Besuch

Box-Europameister macht Schülern Mut

Schwergewichtboxer Michael Wallisch im Gespräch mit Pestalozzi-Schulleiterin Susanne Wywiol. Insgesamt 170 Schüler der ersten bis zehnten Klassen lauschten den Worten des 30-jährigen Box-Europameisters. Foto: Christian Beier
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Schwergewichtboxer Michael Wallisch im Gespräch mit Pestalozzi-Schulleiterin Susanne Wywiol. Insgesamt 170 Schüler der ersten bis zehnten Klassen lauschten den Worten des 30-jährigen Box-Europameisters.

Michael Wallisch besucht Solinger Pestalozzischule und erzählt aus seinem bewegten Leben.

Von Christian Werth

Ein Raunen geht durch die Schülermenge, als der 1,96 Meter große Gast die Schul-Aula betritt. Die imposante Erscheinung gehört Box-Europameister Michael Wallisch. „Der ist ja noch größer als auf den Fotos bei Google“, ist von mehreren Jugendlichen der Pestalozzischule zu hören. Doch der Profi-Sportler ist nicht etwa an die Deller Straße gekommen, um körperliche Stärke oder Boxkünste zu präsentieren, sondern um aus seinem bewegten Leben zu erzählen.

„Trotz aller Rückschläge bin ich immer dran geblieben und hab mich durchs Leben geboxt“, sprach der Boxer vor 170 Erst- bis Zehntklässlern nicht nur seinen sportlichen Aufstieg, sondern zugleich auch seinen „Richtungswechsel auf die richtige Bahn“ an.

So habe der heute 30-Jährige eine schwere Kindheit mit drogenabhängigen Eltern, 16 verschiedenen Heimaufenthalten und früher Kriminalitätskarriere gehabt, die ihn später selbst drogenabhängig werden und sogar ins Gefängnis wandern ließen.

„Es ist immer die Frage, wie man mit Rückschlägen umgeht und dass man verhindert, in ein Loch zu fallen“, gab der Modellathlet den Schülern mit auf den Weg und fügte hinzu, dass man immer ein Ziel haben sollte, an sich selbst glauben und mit dem Herzen handeln sollte. „Dann kann man alles erreichen. Schließlich hat jeder die selben Karten.“

Der gebürtige Münchener, der inzwischen in Essen lebt, hat gemeinsam mit seinem Promotor Eyyüphan Duy das Jugendhilfswerk „Dein Kult“ begründet, das benachteiligte Kinder und Jugendliche unterstützt.

„Ihr seid nicht anders als alle anderen Menschen“, hob auch der mitgereiste Eyyüphan Duy hervor und prangerte häufig fehlende Unterstützung, eine voranschreitende „Verrohung“ sowie das oftmals fehlende Selbstwertgefühl von Jugendlichen an.

Die Schüler lauschten den beiden Gästen mit großer Aufmerksamkeit und hatten sich im Vorfeld riesig auf den prominenten Besuch gefreut. „Vor allem die Jungs waren ganz gespannt auf den Boxer und hatten zuvor im Internet recherchiert“, verriet Lehrerin Klaudia Schepanek und ergänzte, dass sich die Klassen extra auf den Besuch vorbereitet und im Vorfeld Fragen überlegt hätten. Zudem durfte sich im Anschluss an Wallischs Vortrag jeder Schüler über ein Autogramm des Schwergewichtsboxers freuen. Der Kontakt war durch Schulleiterin Susanne Wywiol zustande gekommen, die im Essener Restaurant des Promoters zufällig auf „Dein Kult“ aufmerksam geworden war und dort auch den Spitzenboxer kennengelernt hatte.

Schüler freuen sich über den prominenten Besuch

„Wir sind ins Gespräch über die Initiative gekommen und hatten gemeinsam die Idee, dass er vor unseren Schülern aus seiner schwierigen Zeit erzählt. Schließlich ist bei vielen unserer Schüler auch nicht alles so gelaufen, wie sie sich das vorgestellt haben“, erklärt Susanne Wywiol den Hintergrund des geglückten Brückenschlags.

STECKBRIEF

NAME Michael Wallisch PERSÖNLICHES am 1. November 1985 in München geboren, inzwischen in Essen wohnhaft, seit 2010 Profi-Schwergewichtsboxer, Größe 1,96 m KARRIERE 16 Siege in 16 Profikämpfen, davon 10 durch Knockout, seit Juli 2015 WBO-Europameister (Sieg gegen den Italiener Fabio Tuiach), aktuell 68. der Weltrangliste, Kampf gegen Ex-Weltmeister David Haye ist in Planung.

„Cool, dass er extra zu uns gekommen ist“, fand Schüler Leon Tichy. „Endlich seh ich mal, wie ein richtiger Boxer aussieht“, ergänzte Mitschüler Pascal Bruckmann. „Schön, dass sich endlich mal jemand für unsere Schule interessiert“, gibt indes Karim Lahrichi zu bedenken, dass prominenter Besuch an der Pestalozzischule leider sehr selten sei.

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