Handel

Borgmann zieht in Clemens-Galerien

Den alten Standort an der unteren Hauptstraße gibt Intersport Borgmann auf. Voraussichtlich schon im September wird er in die Clemens-Galerien umziehen. Dort unterschrieb Michael Borgmann einen Zehn-Jahres-Vertrag.
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Den alten Standort an der unteren Hauptstraße gibt Intersport Borgmann auf. Voraussichtlich schon im September wird er in die Clemens-Galerien umziehen. Dort unterschrieb Michael Borgmann einen Zehn-Jahres-Vertrag.

Das Sportfachgeschäft verlässt die untere Hauptstraße im September. Der Umzug soll weitere Mieter für das Zentrum anziehen.

Von Philipp Müller

Mit den Worten: „Heute wird ein Stück Stadtgeschichte geschrieben“ wertete Jochen Stahl, der Geschäftsführer der Eigentümer-GmbH der Clemens-Galerien, den Umzug von Intersport Borgmann in das Einkaufszentrum. Inhaber Michael Borgmann erläuterte, dass man schon vor der Eröffnung des Hofgartens 2011 nach einer attraktiveren Lage als der bisherigen an der unteren Hauptstraße gesucht habe. In die Clemens-Galerien ziehe er mit dem Konzept „Intersport 2.0“, man verstehe sich durchaus als „Ankermieter“ für das Center. Zudem verlagere er auch sein Geschäft Sneakers in die Galerien, es komme in die große Passage neben Hunkemöller. Die Stadt begrüßte das Vorhaben. „Damit erhält das Center zwei hochwertige Angebote, die direkt an der Hauptstraße liegen“, sagt Stadtdirektor und Planungsdezernent Hartmut Hoferichter (parteilos). Oberbürgermeister Tim Kurzbach (SPD) lobte das unternehmerische Engagement von Michael Borgmann.

Standpunkt von Stefan Prinz
Jochen Stahl (links), Geschäftsführer der Eigentümer-GmbH der Clemens-Galerien, und Unternehmer Michael Borgmann erklärten, dass nun der Umbau für 1400 Fläche für Intersport im Einkaufszentrum beginnen werde.

Für Stahl ist der neue Ankermieter, der sich zehn Jahre ans Center bindet, eine „Initialzündung“ für die kommende Zeit. Bis zum Start des Weihnachtsgeschäfts sollen 85 Prozent der Fläche neu vermietet sein, kündigte er am Mittwoch an. Im Textilbereich, Kik ist im Gespräch, will der Investor in den kommenden zwei bis vier Wochen Mieter präsentieren, so auch den Nachfolger für die Drogerie dm, die in diesen Tagen auszieht, den Schlussverkauf eingeläutet hat.

Stahl gab auch zu, dass er nun auf weitere lokale Mieter setze, die dem Beispiel Borgmanns folgen wollen. Borgmann wertete trotz ihrer Historie der vergangenen Zeit die Clemens-Galerien als „tolle Lage in der Innenstadt“, sie seien ein „offenes Einkaufszentrum mit ausreichend Parkplätzen“.

Im Verbund mit den noch einziehenden Läden befinde sich Intersport Borgmann dann in einer Ansammlung von Käufer anziehenden Marken. Angst vor Discountern wie Kik oder Tedi hat er nicht, Discounter seien kein Widerspruch zu seinem Fachgeschäft. „Der Kunde ist heute anders als vor 20 Jahren. Heute kauft er im Supermarkt preiswerten Wein und um die Ecke sündhafte teure Dinge.“ Das neue Konzept wolle stationären und digitalen Auftritt und Handel verzahnen. In Solingen werde er als einer der ersten Läden der 1200 Intersport-Geschäfte in Deutschland das neue Konzept der Genossenschaft präsentieren.

„Der Einzelhandel kann sich heute keine Fehler mehr erlauben.“
Michael Borgmann, Einzelhändler

Eine sechsstellige Summe werde er dazu investieren, erklärte Borgmann. Bis Ende September werden die ehemaligen Räume der Parfümerie Douglas und der Buchhandlung Thalia nun zusammengelegt. Auf zwei Etagen wird das Geschäft einziehen. Stahl berichtete, man müsse die 1400 Quadratmeter Fläche dafür noch entsprechend der Wünsche Borgmanns anpassen. Dazu sollen auch die Klimaanlage und die Belüftung erneuert werden, energiesparender laufen. Er habe sich das alles genau überlegt, versicherte Borgmann, der nach dem Standort Alter Markt, aktuell Hauptstraße nun an den dritten Solinger Standtort umzieht. Es gelte längst die Devise: „Der Einzelhandel kann sich heute keine Fehler mehr erlauben.“

Auf zwei Etagen bezieht Borgmann mit seinem Sportfachgeschäft die ehemalige Parfümerie Douglas und die Buchhandlung Thalia. Intersport präsentiert dort sein neues Laden-Konzept. Fotos: Christian Beier

An zwei Punkten bei der Pressekonferenz mit Borgmann blieb der Frankfurter Stahl klare Antworten schuldig. Die anstehende Verlängerung des Mietvertrags mit Kaufhof, dessen Immobilie zusammen mit dem P & C-Gebäude ebenfalls von Stahls GmbH betreut wird, steht an. „Die Entscheidungen stehen dazu in Übersee an.“ Kaufhof gehört Hudson Bay aus Kanada, Kaufhof selbst schreibt rote Zahlen. Stahl sagte lediglich: „Wir sind auf das vorbereitet, was auf uns zukommt.“

Er wollte sich aber auch zur Eigentümer-Zukunft der Galerien nicht konkret äußern. Sollte die annähernde Vollvermietung gelingen, werde sein in der Schweiz sitzender Geldgeber entscheiden, ob die Galerien verkauft würden oder ins „Family-Office“ von Norbert Ketterer kommen, an dessen Geschäftssitz in der Schweiz.

INNENSTADT-KONZEPT

UNTERE HAUPTSTRASSE Für die Verwaltung biete der Borgmann-Umzug eine Chance, „diesen Bereich umzugestalten“. „Es geht um realistische Perspektiven und Lösungen, um dem Strukturwandel im Einzelhandel Rechnung zu tragen“, sagt dazu Baudezernent Hartmut Hoferichter. Für Bereiche wie den Entenpfuhl und die untere Hauptstraße bedeute dies, sich stärker auf Schwerpunkte wie Wohnen, Gastronomie und Dienstleistungen auszurichten.

Natürlich wisse er um die Bedeutung seines Umzugs für die untere Hauptstraße, erklärte Borgmann. Da sei die Stadtentwicklung gefordert, den Bereich weiterzuentwickeln. „Das wir gemeinsam in der Innenstadt etwas tun müssen, ist doch allen klar“, sagte er. Sein Umzug führe zu einer neuen Justierung des Handels mit den Schwerpunkten Clemens-Galerien und Hofgarten. Die Stadt will sich dazu kommende Woche äußern.

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