OB-Wahl

CDU-Duell: Feller gegen Höttges

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Lautsprecher und Wutbürger: Mit diesem Image polarisiert Jan Höttges in Solingen und in der CDU. Seine Anhänger erhoffen sich von ihm als parteilosem OB-Kandidaten einen Schub.

Am Donnerstag will sich der Vorstand festlegen, wer für die Union bei der OB-Wahl antreten soll.

Von Thomas Kraft

Die CDU startet in die Woche der Wahrheit. Denn nach dem Karneval gehen für die Union die tollen Tage weiter. Am Donnerstag tritt der Parteivorstand zusammen, um sich auf einen Oberbürgermeister-Kandidaten zu einigen. Diesen will die Parteispitze dann den Mitgliedern empfehlen. Entscheiden muss anschließend ein Parteitag. CDU-Chef Arne Moritz bestätigte den Termin auf ST-Anfrage.

Waldemar Gluch (r.) scheint nur noch dritte Wahl zu sein. Fraktionschef Jan Welzel (l.) hat stets betont, nur im Notfall anzutreten.

Gut informierte Christdemokraten gehen davon aus, dass nur noch zwei Bewerber ernsthaft in Betracht kommen: Frank Feller (58), Leiter des städtischen Revisionsdienstes, und der parteilose Jan Höttges. Der Vorsitzende des Initiativkreises Solingen hat sich bereit erklärt, für die CDU gegen den SPD-Fraktionsvorsitzenden Tim Kurzbach in den OB-Wahlkampf zu ziehen. Über diese Variante hat das ST bereits vor Wochen berichtet. Höttges ist seitdem öffentlich abgetaucht. Das gilt vielen Beobachtern als sicheres Indiz dafür, dass er es ernst meint. Andere berichten, er habe sein Interesse intern nochmals bekräftigt.

Kaum noch Chancen hat Waldemar Gluch. Der planungspolitische Sprecher der CDU verlor im vergangenen Jahr sein Ratsmandat und hat parteiintern nicht das nötige Gewicht. Parteifreunde warnen ihn bereits, er hole sich eine blutige Nase.

Zwischen Feller und Höttges scheint das Rennen offen. Für den Chef des Revisionsdienstes spricht die lange Verwaltungserfahrung. Er arbeitet seit den 70er Jahren im Rathaus, wechselte Anfang der 80er in den gehobenen Dienst, wurde Standesbeamter und später Ressortkoordinator des damaligen Kämmerers Ernst Schneider, bevor er den Revisionsdienst übernahm.

Vorteil für Höttges: Er bringt das Geld für den Wahlkampf mit

Frank Feller arbeitet seit den 70ern für die Verwaltung und ist CDU-Mann.

Die CDU-Leute im Rathaus werben für Feller. Er sei smart, wisse, wie das Geschäft laufe und könne es mit Kurzbach aufnehmen. Höttges dient den Verwaltungsleuten als rotes Tuch, weil er sich einen Namen als Wutbürger gemacht und oft auf Stadt und Politik eingeprügelt hat.

Gerade dieses Wutbürger-Image macht ihn aber auch wieder interessant. Es passe zur aktuellen Mentalität in der Stadt, sich gegen Dinge zu wehren, die nicht überzeugen, heißt es. Der Wirtschaftsflügel findet den Unternehmensberater als Kandidaten reizvoll. Der Ehrenvorsitzende Bernd Wilz soll ihn ebenso bevorzugen wie CDU-Chef Moritz.

DIE CDU-SPITZE

VORSTAND I (geschäftsführend): Parteichef Arne Moritz, Ehrenvorsitzender Bernd Wilz, Ilka Riege und Carten Becker (Stellvertreter), Schriftführer Carsten Voigt, Schatzmeister Klaus Frahm, Pressesprecher Jan Welzel. Um Moritz und Wilz soll es eine Pro-Höttges-Mehrheit geben. 

VORSTAND II (erweitert): Dazu stoßen die Chefs der Ortsverbände und Vereinigungen, der OB sowie die Geschäftsführer (Partei/Fraktion). Dieses Gremium formuliert die Empfehlung für den Parteitag.

Die Basis wiederum zeigt Widerstand, weil sie jemanden mit Parteigeruch wünscht. Da Höttges aber angekündigt haben soll, einen lukrativen Spender für seinen Wahlkampf zu haben, könnte dies einige besänftigen. Woher das Geld kommt, glauben auch alle zu wissen: Höttges’ Bruder Tim ist Telekom-Chef.

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