Konzert

Bravorufe für Juan Peréz Floristán

Fesselndes Konzert in der Reihe „Junge Pianisten Elite“ im Kunstmuseum.

Von Sven Karasch

Am Sonntagabend erlebten rund 100 Zuhörerinnen und Zuhörer ein sehr besonderes Konzert im Kunstmuseum Solingen. Im Rahmen der Reihe „Junge Pianisten Elite“ nahm der spanische Pianist Juan Peréz Floristán am Steinway-Flügel im Meistermann-Saal Platz. Er trat anstelle der russisch-armenischen Pianistin Eva Gevorgyan auf, für die vor dem Hintergrund der aktuellen politischen Situation eine Anreise aus Russland nicht möglich war. Ihr Auftritt wurde auf den September 2022 verschoben.

Den Anfang machte der 1993 in Sevilla geborene Juan Peréz Floristán mit den „24 Préludes op. 28“ von Frédéric Chopin. Chopin komponierte die einzelnen Stücke in verschiedenen Ton- und Klangarten. Mal waren sie langsam und tragend mit vielen Pausen – mal schnell und tänzerisch bis hin zu einem fulminanten Abschluss. In den folgenden „3 Preludes for Piano“ des amerikanischen Pianisten George Gershwin aus dem Jahr 1926, konnte Floristán einige Jazz-Einflüsse erklingen lassen, die den vielseitigen Musiker ähnlich prägen wie die spanische und argentinische Musik.

Mit dem Werk „Fantasia Baetica“ des spanischen Komponisten Manuel de Falla von 1919 entführte er das Publikum mit Ausdrucksmitteln der Folklore nach Andalusien. Bei den teils extrem schnellen Passagen ließ der Pianist seine Finger in beeindruckender Geschwindigkeit über alle Oktaven der Klaviatur sausen.

Die Zugabe fiel wieder klassisch-romantisch aus

Einen weiteren Höhepunkt, der bei Klavierkonzerten nicht oft geboten wird, bildeten die „Danzas Argentinas, Op. 2“ des argentinischen Komponisten Alberto Ginastera aus dem Jahr 1937. Der zweite der drei Tänze ist unter dem Namen „Danza de la moza donosa“ („Tanz des anmutigen Mädchens“) bekannt. Ein gefühlvolles Stück mit vielen melodischen und ruhigen Passagen. Das Gegenteil spielte Floristán mit dem „Danza del gaucho matrero“. Ähnlich einer Filmmusik wurde der Tanz des besagten Gaucho mit sehr schnellen Notenfolgen und lauten Akzenten charakterisiert, die Floristán allesamt virtuos meisterte. Auch dafür gab es von den Zuhörerinnen und Zuhörern Begeisterungsrufe und viel Applaus.

Juan Peréz Floristán, der unter anderem in Berlin studiert hat, moderierte die Zugabe anschließend sogar persönlich auf Deutsch an. Und die fiel mit dem Stück „Moment musicaux No. 3 in F-Moll“ von Franz Schubert wieder etwas klassisch-romantischer aus.

www.kunstmuseum-solingen.de.

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