Historisches Foto

Caspersbroich ist ein verwunschenes Schlösschen

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Wissen Sie, wo genau diese Aufnahme in der Stadtmitte entstand?

Das Haus wurde im 14. Jahrhundert gebaut und hat eine bewegte Geschichte. Heute wird ein Solinger Straßenzug gesucht.

Von Simone Theyßen-Speich

„Verwunschen“, das ist der Begriff, mit dem viele Tageblatt-Leser das Schloss Caspersbroich beschreiben, das auf unserem historischen Foto in der vergangenen Woche zu sehen war. Auch Ursula Fritsche hat es sofort erkannt. „Ich bin viele Jahre im Ittertal diesen Weg mit unserem Basset Oskar gegangen und habe das Haus immer bewundert, eben weil es so etwas Verwunschenes an sich hat“, erzählt sie.

Zwischen Bäumen versteckt lag und liegt das malerische Schloss Caspersbroich.

Das Gebäude an der Stadtgrenze zu Haan hat auch Norbert H. Posthum direkt erkannt. „Heute sind in dem ehemaligen Schloss Eigentumswohnungen“, ergänzt Dieter Kuhnhenn.

Eben weil es seit Jahren in Privatbesitz ist, und auch das Gelände nicht öffentlich zugänglich ist, haben nur wenige ST-Leser eigene Geschichten rund um das Schloss. Umso spannender ist aber die Historie des alten Gemäuers,

Regina Mengel ist dafür tief in die Solinger Geschichte eingetaucht und dabei auf den Historiker August Lomberg gestoßen. Der schildert die Anfänge von Schloss Caspersbroich so: „ Der tiefergelegene, von der Itter durchrauschte Talgrund, aus der sich Schloss Caspersbroich zu stolzer Höhe erhebt, hieß vorzeiten kurzweg das Brok oder Bruch.

Der Name, im Volksmund erhalten, weist auf die ursprüngliche Beschaffenheit hin: Eine sumpfige Niederung mit Schilf und niedrigem Buschwerk bewachsen und von offenen Tümpeln und Teichen vielfach durchsetzt, ein schauriger Ort, wo nächtens die Nebel brauten.“

Heute ist Schloss Caspersbroich Privatbesitz, daher nicht für Besucher zu begehen.

In dieser schaurigen Gegend ließ sich ein Lehnsmann Graf Engelberts des Heiligen 1220 nieder. Er machte die Sümpfe nutzbar und baute ein Gutshaus. „1438 erwarb Caspar von Petzdorf den inzwischen stattlichen Gutshof und machte ihn zu Solingens jüngstem Rittersitz. 1472 wurde er von dem neuen Hausherrn zum Schloss ausgebaut und erhielt dessen Namen: „Caspersbroich“, hat Regina Mengel recherchiert.

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Mehrfach wechselten danach die Eigentümer. 1860 gehörten Gelände und Schloss der Bergisch-Märkischen Eisenbahn, 1960 der Firma Kronprinz.

Der Düsseldorfer Schauspieler Claus Georges erwarb das Schloss 1964, damals stark verfallen, restaurierte es und baute es in Eigentumswohnungen um. „Die 600 Jahre alte Dame“ wird das Gebäude aus dem 14. Jahrhundert von seinen Besitzern liebevoll genannt.

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