Bücher erzählen Schicksale und Geschichten

Die Adventszeit ist ideal, um mal wieder ein Buch zu lesen. Solinger Autoren haben da einiges zu bieten. Foto: Tim Oelbermann
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Die Adventszeit ist ideal, um mal wieder ein Buch zu lesen. Solinger Autoren haben da einiges zu bieten. Foto: Tim Oelbermann

Solinger Schriftsteller bieten Lesestoff für die Adventszeit

Von Philipp Müller

Kulturbetriebe bleiben weiter geschlossen. Da ist es eine gute Zeit, sich wieder einmal ein Buch zu schnappen. Dazu heute eine kleine Vorschlagsliste mit Büchern, die Solinger Schriftstellerinnen und Autoren verfasst haben. Vielleicht ist für die Tageblatt-Leser ja etwas für die kommende Adventszeit dabei. Die Bücher sollten über den Solinger Buchhandel zu erhalten sein, wenn nichts anderes vermerkt wird. Ein Teil der Bücher ist auch als E-Book erschienen.

Freundschaft bestimmt das Leben: Jetta Heinen legte in diesem Jahr bereits ihren zweiten Roman vor. Die junge Solingerin hatte 2018 ihr Debüt mit „Grüß Göttin“, einem Buch über eine zufällige Begegnung in einem Zug und einer daraus wachsenden Beziehung. Im neuen Roman „Ich wünschte, wir wären noch Freunde“ nimmt sie ihre Leser mit auf die Reise in eine Freundschaft von fünf Freunden, die durch den Tod eines der Freunde auf eine Belastungsprobe gestellt wird. Das Leitthema des Buchs fasst die Autorin dazu im Vorwort zusammen: „Freundschaft hebt dich in die Luft. Sie ist dein Flügel und dein Wind. Dein Segel auf der See. Sie ist manchmal leise und manchmal laut. Sie ist alt und jung, fest und lose, aber sie ist da.“ Am Ende steht eine Geschichte darüber, in der Heinen mit ihren Figuren untersucht, wie uns alte Freunde in unserem gegenwärtigen Leben prägen und wie es dabei ist, wenn man sich nach einer Ewigkeit wiedersieht. Jetta Heinen, „Ich wünschte, wir wären noch Freunde“, 208 Seiten, Verlag Books on Demand, ISBN-13: 978-3750407411

Entführung in die Welt der Fantasie: Eine zweite Solinger Autorin, die heute vorgestellt wird, ist Nini Schlicht. Sie hat einen Roman vorgelegt, der eine Mischung aus anfänglichem Krimi ist, eine Liebesgeschichte ist und zugleich ein Fantasy-Roman. Die Heldin Amelie wird entführt, der Entführer erzählt von seinem Geheimnis. Beide zieht das scheinbar magnetisch an und stößt ab. Natürlich gewinnt die Liebe und ein Wettlauf gegen die böse Welt der Vampire entspannt sich. Nini Schlicht schreibt bereits seit vielen Jahren Gedichte und Kurzgeschichten. Nini Schlicht, „Amelie“, 371 Seiten, Tribus Verlag, ISBN-13: 978-3752999068

Flucht aus Burundi: Neues Leben beginnt in Solingen: 1994 kommt Ildephonse Nkurunziza nach Solingen. Er flüchtete damals vor dem Bürgerkrieg in Burundi. Sein Buch „Das Leben ist manchmal mysteriös“ ist aus Sicht eines Geflüchteten zugleich auch eine Auseinandersetzung mit dem christlichen Glauben und wie dieser helfen kann, sich in der neuen Umgebung zurechtzufinden.

Ildephonse Nkurunziza, „Das Leben ist manchmal mysteriös“, Selbstverlag, erhältlich in der Buchhandlung Jahn in Ohligs.

Reise in die mythische Welt der Kelten: Saga Greenwood aus Solingen legt gerne Bücher vor, die oft einen Bezug zu den mythischen Welten und Sagen der Kelten streifen oder sogar in den Mittelpunkt stellt. So auch im jüngsten Roman, in dem Alan erfährt er, dass er ein Traviandantus ist, ein Zwischenwanderer, der die seltene Gabe besitzt, zwischen der Menschenwelt und der Anderwelt mit all ihren Elfen- und Sagenwesen hin und her zu wandern. Saga Greenwood, „Der Traviandantus und das goldene Medaillon“, 316 Seiten, custos verlag, ISBN 978-3-943195-24-8

Link serviert kulinarische Anekdoten: Rezepte bietet das neue Buch „Das Bergische Land: Kulturelles und Kurioses rund ums Kulinarische“ von Olaf Link nicht. Der Autor bleibt sich seinem Stil treu und bietet vielmehr ein Füllhorn an Anekdoten, die Speis und Trank streifen. Wenn beim Leser trotzdem Hunger auf Spezialitäten aus dem Bergischen entsteht, ist das auch so gewollt. Und Link will auch Hunger auf mehr seiner Bücher mit allerlei kuriosem Wissen über unsere Heimat machen. Denn der Heimatforscher ist ein Vielschreiber und hat bereits ganz unterschiedliche Gattungen der Literatur zum Bergischen vorgelegt. Olaf Link wird schon im Dezember ein neues Buch vorstellen. Mit dem Solinger Stadtführer und ehemaligen Bezirksbürgermeister Axel Birkenbeul hat er sich der Stadtgeschichte gewidmet. Unter dem Titel „Zu Gast in Solingen“ geht es um Gaststätten und Hotels in alten Fotografien. Dazu haben die beiden Autoren auch Geschichte und Geschichten zu den Lokalitäten zusammengetragen. Olaf Link, „Das Bergische Land: Kulturelles und Kurioses rund ums Kulinarische“, 168 Seiten, Verlag Bücken & Sulzer, ISBN: 978-3-947438-21-1

Eine Zeitreise ins Solingen im Jahr 1943: Annette Oppenlander hatte im vergangenen Jahr ein vielbeachtetes Buch unter dem Titel „Vaterland, wo bist du?“ geschrieben. Es war ein Tatsachenroman, der auf den Erlebnissen ihres Vaters in den letzten Jahren des Zweiten Weltkriegs beruht. Das Bombardement im November 1944 kam vor, der Einzug des Vaters in die Wehrmacht in den letzten Kriegstagen und die bleierne Zeit danach. In diesem Jahr hat die Autorin, die lange in den USA lebte und dort die Schriftstellerei studierte, einen weiteren historischen Roman geschrieben. „Erzwungene Wege“ heißt er. Thematisch wird wieder aus der Sicht aus Solingen erzählt. Im Mittelpunkt steht die Kinderlandverschickung. Ganze Schulklassen wurden vor den nahenden Bombern der Alliierten Luftstreitkräfte in Richtung östliche Reichsgebiete verschickt. Die Schicksale von Peter, der nach Pommern kam, und Hilda, die in ein bayerisches Kloster gebracht wurde, hat Oppenlander anhand von Zeitzeugenberichten entwickelt. Im Stil bleibt sie sich treu, erzählt mit Tempo, vielen Dialogen und spannend. Zugleich ist die Bildsprache der Texte gewaltig. Oppenlander hat auch einen Roman veröffentlicht, der die historische Zeitreise im Mittelalter über ein Computerspiel thematisiert. Titel: „Immer der Fremdling: Die Rache des Grafen“. Plötzlich sitzt der Held des Romans, Max Andersen, im mittelalterlichen Thüringen fest, unvorbereitet und ahnungslos. Es ist das Jahr 1471.

Annette Oppenlander, „Erzwungene Wege“, 376 Seiten, ISBN: 978-9-463983-08-2

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