FDP und CDU: Fahrrad-Überweg nicht umbauen

Der Überweg der Korkenziehertrasse am Kunstmuseum soll künftig schräg über die Wuppertaler Straße verlaufen.Archivfoto:Christian Beier
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Der Überweg der Korkenziehertrasse am Kunstmuseum soll künftig schräg über die Wuppertaler Straße verlaufen.Archivfoto:Christian Beier

Um die Querung der Korkenziehertrasse an der Wuppertaler Straße gibt es erneut Streit

Von Andreas Tews

Mit einem parteiübergreifenden Kompromiss wollten die Fraktionen der Bezirksvertretung Gräfrath den Streit um den Überweg der Korkenziehertrasse über die Wuppertaler Straße (Bundesstraße 224) eigentlich beilegen. Doch daraus wird nichts. SPD und Grüne legten zwar einen Vorschlag vor, der eine Änderung der Planungen vorsieht. Doch die FDP bleibt bei ihrem kategorischen Nein zu dem Umbau, der 82 000 Euro kosten soll. Dem schloss sich die Gräfrather CDU jetzt an.

Der Umbau ist aus Sicht der Stadtverwaltung wegen der geplanten Veloroute nötig. Die soll den Fahrradverkehr auf einer Strecke von Düsseldorf über Hilden und Solingen nach Wuppertal attraktivieren. Sie wird in Wald und Gräfrath auf der Korkenziehertrasse verlaufen. Um die Standards einer Veloroute einzuhalten, soll der Überweg am Kunstmuseum künftig schräg über die Bundesstraße verlaufen, damit die Radfahrer auf direktem Weg von einer Seite der B 224 zur Fortsetzung der Trasse auf die andere Seite kommen.

Der Gräfrather FDP-Bezirksvertreter Andreas Zelljahn spricht von einem „Schildbürgerstreich“. Der Nutzen stehe in keinem Verhältnis zu den Kosten. Auch stört sich Zelljahn unter anderem daran, dass bei den bisherigen Planungen ein Pfeiler der Bus-Oberleitung mitten auf dem Überweg stehen würde. Darum beantragt er für die nächste Sitzung der Bezirksvertretung, dass die sich für einen Verzicht auf den Umbau ausspricht.

Den will die Gräfrather CDU unterstützen. Deren Vorsitzender Thomas Braun kritisiert, dass das Rathaus die geforderte detaillierte Kostenaufstellung noch nicht vorgelegt habe. Auch der parteilose stellvertretende Gräfrather Bezirksbürgermeister Reinhard Burski äußert Bedenken und spricht ebenfalls von einem „Schildbürgerstreich“. Er stellt in Frage, ob eine Investition von 80 000 Euro hier sinnvoll sei. Angesichts der unklaren Mehrheitsverhältnisse könnte seine Stimme bei einer Abstimmung in der Bezirksvertretung Gräfrath entscheidend sein.

SPD und Grüne hatten einen Kompromiss vorgeschlagen

SPD und Grüne wollen aber das Projekt Veloroute als Ganzes nicht gefährden. Bezirksbürgermeister Udo Vogtländer (SPD) bedauert, dass es zu keinem Kompromiss kam. Seine Wertung: „Das ist eine ideologische Geschichte.“ Monika Tönnies betont, dass die Grünen die Radwegverbindung an dieser Stelle aufwerten wollen.

Mit ihrem Vorschlag wollten SPD und Grüne die Kosten senken, indem der Verlauf des Radweges auf dem Parkplatz am Kunstmuseum nur durch Piktogramme gekennzeichnet würde. Dort ist bisher ein Pflaster vorgesehen, das sich farbig vom übrigen Parkplatz abhebt. Auch sollte die Planung so verändert werden, dass der Überweg an dem Pfeiler vorbeiführt.

Ob die Bezirksvertretung dem FDP-Antrag folgt, ist angesichts der unklaren Mehrheitsverhältnisse unsicher. Das letzte Wort hat der Stadtentwicklungsausschuss.

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