Bus-Linie 683: Neue Hoffnung auf Verlängerung

Müsste umgebaut werden: der unter Denkmalschutz stehende Vorplatz des Vohwinkler Bahnhofs mit seinem Kopfsteinpflaster. Foto: Fischer

TREFFEN Investor Uwe Klees würde Umbau des Vorplatzes am Bahnhof Vohwinkel vorfinanzieren.

Kein Geld, keine Umgestaltung, keine O-Bus-Anbindung: Seit mehr als 30 Jahren wünschen sich Vohwinkler und Solinger Pendler eine Verlängerung der O-Bus-Linie 683 bis zum Bahnhof Vohwinkel. Bislang endet die Linie an der Rubensstraße, gut 100 Meter vom Schwebebahnhof Vohwinkel und knapp 800 Meter vom Bahnhof Vohwinkel mit seinem S-Bahn-Anschluss entfernt. Aber da überall das Geld fehlt, schien die Verlängerung in weite Ferne zu rücken. Jetzt gibt es neue Hoffnung: Bei einem „Runden Tisch“ kündigte der Wülfrather Unternehmer und Investor Uwe Klees an, die Kosten für den für Busse verkehrsgerechten Umbau vorzufinanzieren. Klees will im Umfeld des Vohwinkler Bahnhofs an der Kaiserstraße auf rund 26 000 Quadratmetern ein Einkaufszentrum bauen.

Ausbau scheiterte bislang an Kosten, die Wuppertal nicht tragen kann

Die Verknüpfung Solingens mit dem Verkehrsknoten Vohwinkler Bahnhof wird seit Jahren von allen Seiten gefordert: Von den beiden Städten, vom Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) und von der Deutschen Bahn, weil in Vohwinkel die S-Bahnen S 8 (nach Düsseldorf) und S 9 (nach Essen), diverse Regionalbahnen und Regionalexpress-Züge halten. Doch dazu ist es nötig, dass der unter Denkmalschutz stehende Bahnhofsvorplatz umgestaltet wird oder zumindest eine Wendeschleife für die langen Solinger Gelenk-O-Busse kommt. Kosten allein hierfür: rund 160 000 Euro.

Dieser Ausbau ist seit 1985 in der Planung: zunächst als komplett neuer, moderner Busbahnhof. Das ist längst aus Kostengründen vom Tisch. Der Vohwinkler Bahnhofsvorplatz ist im Besitz der Deutschen Bahn. Und die hatte den Vorplatz der Stadt Wuppertal schon vor Jahren zum Kauf angeboten. Doch die winkte ab: zu teuer. Inzwischen hat die Bahn AG zugesagt, den Vorplatz kostenlos zur Verfügung zu stellen. Nur an den Umbaukosten kann sie sich aus Sparzwängen heraus nicht beteiligen. Dies ist aber allein Sache der Stadt Wuppertal, die aber noch mehr als Solingen unter der desolaten Haushaltslage leidet.

Dabei steht man auf Solinger Seite schon längst „Gewehr bei Fuß“, wäre für eine Verlängerung der Linie bis zum Vohwinkler Bahnhof startklar: 15 neue Hess-O-Busse aus der Schweiz hat der Verkehrsbetrieb der Stadtwerke Solingen bereits für rund 13 Millionen Euro angeschafft. Die Gelenk-Busse besitzen auf zwei Antriebsachsen leistungsfähige Hilfsantriebe, die eine starke Beschleunigung und sogar eine Höchstgeschwindigkeit von rund 50 km/h möglich machen.

Damit soll - wie schon in Unterburg von der Wupperbrücke bis zum Burger Bahnhof seit November letzten Jahres praktiziert - auch am anderen Ende der 683er Linie die 800 Meter lange Strecke zwischen dem Schwebebahnhof Vohwinkel und dem Vohwinkler Bahnhof überbrückt werden. Denn eine Elektrifizierung ist in Vohwinkel wegen der Schwebebahnbrücken und auch wegen der Bahnunterführung direkt vor dem Bahnhof Vohwinkel allein aus Kostengründen nicht möglich. Ein Tieferlegen der Fahrbahn würde allein rund vier Millionen Euro kosten, die Verlängerung der Oberleitung nochmals 500 000 Euro.

„Runder Tisch“ auf Initiative der Bezirksvertretung Gräfrath

Auf Initiative der Bezirksvertretung Gräfrath lud nun die Stadt Solingen Anfang der Woche zu einem „Runden Tisch“ ein. Daran nahmen Verkehrsplaner und Vertreter der Städte Wuppertal und Solingen, der Bezirksvertretung Vohwinkel und Gräfrath, der Stadtwerke Solingen und Wuppertal, der Deutschen Bahn, der Rheinbahn und des VRR teil. Das Ergebnis stimme hoffnungsfroh, fasste jetzt Udo Vogtländer (SPD), Vorsitzender der BV Gräfrath, auf ST-Anfrage zusammen. Der VRR würde sich an den Kosten eines behindertengerechten Vorplatzausbaus beteiligen, und die Bahn AG habe zugesagt, ihren Teil beizutragen. Das Wichtigste: Die Unternehmensgruppe Klees würde der Stadt Wuppertal die Umgestaltung vorfinanzieren. Und wenn alles klappt und wenn auch die für 2012 zu beantragenden Fördermittel des Landes fließen, dann könnte 2013 endlich der erste Solinger Bus bis zum Vohwinkler Bahnhof durchfahren. hpm

Das Ergebnis des „Runden Tisches“ wird am kommenden Dienstag ab 17 Uhr auch Thema auf der nächsten Sitzung der Bezirksvertretung Gräfrath in der Zentralfachschule der Deutschen Süßwarenwirtschaft, De-Leuw-Straße 3.

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