Bestattung

Bunte Blüten nehmen Urnengräbern die Tristesse

Die evangelische Pfarrerin Friederike Höroldt stellte unter anderem Vertretern der Solinger Bestattungshäuser die neue Grabanlage vor. Diese sei in ihrer Form in der Klingenstadt bislang einzigartig. Foto:
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Die evangelische Pfarrerin Friederike Höroldt stellte unter anderem Vertretern der Solinger Bestattungshäuser die neue Grabanlage vor. Diese sei in ihrer Form in der Klingenstadt bislang einzigartig.

Evangelische Kirche eröffnet „Garten der Hoffnung“ auf dem Friedhof Grünbaumstraße.

Von Jutta Schreiber-Lenz

Solingen. Zwischen blühenden Stauden in zwei Blumenrabatten sowie den Wurzeln von Zierkirsche und Blutpflaume können künftig Graburnen bestattet werden: In dieser Woche übergab Pfarrerin Friederike Höroldt das neu angelegte Grabareal auf dem Evangelischen Friedhof Grünbaumstraße offiziell seiner Bestimmung.

Es sei die erste derart gestaltete Anlage in Solingen, verriet sie den Gästen, darunter Bestatter Jost Saam, stellvertretend für seine Solinger Kollegen. Er habe schon Interessenten für diese neue Grabanlage, berichtete er nach einer kurzen Andacht von Friederike Höroldt. Aus seiner Sicht könnte diese Art der Bestattung eine echte Alternative zu den immer beliebter werdenden Wiesen-Reihengräbern werden, die häufig wegen des wegfallenden Pflegeaufwands gewählt würden – zum Beispiel von auswärts lebenden Angehörigen, überlegte er laut. Denn auch unter Bäumen sowie im Blumenbeet bestattet, fallen für Familie und Freunde der verstorbenen Person keine regelmäßigen Arbeiten an. Eine Grabplatte mit Inschrift ist im Preis enthalten – im Gegensatz zu den Wiesengräbern.

Rechts neben der Friedhofskapelle führt der Weg zu dem hübsch anzusehende Gräbergarten, der noch mit einer Bank zum Verweilen ausgestattet werden soll. Beginnend an einem großzügigen Rosenbogen führt ein gepflasterter Pfad an Beet und Rasen mit frisch gepflanzten Bäumen vorbei zum ehemaligen Turmkreuz der Stadtkirche. Das Sturmtief Kyrill hatte es 2007 von der Kirchturmspitze auf den Fronhof-Parkplatz geweht und trotz des tiefen Falls nicht zerstört. Seither war es an verschiedenen Orten eingelagert und hat nun auf dem „Garten der Hoffnung“, so der Name des Grabfeldes, seinen neuen Platz gefunden. Wie ein großer Engel scheinen die grünen Balken mit Patina als segnende Arme den Ort zu behüten.

Pflanzen wurden nach Bienenfreundlichkeit ausgewählt

„Unsere Mitarbeitenden haben hier im Sinne Jesu einen besonderen Platz geschaffen“, sagte Friederike Höroldt. Da-bei wurde darauf geachtet, Pflanzen auszuwählen, die nicht nur hübsch und so robust sind, dass sie mehrfaches Ein- und Ausgraben tolerieren, sondern auch bienenfreundlich. „Wir freuen uns, dass wir mit dieser Gemeinschaftsgrabanlage Menschen einen pflegefreien und gleichzeitig besonders gestalteten letzten Ruheort bieten können“, fasste die Pfarrerin das Anliegen des „Gartens der Hoffnung“ zusammen.

32 von insgesamt 80 Urnengräbern befinden sich unter vier Bäumen. Die anderen verteilen sich in den beiden großzügigen Beeten. Die Nutzungszeit läuft über 20 Jahre. Dafür wird eine Nutzungsgebühr von 2014,60 Euro erhoben, in der die gärtnerische Pflege der Anlage sowie die Namensplatte neben den Bäumen beziehungsweise die Namensplakette auf der Natursteinstele im Beet enthalten ist.

Grabpflege

Kolumbarien und Wiesengräber sind für Hinterbliebene einfacher zu pflegen, werden aber mitunter als zu schmucklos empfunden. Grabanlagen wie der „Garten der Hoffnung“ könnten eine Alternative darstellen.

www.friedhöfe-solingen.de

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