Bürgerenergie will mehr Solarstrom

Uwe Asbach (von links), Horst Berg und Ingeborg Friege von der Bürgerenergie wollen Strom im Bärenloch produzieren. Foto: Christian Beier
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Uwe Asbach (von links), Horst Berg und Ingeborg Friege von der Bürgerenergie wollen Strom im Bärenloch produzieren. Foto: Christian Beier

Genossenschaft sucht den Dialog mit den politischen Parteien

Von Philipp Müller

Solingen. Wie halten es die Parteien, die zur Kommunalwahl am 13. September antreten, eigentlich mit der Photovoltaik? Das will die Bürgerenergie Solingen wissen und hat dazu ein Thesen- und Fragenpapier an die Kandidaten verschickt. Die Antworten werde es rechtzeitig vor der Wahl geben, versichern Ingeborg Friege, Horst Berg und Uwe Asbach vom Vorstand der Genossenschaft. Zugleich will die Bewegung für mehr Solarstrom das Angebot ausbauen. So ist eine Idee, Teile der Anlage Bärenloch für die Gewinnung von Solarstrom so umzubauen, dass man sie dafür nutzen kann.

Im Dschungel der Gesetze und Verordnungen rund um Erneuerbare Energien tritt die Bürgerenergie mit ihren rund 300 Mitgliedern zunächst einmal ehrenamtlich auf den Plan. Sie entwickelt die Ideen, wie Haushalte und Firmen mit Solarkollektoren auf dem Dach Strom erzeugen können. Die Bürgerenergie betreibt die Anlagen oft selbst oder vermietet sie an die Nutzer.

Doch das sei natürlich noch stark ausbaufähig, betont der Vorstand. „Gerade das Modell der Vermietung der Anlagen an Firmen kommt gut an“, berichtet Ingeborg Friege. Doch eine Zahl mache deutlich, wo man stehe. Die Bürgerenergie produziere lediglich 0,1 Prozent des Stroms, den die Stadtwerke Solingen pro Jahr verkaufe.

„Die städtischen Gebäude sollten klimaneutral sein.“

Uwe Asbach, Bürgerenergie

Die Stadt müsse einen eigenen Ansprechpartner für Solar-Themen benennen, fordert daher Horst Berg. Das sei auch eins der Themen, mit denen die Parteien konfrontiert worden seien. Man arbeite mit Stadt und Stadtwerke aber gut zusammen, ergänzt Friege, doch da gehe eben noch viel mehr als bisher.

So fordert die Genossenschaft auch, dass die Stadt bei der Sanierung ihrer Gebäude das Thema Solarstrom stärker beachte und fördere. Das sei vor dem Hintergrund der Nachhaltigkeitsstrategie der Stadt eigentlich Pflichtaufgabe, erklärt Asbach. „Die städtischen Gebäude sind mit dem Geld der Bürger gebaut worden und sollten klimaneutral sein“, formuliert er als Zielvorgabe. Da helfe die Bürgerenergie-Genossenschaft gerne, die Energiewende zu schaffen.

Von der Effektivität ihres Angebots sind sie überzeugt. So habe man eine Modellanlage mit dem Spar- und Bauverein gebaut. Die Baugenossenschaft sei vom Ergebnis so überzeugt gewesen, dass sie nun alleine auf Solarstrom für ihre Gebäude setze. Ingeborg Friege führt auch an, dass die Stadt nicht untätig sei. So laufe bereits seit Juni auf dem Friedrich-List-Berufskolleg eine Anlage, die 82,6 Kilowatt Strom liefere. Daher sei die Forderung nach einer systematischen Prüfung der öffentlichen Gebäude für die Nutzung von Photovoltaik notwendig.

Richtig sinnvoll seien auch große Anlagen, betonen die drei Vorstandsmitglieder. Daher fordert die Genossenschaft Mut für neue Ideen. „Man kann auch einmal überlegen, eine größere Solaranlage am Freizeitpark Bärenloch zu errichten“, sagt Friege. Das schaffe die Bürgerenergie aber nicht alleine. Die Stadt müsse das mittragen und das Grundstück und die Fläche dafür dann vorbereiten, damit eine Anlage wirtschaftlich aufgebaut und betrieben werden könne.

Bürgerenergie

Genossenschaft: Die Bürgerenergie Solingen wurde vor sechs Jahren gegründet. Mittlerweile hat die Genossenschaft fast 300 Mitglieder, die mehr als 500 000 Euro Kapital aufgebracht haben.

Bilanz: Bisher wurden in Solingen 11 Solaranlagen gebaut, die jährlich rund 450 000 Kilowattstunden Strom erzeugen. Damit werden rund 275 000 Kilogramm CO2 pro Jahr eingespart. Der Strom reicht rechnerisch aus, um etwa 150 Solinger Haushalte zu versorgen.

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