Pandemie

Bürgertests: Nachfrage an Solinger Teststellen ist gering

Selbst- und Bürgertest gehören zum täglichen Ritual. Archivfoto: cb
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Selbst- und Bürgertest gehören zum täglichen Ritual. Archivfoto: cb

Der vergleichsweise niedrige Wert in Solingen kann viele Ursachen haben. Eine Statistik zu PCR-Tests auf kommunaler Ebene fehlt.

Von Björn Boch

Solingen. In Solingen ist die Nachfrage nach den sogenannten Bürgertests im Vergleich zu den direkten Nachbarstädten gering. Das geht aus Zahlen hervor, die das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales (MAGS) auf Anfrage des Tageblatts zur Verfügung gestellt hat.

Demnach wurden von der ersten bis zur siebten Kalenderwoche 2022 (Stichtag: 18. Februar) an Teststellen in der Klingenstadt statistisch gesehen weniger als zwei Tests (1,96) pro Einwohner durchgeführt. In Wuppertal waren es 2,54, in Remscheid sogar 2,71. Spitzenreiter in der Region ist Düsseldorf mit 3,6.

Bürgertests im Vergleich

Das bedeutet allerdings nicht automatisch, dass die Solinger testfaul wären. Denn die Zahlen beziehen sich auf den Ort der Testungen, nicht auf den Wohnort der Getesteten – ähnlich wie bei Impfungen, bei denen zwar die Postleitzahl der impfenden Stelle erfasst wird, nicht allerdings der Wohnort der geimpften Person.

Die unterschiedliche Zahl von Bürgertestungen könne „mannigfaltige, sich gegenseitig bedingende Ursachen“ haben, heißt es aus dem MAGS. „Denkbar – um nur einige Ursachen zu nennen – sind unterschiedliche Teststrukturen, zahlreiche Auspendler, die an ihrem Arbeitsort Testungen vornehmen – oder ein hoher Anteil an Personen, die sich auf der Arbeitsstelle testen und diesen Test im Rahmen der 2G-Plus-Regelungen dort bestätigen lassen“, so Sprecher Heiko Haffmans. Ebenso ursächlich könnten viele geboosterte oder frisch genesene Personen sein, die keine Tests für die Teilnahme an 2G-Plus-Veranstaltungen vornehmen mussten oder müssen.

„Wir haben keine belastbaren Daten zur Zahl der PCR-Tests.“

Daniel Hadrys, Stadtsprecher

Auch ein hoher Anteil von Menschen in Isolation oder Quarantäne bei hohen Infektionszahlen könne eine Rolle spielen. Oft werden Tests zudem in unmittelbarer Nähe des Anlasses gemacht, für den sie gebraucht werden, etwa vor einem Konzert: Dafür sprechen, neben der Arbeitsplatz-Hypothese, die hohen Testzahlen in Düsseldorf oder Köln. Kaum ursächlich dürfte das Angebot an Teststellen in Solingen sein – denn die Zahl ist laut Stadt von 58 Anfang November 2021 auf 68 rund um Weihnachten auf derzeit 77 immer weiter angestiegen.

Vergleichbare Daten zu PCR-Tests auf Kreisebene scheint es dagegen nicht zu geben. Der Verein Akkreditierte Labore in der Medizin (ALM) veröffentlicht lediglich die Zahlen für ganz NRW – auch dem Robert-Koch-Institut sind keine Zahlen auf kommunaler Ebene bekannt, heißt es auf Nachfrage. Das MAGS verweist an die Kommunen. Doch auch dort: Fehlanzeige. „Wir haben keine belastbaren Daten zur Zahl der durchgeführten PCR-Tests“, erklärt Solingens Stadtsprecher Daniel Hadrys.

Zwar lägen nach wie vor die PCR-Testzahlen aus Bethanien vor, allerdings nicht von anderen großen Testzentren. Das schränke die Aussagekraft stark ein. Hadrys: „Formal müssen wir diese Daten nicht weitermelden. Sie wären sicher interessant, das ist aber eine Ressourcenabwägung bei uns und bei den Teststellen.“ Dazu kommen bei PCR-Tests auch Ärztinnen und Ärzte, die Tests aus ihren Praxen direkt an eines der ALM-Labore geben. Die Bürgertests werden dagegen erfasst, weil jede Teststelle, die Geld erhalten will, die Zahl der durchgeführten Tests ans Land melden muss.

Ersichtlich wird aus den NRW-Werten immerhin, dass die Anzahl der PCR-Tests zurückgeht. Die meisten Tests 2022 gab es in der dritten Woche des Jahres (809 375), in der sechsten Woche waren es noch 658 869. Der Laborverein ALM sprach dementsprechend von einer „gewissen Entlastung der Labore“, gab aber noch keine Entwarnung.

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