd zur Gründung des Rastrelli Quartetts. Unterhaltsam und anregend führte er durch den Abend. „Damals glaubte aber kaum einer, dass man vier Cellisten ohne zusätzliche Begleitinstrumente länger als zehn Minuten zuhören kann“. Wie man heute weiß, haben sich diese Prophezeiungen nicht bestätigt.

Das Geheimnis des großen Erfolgs der Vier liegt sicher auch in den ansprechenden Arrangements von Ensemble-Mitglied Sergio Drabkin, der Orchester-Musik, Schlager und Filmstücke für das Quartett umschreibt und somit Klanggenuss schafft, der Spaß macht und zudem tief in die Seele rutscht. Nicht nur das zarte „Moon-River“ aus dem Film „Frühstück bei Tiffanys“ hallte noch lange nach.

Aber auch Eigenes präsentierte das Quartett, das spürbar und ansteckend viel Freude an ihrem Konzert hatte: Mikhail „Mischa“ Degtjareff hat inzwischen ein paar Stücke exklusiv für das Ensemble geschrieben, die stilistisch zwischen Klassik und Pop anzusiedeln sind und mit kräftigem Applaus quittiert wurden.

Zwischendurch griff Kira Kraftzoff auch einmal zur Oboe und intonierte einen Ausflug in die Welt des Klezmers und traf ebenfalls damit den Nerv des Publikums.

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