Er ist der Botschafter des Punk

Joachim Hiller hat die 112. Ausgabe des „Ox“ herausgebracht. Foto: Christian Beier

SZENE Vor 25 Jahren veröffentlichte der Ohligser Joachim Hiller die erste Ausgabe des „Ox“-Magazins.

Von Rebecca Brockmeier

Alles begann mit Punkrock. Mit einer elektrischen Schreibmaschine, Schere und Klebstoff bastelte Joachim Hiller ‘89 mit seiner damaligen Mitstreiterin Biggi Häußler die erste Ausgabe des Fanzines „Ox“. Die Alternative zu kommerziellen Heften drehte sich damals wie heute um Punk, Hardcore und Rock’n’Roll und kostete 3 D-Mark. Die Idee: „Es gibt keinen, der über das schreibt, was uns interessiert, also machen wir es selbst.“ Was aus einer Bierlaune heraus entstand, hat längst Tradition: Heute beziehen 2500 Musikfans das Heft, das jetzt zum 112. Mal erschienen ist und dessen 25. Geburtstag der Ohligser Joachim Hiller am Freitag im Getaway feiert (siehe Kasten).

PARTY IM GETAWAYWER Joachim Hiller hat viele seiner Lieblingsbands eingeladen. Darunter: „The Rusts DC“ aus London, Zeitgenossen von „The Clash; „The Generators“ aus Los Angeles, „Asta Kask“ aus Schweden, „Vitamin X“ aus Amsterdam, die Solinger Band „Ärger Now!“ sowie „Church of Cycology“ aus Wuppertal. WANN Freitag, 7. Februar, Getaway, Kottendorfer Straße 21. Einlass: 18 Uhr. Beginn: 19.30 Uhr. Karten an der Abendkasse: 23 EuroVon Beginn an sei das Magazin nach dem Mitmachprinzip entstanden, erzählt der 45-Jährige. Freunde und Musikfans steuern seit der Geburtsstunde des „Ox“ Texte bei. „Viele Leute sind über die Jahre treu geblieben“, sagt Hiller, der in den 1990er Jahren von Heidenheim nahe Ulm nach Essen zog, um dort zu studieren.

Hiller kennt die Szene und schreibt über Dinge, die er selbst lebt

Während des Studiums nahm das Projekt immer größere Dimensionen an. Damals noch unbekannte Bands wie „Nirvana“ oder „The Offspring“ schafften es plötzlich in den Mainstream und gaben Heften wie dem „Ox“ Rückenwind. „Da haben dann Bands wie ,Green Day‘ nach einem Konzert bei uns in der Küche übernachtet“, erzählt Joachim Hiller, während die beiden Redaktionskatzen Lenie und Luzi um seine Beine streichen. Apropos Katze: Stubentiger Ox war es, der dem Fanzine vor 25 Jahren seinen Namen gab.

Ende der 1990er Jahre ging es dann richtig los mit dem „Ox“. Seit 2007 entsteht das Heft an der Hochstraße in Ohligs, wo Hiller auch lebt. „Wohnen und arbeiten vereinen zu können, das war mir immer wichtig“, sagt er. In Zeiten von Internetforen und Freizeitbloggern glaubt er weiter an Print-Medien: „Ein gedrucktes Heft ist einfach etwas anderes als ein Internetblog. Es wird immer Leute geben, die das gut finden.“

Der Erfolg gibt ihm Recht: Hiller gibt mittlerweile auch das Magazin „Fuze“ heraus und hat bereits fünf vegetarische Kochbücher auf den Markt gebracht, zuletzt den Titel „Kochen ohne Knochen“. „Vegan essen war schon in der Punk-Szene der 80er Jahre ein Thema“, erzählt Hiller, der 26 Jahre vegetarisch und seit vier Jahren vegan lebt.

Dass er auch nach 25 Jahren seine eigenen Magazine herausbringt, hätte er nicht gedacht: „Ich habe einfach immer weiter gemacht, das ist das, was mir Spaß macht und worauf ich Lust hab. Das ist am Ende wieder Punkrock: Ich mache mein Ding, ohne mir reinreden zu lassen.“

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