Ausstellung

Botanischer Garten zeigt elf Skulpturen

Künstler Berthold Welter vor einer Skulptur aus Kalkstein, Robinie und Farbe aus seinem Zyklus „Raumergreifen“. Zehn weitere Kunstwerke sind von Montag an im Botanischen Garten ausgestellt. Foto: Tim Oelbermann
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Künstler Berthold Welter vor einer Skulptur aus Kalkstein, Robinie und Farbe aus seinem Zyklus „Raumergreifen“. Zehn weitere Kunstwerke sind von Montag an im Botanischen Garten ausgestellt.

Leichlinger Bildhauer Berthold Welter stellt auf dem Gelände des Alten Friedhofs aus.

Von Karl-Rainer Broch

Gräfrath Am Montag wird im Botanischen Garten am Vogelsang auf dem Gelände des Alten Friedhofs die Skulpturenausstellung „Raumergreifen“ eröffnet. Sie dauert das gesamte Sommerhalbjahr über bis zum 5. September. Der Leichlinger Bildhauer Berthold Welter hat aus seinem 128 Objekte umfassenden Zyklus „Raumergreifen“ elf Skulpturen ausgewählt, die auf dem Gelände verstreut sind und darauf warten, entdeckt zu werden. Dazu gibt es einen Lageplan mit Fotos der Kunstwerke.

Damit folgt der Botanische Garten einer schon lange gepflegten Tradition – das Parkgelände ist mit mehr als 20 Skulpturen geschmückt. Sabine Schulz-Wolff, die die künstlerischen Projekte plant und begleitet, hatte bereits vor fünf Jahren Kontakt zu Berthold Welter aufgenommen, die Idee aber erst jetzt umsetzen können: „Wir wollen den Friedhof mehr in den Mittelpunkt stellen, vor allem, weil er in Kürze wegen der Rhododendron-Blüte viele Besucher anzieht.“

Für seine Arbeiten nutzt er bevorzugt Reststücke

Die Objekte, die Welter bearbeitet, stammen „von den Abfällen der Gesellschaft“, wie er sich ausdrückt. Das sind nicht mehr verwendbare Reststücke und Schutt, zum Beispiel eine Grabumrandung oder die Eingangsstufe eines Schulportals. Dazu kommen passende Hölzer, bevorzugt Robinie.

Für ihn ist auch der Standort wichtig, die Skulptur soll sich in die Landschaft einpassen, ist manchmal so versteckt, dass man Suchaktionen starten muss. So muss man bei einem Kunstwerk durch das Gebüsch kriechen, das sich mit Fantasie als Schneckenobjekt mit zwei Köpfen entpuppt.

Ein Rundgang mit dem Bildhauer offenbart immer neue Eindrücke, die unterschiedlich ausfallen können. Besonders eindrucksvoll ist die Komposition aus Kalkstein, bei der die Oberfläche aussieht, als gebe es Abdrücke von Vorzeit-Muscheln – und die Spitzen aus Robinienholz wie von einem Einhorn wirken. Die Kombination aus Basaltlava und Dolomit passt sich einem vorhandenen Baumrest an. Unter der riesigen Hemlocktanne am Friedhofseingang erinnert die fließende Form an eine Gitterstruktur, und anderswo glaubt man auf dem Boden ein stark vergrößertes Kleinstlebewesen kriechen zu sehen.

Und wer meint, unter einem Rhododendron-Strauch sei ein Ufo gelandet, der wird beim Herangehen enttäuscht, da zeigt sich eine ganz andere Struktur – erdverbunden und nicht aus dem All stammend.

Die Stiftung Botanischer Garten hat zwar für die Sommersaison geplant, doch noch nichts Konkretes außer der Skulpturenausstellung umgesetzt. Matthias Nitsche vom Vorstand: „Wir warten ab, wie sich die Situation entwickelt. Aber Spazierengehen mit Abstand und Maske ist auch jetzt im gesamten Park möglich.“

botanischer-garten-solingen.de

Berthold Welter

Welter, Jahrgang 1959, ist ausgebildeter Steinmetz und Bildhauer, selbstständig seit 1993. Seit 2001 hat er ein eigenes Seminarhaus in Leichlingen. Seine „Raumergreifen“-Skulpturen finden sich überwiegend an öffentlichen Orten, zum Beispiel im Brückenpark in Müngsten entlang der Wanderwege.

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