Umbauarbeiten

Botanischer Garten: Automatisierung hält im Tropenhaus Einzug

Eine neue Doppelverglasung soll den Energieverbrauch in der Tropenhalle senken.
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Eine neue Doppelverglasung soll den Energieverbrauch in der Tropenhalle senken.

Botanischer Garten nutzt die Schließung der Gewächshäuser für Umbauarbeiten – Schnee hüllt das Blütenmeer wieder in weiß.

Von Jutta Schreiber-Lenz

Solingen. Der Presslufthammer dröhnt. Noch wird im Tropenhaus des Botanischen Gartens gearbeitet während draußen im Park trüppchenweise Besucher die aufgeblühte Frühlingspracht genießen. Narzissenbüschel und frühe Tulpen strecken sich – kurz vor dem Wetterumschwung – der Sonne entgegen und an den Büschen entfalten sich kleine Blättchen und sorgen für frischgrünen Schimmer, der zu Wochenbeginn dann wieder ins Schneeweiß gehüllt wurde. Das Aquarium rechts neben der Tür zum Tropenhaus soll in neuem Glanz entstehen, ein anderes in der Eingangsschleuse ist bereits frisch saniert: Buntbarsche ziehen dort ihre Kreise in ihrem umgestalteten Zuhause.

Matthias Nitsche vom Vorstand ist hochzufrieden mit der technischen Hochrüstung.

Harro Hieronimus von der Stiftung Botanischer Garten und sein Kollege nutzen den Lockdown, der den Zugang zu den Schauhäusern verbietet, um nach der großen Renovierung der denkmalgeschützten Pflanzhalle nun auch dieses kleinere Projekt anzugehen. Vor der Corona-Krise standen die Becken für die tropischen Fische auf der Arbeitsliste der Ehrenamtler. Nun ist die Gelegenheit da, schließlich sind alle Veranstaltungen im Botanischen Garten fürs Erste wieder gestoppt.

Ansonsten sei die Tropenhalle fertig, berichtet Matthias Nitsche, Mitglied im Vorstand der Stiftung. Eine moderne Doppelverglasung, die zugleich die historische Optik erhält, wird nun helfen, Energie zu sparen. Die raue, „hubbelige“ Oberfläche der Scheiben sorgt für eine optimale Lichtstreuung. Kern des Renovierungskonzepts aber ist der Klima-Computer, der nun in allen Gewächshäusern dafür sorgt, dass sich automatisiert Fenster zum Lüften öffnen und dann auch wieder schließen. Außerdem wird auch die Heizungsanlage die Raumtemperatur nun auf den Werten halten, die für die Vegetation optimal sind. Zudem würden die Pflanzen regelmäßig beregnet. „Ausklammern mussten wir eine automatisierte Vernebelungsanlage, die hätte noch mal Geld gekostet“, sagt Nitsche, der den Nutzen solch einer Anschaffung im Blick hat und auf eine spätere Umsetzung hofft. Ansonsten ist er mit der technischen Hochrüstung, die vielen Sponsoren zu verdanken ist, hochzufrieden und wird nicht müde, die Vorzüge bei der Pflege der Pflanzen in den Häusern zu demonstrieren.

Im Lockdown ist die Anlage geöffnet – nur die Gewächshäuser bleiben geschlossen.

Insbesondere die Optimierung von Raumklima und Energieverbrauch in der Tropenhalle sei „klasse“, wie er sagt. „Dieses Projekt hat sich zwei Jahre lang hingezogen, weil wir Testphasen für verschiedene Glasfenstersorten hatten“, erklärt Nitsche. „Die Kosten dafür finden sich auch in der Viertelmillion Euro, die wir für alles zusammen hingelegt haben. Bedienfreundlich lässt sich nun am Rechner alles im Ganzen kontrollieren.“

„Bedienfreundlich lässt sich am Rechner alles im Ganzen kontrollieren.“

Matthias Nitsche, Mitglied im Stiftungsvorstand

Das vergangene Jahr mit ausgefallenen Veranstaltungen und dem Verkaufsstopp im Kiosk hat die Finanzen der Stiftung empfindlich getroffen. Dennoch haben sich die Ehrenamtler die Zeit genutzt, um lange angedachte Renovierungen und Umgestaltungen in den Lager- und Arbeitsbereiche vorzunehmen. So seien neue Wände entstanden, es wurden Pflaster verlegt, neue Regale gebaut und alte versetzt, meterweise Kabel gezogen und Schaltkästen eingebaut.

Vor dem Wetterumschwung zeigten sich die ersten bunten Blüten im Botanischen Garten.

In der ehemaligen Bromelienhalle soll mittelfristig ein Klassenzimmer entstehen. „Ein Ort, den Schulen oder auch andere Jugendgruppen oder Vereine später für Seminare und Workshops von uns nutzen können, das wäre ein großer Mehrwert, um Wissen und Informationen gebündelt ermitteln zu können“, sagt Nitsche. Schon jetzt setze die Stiftung viel auf Kooperationen.

Matthias Nitsche hofft auf ein Ende der Corona-Schließung im Sommer und eine allmähliche Wiederbelebung des Parks und der Tropenhalle. Die war in den vergangenen Jahren immer beliebter für Trauungen geworden.

Der April sorgt für vielseitige Ansichten. Am Mittwoch wurde die Blütenpracht vom Schnee verhüllt, ein paar Tage boten sich frühlingshafte Bilder.

Die Stiftung Botanischer Garten

Die Stiftung Botanischer Garten, gegründet 1998, hat zum Ziel, den Park in Zusammenarbeit mit der Stadt zu erhalten, zu pflegen und seine Attraktivität zu steigern. Dafür ist sie auf Mithilfe angewiesen von Mitgliedern, Sponsoren oder Baumpaten. Auch freuen sich die Ehrenamtlicher über helfende Hände bei Technik, Organisation sowie in der Garten- und Pflanzenpflege.

botanischer-garten-solingen.de

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