Bühnenstück thematisiert Nähe, Tod und Realitätsverlust

Theaterprojekt macht Station in St. Reinoldi Rupelrath

Von Susan Jörges

Glauben heißt, an Gottes Seite auf das Gute im Leben zu vertrauen. Glaube schützt jedoch nicht vor Krankheit, Tod und Unglück – diese schmerzliche Erfahrung muss Pastor Kay Sieder im Theaterstück „Dem Nebel so nah“ machen. Am Sonntagabend machte das Projekt „Theater zum Einsteigen“ (TZE) Station in der Christuskirche der evangelischen Kirchengemeinde St. Reinoldi in Rupelrath, bereits zum dritten Mal nach 2016 und 2019. Neun talentierte Gemeindemitglieder, vorwiegend aus der Freien evangelischen Gemeinde Haan, studierten mit TZE-Produzent Ewald Landgraf das Stück ein, welches dieser für Theater in Corona-Zeiten geschrieben hatte.

Protagonist Kay hat eine Berührungsphobie, die 1,5 Meter-Abstandsregeln, die in manchen Bundesländern vor der 3G-Regelung auch auf Bühnen eingehalten werden mussten, kamen ihm gelegen: „Ich hatte kein solches Stück und war dankbar, dass mir dann die Idee zu ‚Im Nebel so nah‘ kam“, erzählt Landgraf.

Das Stück will den Zuschauern Impulse geben

Seit Kay bei einem Autounfall seine Frau und Tochter verloren hat, verschließt er die Augen vor der Realität und kann keine Nähe mehr zulassen, Nebel versperrt ihm die Sicht. Er will den Tod seiner Familie nicht wahrhaben, denn in seinem Glauben ist für Schicksalsschläge wie diese keinen Platz. Erst seine Schwester und eine befreundete Pfarrerin können ihn davon überzeugen, dass Christ sein nicht bedeutet, von Unglück befreit zu sein, Gottes Zuspruch ihm jedoch helfen kann, diese Zeit durchzustehen. So lichtet sich für Kay der Nebel.

„Mit unserem Stück wollen wir den Zuschauern Impulse geben, ihren Glauben zu reflektieren“, sagt Carsten Butz, der die Rolle des Kay verkörpert und sich seit mehr als 15 Jahren in Theaterprojekten engagiert. Für die 23-jährige Linda Gosger aus der Solinger Gemeinde St. Reinoldi war es hingegen der erste Auftritt mit der TZE-Gruppe: „Wir sind ein großartiges Team.“

Seit 2004 zieht Ewald Landgraf mit seinem Projekt durch ganz Deutschland und studiert mit einem Team aus Mitgliedern verschiedener Gemeinden selbstgeschriebene, unterhaltsame Bühnenstücke ein, die mehrere Abende in Folge in der jeweiligen Region zu sehen sind. Über 800 Auftritte konnten bisher umgesetzt werden. Fragen des Lebens aus christlicher Perspektive werden beleuchtet und sollen dem Publikum eine Botschaft oder ein „Stück vom Stück“, wie es Landgraf am Sonntagabend umschrieb, mit auf den Weg geben.

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