Nachbesserung

Burger entsetzt über „Flickenteppich“ auf Eschbachstraße

In Unterburg wird seit Donnerstag die Fahrbahn der frisch sanierten Ortsdurchfahrt ausgebessert.
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In Unterburg wird seit Donnerstag die Fahrbahn der frisch sanierten Ortsdurchfahrt ausgebessert.

Frisch sanierte Ortsdurchfahrt wird an mindestens 50 Stellen punktuell ausgebessert.

Solingen. Die Aufregung war am Donnerstag groß in Burg, als eine Spezialfirma Ausbesserungsarbeiten auf der frisch erneuerten Eschbachstraße in Angriff nahm. Auf einer Strecke von 400 Metern prangen jetzt rund 50 dunkle Asphaltflecken auf der Fahrbahndecke. Der Burger CDU-Ratsherr Carsten Voigt spricht von einem „Schildbürgerstreich“. Bezirksbürgermeister Paul Westeppe (CDU) beklagt, dass niemand vorab über die anstehenden Arbeiten informiert worden sei.

Im Rathaus bemüht man sich um Schadensbegrenzung. Stadtdirektor Hartmut Hoferichter sichert zu, dass die Flecken bis zum Jahresende nicht mehr zu erkennen sein sollen.

In der Unterburger Ortsdurchfahrt hatten die Technischen Betriebe (TBS) vor knapp drei Jahren die Fahrbahn zwischen Mühlendamm und Buswendeschleife sanieren lassen. Parallel dazu ließ der Wupperverband den Hochwasserschutz am direkt neben der Straße fließenden Eschbach erneuern.

Mit den Arbeiten im Bachbett hängen laut Stadtverwaltung auch die Schäden zusammen. Sie seien durch große Maschinen verursacht worden, die nach dem Fahrbahnausbau zum Einsatz gekommen seien. Die Stadt habe das betreffende Unternehmen gedrängt, die Schäden zu beseitigen, damit keine Flüssigkeit mehr in die Asphaltrisse eindringen könne.

Solingen: Über den Beginn der Arbeiten war nicht einmal das Rathaus informiert

Über den Beginn der Arbeiten habe das Unternehmen nicht einmal die Stadtverwaltung informiert. „Das hat bei mir und den Beteiligten in der Verwaltung großen Ärger ausgelöst“, erklärte Hoferichter und fügte hinzu, dass er den Unmut der Bürger vor Ort „gut nachvollziehen“ könne.

Fachtechnisch würden die Arbeiten aber „einwandfrei“ ausgeführt, versicherte der Stadtdirektor. Eingebaut werde ein spezieller Reparaturasphalt, wie er zum Beispiel auch auf Autobahnen verwendet werde. Nähte und Höhenunterschiede zur übrigen Fahrbahn entstünden dabei nicht.

Hoferichter sichert zu, dass sich die dunklen Asphaltflecken durch Befahren, Sonneneinstrahlung und Regen farblich der übrigen Fahrbahn anpassen würden. Er habe darauf bestanden, dass das Material möglichst schnell abgestreut werde, damit das flüssige Bitumen-Material binde und heller werde. Dies würden die TBS im Auge behalten.

CDU-Mann Voigt zeigte sich dennoch fassungslos. Auch wenn technisch alles einwandfrei sein mag, sei ein solcher „Flickenteppich“ gegenüber einer geschlossenen Asphaltdecke „bestimmt nicht besser“. Vor allem stört ihn aber das optische Erscheinungsbild. Er kündigte an, dass er die weitere Entwicklung genau verfolgen werde. Bezirksbürgermeister Westeppe gab zu bedenken, dass viel Geld in die Eschbachstraße investiert worden sei und dass man hoffe, dass die Fahrbahn möglichst lange halten werde. Hier hat Voigt Bedenken. Schließlich würden auch im normalen Verkehr schwere Fahrzeuge wie zum Beispiel die O-Busse über die Eschbachstraße rollen.

Die Arbeiten sollen nach Rathaus-Angaben am Freitag abgeschlossen werden.

Standpunkt: Erneutes Desaster

andreas.tews@solinger-tageblatt.de

Kommentar von Andreas Tews

Bei Neuigkeiten rund um die Eschbachstraße reagieren die Menschen vor Ort äußerst empfindlich. Das hat seine Gründe. Erstens: Die Burger mussten lange warten, bis ihre in die Jahre gekommene Ortsdurchfahrt erneuert wurde. Zweitens: Die Baustellenjahre haben den Anwohnern viel abverlangt. Drittens: Sie wurden schon einmal vor vollendete unliebsame Tatsachen gestellt. Erwähnt seien hier die umstrittenen Straßenlampen, die jetzt wohl wieder abgebaut werden müssen. Nach jetzigem Stand der Dinge ist auch die Unruhe um die Ausbesserungsarbeiten an der Fahrbahn in erster Linie auf ein Kommunikationsdesaster zurückzuführen. Dabei geht es nicht nur darum, die Öffentlichkeit über den Beginn der Arbeiten zu informieren. Das Rathaus hätte vor allem früher über die Art der bevorstehenden Arbeiten und die – offenbar nachlassenden – Folgen für das Erscheinungsbild der Straße informieren müssen. Und eines ist klar: Ob die Asphaltflecken tatsächlich im gewünschten Maß nachhellen, werden nicht nur die TBS im Auge behalten. Auch die Öffentlichkeit wird dies argwöhnisch verfolgen.

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