Theaterumfeld

Bunker am Theater weicht Grünfläche

Der Bunker soll weg ,eine Grünfläche entstehen. Das ist möglich, wird gerade kalkuliert. Fotos: Christian Beier
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Der Bunker soll weg ,eine Grünfläche entstehen. Das ist möglich, wird gerade kalkuliert.

Das Relikt aus dem Zweiten Weltkrieg kann doch entfernt werden. Die Stadt kalkuliert das gerade. Theaterumfeld ist vor Fertigstellung.

Von Philipp Müller

Hans Knopper, Hartmut Hoferichter, Markus Lütke Lordemann und Artur Pach im neuen Theater-Atrium.

Er stört die Optik. Der Bunker aus dem Zweiten Weltkrieg vor dem Theater und Konzerthaus soll deshalb weg. Gestern erklärte Artur Pach, der Leiter des städtischen Ingenieurbüros Grünflächen und Landschaftsplanung, der massive Bau bestehe doch nicht aus Spannbeton. Das hätte einen Abriss fast unmöglich gemacht. Tatsächlich bestehe der Bunker aus einem zweireihigen Ziegelgewölbe. Das sei leichter abzureißen, die Trümmer könnten im Bunker verschwinden. Darüber entstehe dann die ursprünglich geplante Grünfläche. Das werde man jetzt auf den Cent genau kalkulieren und im September dem Planungsausschuss und dem Rat zur Entscheidung vorlegen, ergänzte Stadtdirektor und Baudezernent Hartmut Hoferichter (parteilos).

Der Umbau des Theaterumfelds steht kurz vor der Fertigstellung zum Beginn der Spielzeit im September, versicherte Pach. Stadtentwickler Markus Lütke Lordemann erklärte, dass man nicht ganz im Kostenrahmen geblieben sei. Zwar sei der Aufzug im Atrium, der diese Woche endlich in Betrieb ging, wie zuletzt geplant knapp 340 000 Euro teuer geworden. Aber im Umfeld habe man nach der Bürgerbeteiligung den Wunsch umgesetzt, eine barrierefreie Rampe von den Theaterparkplätzen zur Frontseite des Theater und Konzerthauses zu schaffen. Am Ende kosteten Atrium Aufzug und Theaterumfeld wohl 850 000 Euro, maximal 900 000 Euro, berichtete der Leiter der Stadtentwicklungsplanung.

Standpunkt von Philipp Müller

Dem falle zunächst der geplante Skulpturen-Park auf der Burgstraße zum Opfer. Das bedauerte Hausherr Hans Knopper, aber für „unsere älteren Besucher ist die Frage viel wichtiger: Wie komme ich sicher ins Theater?“ Die Umsetzung künstlerischer Ideen sei damit aber nicht vom Tisch. In enger Abstimmung wollen Lütke Lordemann und Pach das im kommenden Jahr angehen, dabei auch Ideen aufgreifen, Werke von Jan Boomers zu integrieren. Sein Sohn hatte dies im Frühjahr vorgeschlagen.

Zwischen Theater und Rathaus entstanden neue, freie Sichtachsen

Der Umbau des Theaterumfelds ist Teil des Programms „Soziale Stadt – Nordstadt“ (» Kasten). 80 Prozent der Kosten trägt das Land. Ziel am Theater sei es gewesen, zusammen mit der neu gestalteten Konrad-Adenauer-Straße das „Tor zur Innenstadt“ aufzuwerten. Nicht nur Knopper findet, das sei hervorragend gelungen: „Es entstehen völlig neue und sehr freie Sichtachsen.“ Plätze zum Verweilen, Aktionsflächen für Außenveranstaltungen und Grünflächen ergänzen sich zu einem neuen Landschafts-Ensemble, dass das Haus stärker wirken lässt. Daher soll dieses bei besonderen Anlässen auch bunt beleuchtet werden. „Solche Technik besitzen wir. Auf den Flächen sind entsprechende Stromleitungen gelegt“, erläuterte Knopper.

SOZIALE STADT

NORDSTADT Seit 2007 wird der Umbau im Bereich rund ums Rathaus und Theater gefördert. Umgestaltet wird die Nordstadt auf der Grundlage eines Integrierten Handlungskonzeptes, das 2005 erstellt und vom Stadtrat beschlossen wurde. Eine der Baumaßnahme ist auch die fast fertige Sanierung der Konrad-Adenauer-Straße.

Auch Baudezernent Hoferichter ist mit dem Ergebnis sichtlich zufrieden. Er lobte zudem das renovierte Atrium. Dort steht nicht nur der neue Aufzug, der Erdgeschoss und erste Etage verbindet. Dort wurde der Brunnen, der völlig marode gewesen sei, entfernt. „Er war auch zu laut in dem engen Gemäuer“, sagte Knopper. Sitzgelegenheiten wurden geschaffen. Für Konzerte und Aufführungen kann das Atrium leicht zum Freilufttheater umgebaut werden. Möglichkeiten, die Knopper schnell nutzen will. Mit dem Aufzug sei das Haus jetzt fast komplett barrierefrei. „Nur der obere Rang im Pina-Bausch-Saal ist weiter nur über Treppen zu erreichen.“ Im Haus selbst wird über den Sommer noch die Toilettenanlage erneuert, so dass das Haus mit der neuen Spielzeit ein modernes Gesicht bekomme.

Dieser moderne, frische Eindruck gelte auch für das Außengelände und den Bereich bis hinüber zum Rathaus, empfindet Lütke Lordemann. Die Architekten und Gartenbauer hätten gute Arbeit geleistet. Pach hofft jetzt auf einige feuchtere Tage, denn der gesäte Rasen müsse sprießen.

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