Der letzte Lebensweg

Neuer Hospizdienst: Ehrenamtler gesucht

In Merscheid sind die neuen Verwaltungs- und Schulungsräume des Hospizdienst-Teams: (v. l.) Michael Majewski, Katharina Hausmann, Dr. Christoph Humburg und Claudia Aheimer
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In Merscheid sind die neuen Verwaltungs- und Schulungsräume des Hospizdienst-Teams: (v. l.) Michael Majewski, Katharina Hausmann, Dr. Christoph Humburg und Claudia Aheimer

Koordiniert wird das Angebot der Caritas an der Merscheider Straße.

Von Simone Theyßen-Speich

Solingen. Menschen in ihrer letzten Lebensphase ambulant zu begleiten, dort wo sie leben, zu Hause oder im Seniorenheim, dieser Aufgabe hat sich jetzt auch die Caritas Wuppertal-Solingen angenommen. Gestern wurden die neuen Schulungsräume des Ambulanten Hospizdienstes an der Merscheider Straße 94 offiziell vorgestellt.

Die Idee, das Angebot der Sozialdienste der Caritas zum Thema Tod und Trauer noch zu erweitern, wurde schon vor zwei Jahren geboren. „Corona hat uns da etwas ausgebremst, in neuen Räumen und mit einem neuen Team wollen wir jetzt aber richtig durchstarten“, betont Caritas-Direktor Dr. Christoph Humburg.

Ambulanter Hospizdienst für Erwachsene werde in der Stadt dringend gebraucht, so Humburg. Man sieht sich da als Ergänzung des Palliativen Hospizes (PHoS), das diese Aufgabe seit vielen Jahren übernimmt. „Aber der Bedarf ist riesig, in Wuppertal gibt es vier ambulante Hospizdienste, in Solingen jetzt zwei, und für alle ist genug zu tun“, so Dr. Christoph Humburg, der auch mehrere Jahre im PHoS-Vorstand mitgearbeitet hat.

Die Betreuung von Menschen auf dem letzten Lebensweg gehöre schon lange zu den Aufgaben der Caritas. „Seit vielen Jahren haben wir in Solingen den ambulanten Kinder- und Jugendhospizdienst, zudem haben wir gemeinsam mit der Diakonie das Kinderhospiz Burgholz“, nennt der Caritas-Direktor zwei Aufgabenfelder. Jetzt auch ein ambulantes Angebot für Erwachsene zu machen, sei da folgerichtig.

Zeit für Schwerkranke und die pflegenden Angehörigen

Claudia Aheimer ist eine der neuen Koordinatorinnen des Angebots. „Im Mittelpunkt steht die Aufgabe, Schwerkranke in ihrer letzten Lebensphase in ihrer privaten Umgebung zu betreuen“, erklärt sie. Erste Patienten gibt es bereits. Kontakte kommen meist über Ärzte, Kliniken oder Pflegedienste. „Es geht darum, Zeit für die Menschen zu haben, sie ein- oder zweimal pro Woche zu besuchen, Gespräche zu führen, aber auch die pflegenden Angehörigen mal für kurze Zeit zu entlasten.“ Für diese Aufgabe sucht das neue Team weitere Ehrenamtliche. Die ersten sechs Begleiter sind schon im Einsatz. Mit einem neuen Befähigungskurs, der im Januar startet, sollen weitere Interessierte angesprochen werden.

Die Caritas bildet die neuen Begleiter selbst aus. „Der 120-stündige Kurs findet einmal pro Woche über ein halbes Jahr statt“, erklärt Koordinatorin Katharina Hausmann. Bei einem zusätzlichen Intensivwochenende geht es darum, sich auch mit der eigenen Trauer zu beschäftigen. Zudem bietet die Caritas Letzte-Hilfe-Kurse für die Pflege von Schwerstkranken an. In persönlichen Gesprächen und auf individuelle Wünsche Rücksicht nehmend werden dann Begleiter und Familien zusammengebracht.

Alle sozialen Angebote aus einer Hand, das möchte die Caritas den Menschen in Solingen bieten. „Auch in unseren anderen Einrichtungen werden Mitarbeitende immer wieder nach Sterbe- und Trauerbegleitung gefragt“, betont Susanne Bossy von der Caritas-Öffentlichkeitsarbeit.

Der Großteil des Angebots wird über die Krankenkassen refinanziert, den Rest übernimmt die Caritas. „Unser Angebot endet aber nicht mit dem Tod, auch die Trauerbegleitung danach ist wichtig“, betont Fachbereichsleiter Michael Majewski. „Und das wird gar nicht finanziert“, skizziert er einen „gesellschaftlich falschen Weg“.

Ehrenamtler werden gesucht

Kurs: Der nächste Befähigungskurs für Ehrenamtler für die Hospizbegleitung findet vom 18. Januar bis 20. Juni 2023 einmal wöchentlich statt.

Kontakt: Informationen zum Kurs und Anmeldung bei den Ambulanten Hospizdiensten der Caritas,
Tel: 23 39 66 51 oder www.caritas-wsg.de

Lesen Sie auch: Ein Bilderbuch spendet Trost nach dem Tod

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