Mitte und Höhscheid

Bürgerbüros in Solingen haben wieder Termine frei

Stadtdienstleiter Dirk May freut sich, dass die Anliegen der Bürger jetzt wieder schneller bearbeitet werden können. Foto: Tim Oelbermann
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Stadtdienstleiter Dirk May freut sich, dass die Anliegen der Bürger jetzt wieder schneller bearbeitet werden können.

Solinger ärgerten sich zuletzt über lange Wartezeiten – das soll sich nun ändern

Von Kristin Dowe

Solingen. Nachdem die Solinger zuletzt mehrere Wochen Wartezeit beim Bürgerbüro in Kauf nehmen mussten, um beispielsweise einen neuen Personalausweis zu beantragen, bieten die Anlaufstellen in Mitte und Höhscheid jetzt wieder deutlich mehr Termine an. Die Anliegen können jetzt oftmals noch am gleichen Tag bearbeitet werden. Möglich ist dies vor allem wieder, weil am Dienstag eine arbeitsschutzrechtliche Auflage für die Bürgerbüros entfiel, die zuvor zu erheblichen Verzögerungen geführt hatte.

„Da die Inzidenzzahlen zuletzt stark gesunken sind, dürfen die Mitarbeiter jetzt auch nur mit einer einfachen, medizinischen Maske arbeiten, die keine längeren Pausenzeiten erfordert“, erklärt Dirk May, Leiter des Stadtdienstes Bürgerservice, Sicherheit und Ordnung. Das wirke sich entscheidend auf die Terminkapazitäten der Bürgerbüros aus. Da die Beschäftigten bis zuletzt FFP2-Masken im Kundenverkehr tragen mussten, waren nach einer arbeitschutzrechtlichen Auflage bislang häufige Pausenzeiten vorgeschrieben. Dies führte zu erheblich längeren Bearbeitungszeiten, so dass die Solinger teilweise bis zu sechs Wochen auf einen Termin warten mussten. Während der Corona-Zeit habe das Team circa 30 Prozent weniger Termine als im regulären Betrieb anbieten können, erläutert Dirk May. „Jetzt können wir das Zeitfenster wieder komplett öffnen.“

Ebenfalls zur Entlastung trage bei, dass ein Großteil des Personals schon geimpft sei und in der Vergangenheit ausreichend Schutzvorkehrungen – etwa in Form von Trennscheiben – getroffen wurden. „Unser Ziel ist es, bald wieder im Tagesbetrieb zu arbeiten, so dass eine vorherige Terminvereinbarung nicht mehr notwendig ist“, hofft der Stadtdienstleiter. Aber auch schon in den kommenden drei Wochen bis zu den Sommerferien würden wieder Terminkapazitäten frei.

Neben den wegen der FFP2-Masken vorgeschriebenen Pausen hätten in der Pandemie auch andere Faktoren zu längeren Wartezeiten geführt. „Wir hatten öfters einen höheren Krankenstand und immer mal wieder Mitarbeiter, die sich in Quarantäne begeben mussten. Gleichzeitig mussten vermehrt Kolleginnen und Kollegen Sonderurlaub beantragen, um zu Hause ihre Kinder betreuen zu können. Wenn ein Kollege 25 Termine pro Tag macht und dann beispielsweise eine Woche fehlt, macht sich das schon bemerkbar.“

Jetzt, wo die Kitas und Schulen wieder geöffnet sind, erwarte er eine Entspannung der Situation. „Ohne Corona wären wir gut im Fluss gewesen.“ An beiden Standorten sind laut Dirk May jeweils zehn Sachbearbeiter beschäftigt, von denen acht „im Vorlauf“ Termine bearbeiten und zwei weitere optional zugeschaltet werden, wenn es keine krankheitsbedingten Ausfälle gibt.

Derweil soll es auch im aktuell geschlossenen Bürgerbüro an der Kieler Straße in Ohligs weitergehen. Weil die Räumlichkeiten nicht mit den Hygienemaßnahmen vereinbar waren, hatte die Stadt diese Zweigstelle im März vergangenen Jahres vorübergehend geschlossen. May: „Der Betrieb soll in Kürze, spätestens bis Ende des Jahres, wieder aufgenommen werden.“

Eine Kfz-Anmeldung sei ausschließlich im Bürgerbüro an der Gasstraße in Höhscheid möglich. „Wenn es eilig ist, kann man auch einen der Zulassungsdienste beauftragen, die sich dann um die Formalitäten kümmern. Das kann eine Zeitersparnis sein“, rät May. Generell sollten Termine nach Möglichkeit online vereinbart werden, weil die Leitungen des Bergischen Servicecenters wegen der vielen Anfragen zur Corona-Pandemie zuletzt häufig überlastet waren.

Solingen: Zahl der Anrufe im Servicecenter hat sich 2020 mehr als verdoppelt

Mit diesem Thema beschäftigt sich am Donnerstag auch der Finanzausschuss. Wegen des hohen Anrufaufkommens muss die Stadt 510 000 Euro zusätzlich für das Bergische Servicecenter bereitstellen. Die von der Stadt Wuppertal betriebene Einrichtung wird von den drei bergischen Großstädten gemeinsam genutzt. Im von der Pandemie geprägten Jahr 2020 hat sich die Zahl der Solinger Anrufe auf 367 000 gegenüber rund 162 000 Anrufen im Vorjahr mehr als verdoppelt. Darum muss Solingen mehr bezahlen.

Termine

Bis der reguläre Betrieb wieder aufgenommen wird, werden die Bürgerinnen und Bürger gebeten, ihre Termine vorzugsweise online zu buchen. Über das Bergische Servicecenter Tel. (0212) 290-0 sowie über die Solingen-App ist es aber auch möglich. Online-Buchung:

termin.solingen.de

Standpunkt

kristin.dowe@solinger-tageblatt.de

Kommentar von Kristin Dowe

Wohl die meisten Menschen empfinden Behördengänge eher als lästige Pflicht denn als Leidenschaft. Natürlich ist es ärgerlich, wenn ein Termin dann erst in einigen Wochen möglich ist und die Bearbeitungszeit sich in die Länge zieht. Den Beschäftigten in den Solinger Bürgerbüros war dieser missliche Zustand aber nicht anzulasten, sie verdienen Verständnis. Denn wie viele private Unternehmen sahen sich auch die öffentlichen Einrichtungen mehr als ein Jahr lang mit einer nie gekannten Ausnahmesituation durch die Corona-Pandemie konfrontiert. Dafür hat das Team um Dirk May die Herausforderungen gut bewältigt, zumal die Bürgerbüros auch während der Pandemie – bis auf die Anlaufstelle in Ohligs, die aus räumlichen Gründen geschlossen blieb – soweit durchgängig geöffnet waren. Da die Inzidenzzahlen nun sinken und die Situation sich weiter zu entspannen scheint, ist Besserung in Sicht. Ein Blick auf die Online-Terminbuchung zeigt etwa, dass schon jetzt deutlich mehr Termine freigeworden sind – ein großer Vorteil für die Urlaubsplanung. Das ist ein positives Signal.

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