Buch schildert den Alltag eines Krankenhausarztes

Dr. Gerd Sodtke arbeitete auch in Solinger Krankenhäusern. Foto: Christian Beier
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Dr. Gerd Sodtke arbeitete auch in Solinger Krankenhäusern.

Dr. Gerd Sodtke legt gesammelte Kurzgeschichten über Symptome, Diagnosen und Schicksale vor

Von Jutta Schreiber-Lenz

„Licht und Schatten – der Alltag eines Krankenhausarztes“ ist der Titel der 27 Kurzgeschichten, die der Solinger Dr. Gerd Sodtke nun in einem Buch vorstellt. Es sei kein Zufall, dass bei der grafischen Gestaltung des Umschlags die Schrift „Schatten“ auch noch ein bisschen des hellen Gelb abbekommen habe, in der die Buchstaben „Licht“ daherkommen, sagt der seit 2016 im Ruhestand lebende, überzeugte Klinik- Arzt.

Unterm Strich erinnere er sich an mehr Behandlungserfolge und Freude über Genesungen als an Niederlagen im Kampf um Patienten, die ihm nach wie vor schwer auf der Seele lasten. Erfreulich war etwa die Geschichte der jungen Patientin, die er trotz fortgeschrittener Eileiterschwangerschaft retten konnte. Oder ein Bankdirektor, den er im Einsatz als Notarzt auf einer großen Straßenkreuzung reanimiert hat.

Auf 500 Seiten blickt der Facharzt für innere Medizin, präzise und dennoch in leichter Erzählweise auf seine 37-jährige Tätigkeit in mehreren Kliniken der Umgebung zurück, darunter auch zwei Solinger Häuser. „Erfüllend, belastend und zugleich spannend“ habe er seinen Beruf empfunden, sagt der Mediziner, der in seiner Freizeit gerne in der Natur ist, sei es bei der Gartenarbeit oder beim Wandern. Tatsächlich spricht er gerne von Berufung. Nacht-, Hintergrund- und Wochenenddienste waren für ihn immer selbstverständlich. „Arzt zu sein, bestimmt das ganze Leben – das ist nichts, was man nach Dienstschluss abstreift.“ Im Mittelpunkt seines Strebens stand immer das Wohl der Patienten, für die er häufig geradezu kriminalistische Energien aufwenden musste, wenn es darum ging, nicht offensichtliche Erkrankungen aufzudecken. Zunehmend half dabei die sich immer weiter entwickelnde Diagnosetechnik. Sodtke will mit seinen Erinnerungen keine Autobiografie vorlegen, sondern Patientenschicksale darstellen und über die Darstellung seines Blickwinkels als Arzt dazu beitragen, Scheu vor der Institution Krankenhaus zu nehmen. „Vielleicht finden auch junge Menschen durch meine Geschichten Gefallen am Arztberuf, weil sie auf der Suche nach einer durch und durch sinnvollen Lebensaufgabe sind.“

Das Buch ist erschienen im Novum-Verlag und ist im Buchhandel für 27,10 Euro erhältlich.

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