Mobilität

Buslinien sollen in Solingen enger getaktet werden

Die Solinger Stadtwerke investieren in Elektroantriebe.
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Die Solinger Stadtwerke investieren in Elektroantriebe.

Fahrgastbeirat und Jugendstadtrat berieten über neuen Nahverkehrsplan.

Von Anna Lauterjung

Solingen. Weg vom motorisierten Individualverkehr hin zur Nutzung des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV): Das ist die große Aufgabe des neuen Nahverkehrsplans für Solingen. Um dieses Ziel erreichen zu können und immer mehr Bürger in die Busse und Bahnen zu locken, soll das Angebot des ÖPNV nachhaltig und langfristig umgestaltet werden. Damit dabei auch die Interessen und Wünsche der Fahrgäste bei der neuen Planung berücksichtigt werden, setzt sich der ÖPNV-Fahrgastbeirat für sie ein.

In der jüngsten Sitzung ging es um die Mindestanforderungen und Grundstruktur des zukünftigen ÖPNV, die am 30. September vorab bekannt gemacht werden soll.

In dem neuen Nahverkehrsplan solle der aktuelle Plan aus dem Jahr 2013 als Mindestanforderung gelten, erklärte Gutachter Mathias Schmechtig. Bedarfsräume indes sollen neu definiert werden, um neue Bedienungsstandards umsetzten zu können: „Haltestellen sollen mindestens alle 30 Minuten bedient werden und in sehr dünn besiedelten Gebieten alle 60 Minuten“, erklärt Schmechtig.

„Es ist nicht klar, wie sich die Pandemie auf die Mobilität auswirken wird. Es müssen eventuell Anpassungen vorgenommen werden.“

Mathias Schmechtig, Gutachter

Zudem sollen Haupt- und Schwachverkehrszeiten verbunden werden und der Takt von 10 Minuten auf den Hauptstrecken bis 19 Uhr eingehalten werden. In den Spitzenzeiten sollen so maximal 65 Prozent des Busses als Mittelwert über eine Stunde belegt sein und in schwachen Zeiten soll jeder einen Sitzplatz finden, betont Schmechtig. Der Verkehrsplan sei allerdings auf dem Stand vor Corona. „Es ist nicht klar, wie sich die Pandemie auf die Mobilität auswirken wird. Es müssen eventuell Anpassungen vorgenommen werden.“

Aus den Reihen des ÖPNV-Fahrgastbeirats gab es für das erste Konzept einige Kritik. Reiner Nießen, Rolf Osthoff (BfS) und Dietmar Gaida bemängelten unter anderem den geplanten Radius von 500 Metern Luftlinie um die Haltestellen, damit ein Gebiet als vom ÖPNV bedient gelte. „Solingen ist eine Stadt mit sehr vielen Tälern, da kann das nicht pauschalisiert werden“, betonte Osthoff. Oft müsse zur nächsten Haltestelle ein deutlich größerer Fußweg zurückgelegt werden. Würde dies berücksichtigt, wären weniger Gebiete – wie Rüden oder Balkhausen – fälschlicherweise als erschlossen dargestellt, so Reiner Nießen. Viele der Gebiete seien auch nur durch einen Taxibus bisher erschlossen, fügte Dietmar Gaida hinzu. „Die Taxibusse werden kaum genutzt, auch wegen der langen Vorlaufzeiten und der Anmeldung“, führte Gaida weiter aus. Zudem seien die Taxibusse nicht barrierefrei. Die Forderung sei daher, den Luftradius auf insgesamt 200 Meter rund um die Haltestelle zu reduzieren.

Außerdem wurden die Verbindungen zum Schichtwechsel um 6 Uhr und 22 Uhr bemängelt. Besonders schlecht sei diese für die Mitarbeiter am Städtischen Klinikum. „Die Mitarbeiter kommen am Wochenende und unter der Woche nicht vom Klinikum in die Stadtteile“, berichtete Betriebsrätin Ursula Weigert.

Für den Jugendstadtrat steht nach wie vor eine Verbindung in den Abendstunden, eine bessere Gestaltung am Graf-Wilhelm-Platz, mehr Einsatzbusse zu den Hauptverkehrszeiten und eine optimale Verbindung in die Nachbarstädte im Fokus. „Jugendliche nutzen den ÖPNV am meisten und sind davon abhängig“, betonte Sinja Waldmann vom Jugendstadtrat.

Fahrgastbeirat

Der ÖPNV-Beirat unter dem Vorsitz von Leon Kröck (Grüne) besteht aus Lokalpolitikern sowie Vertretern von Fahrgast- und Interessengruppen sowie Vereinen und Umweltverbänden. Er beschäftigt sich mit Barrierefreiheit von Bussen und Haltestellen, geplanten neuen Haltepunkten oder Fahrplanänderungen. Mit Blick auf den neuen Nahverkehrsplan trifft der Beirat sich aktuell öfter als sonst.

Das Mobilitätskonzept wird 2022 erarbeitet – Politiker halten sich mit Vorgaben zurück, haben aber durchaus Vorstellungen.

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