Standort Solingen

Borbet investiert 20 Millionen Euro

Der Spezialist für Alu-Räder Borbet investiert 20 Millionen in seinen Solinger Standort. Bis zum Frühjahr 2019 entstehen auf 10 000 Quadratmetern neue Hallen für Lagerung und Produktion. Gestern startete der Aufbau der Stahlkonstruktion für die Hallendächer. Fotos: Christian Beier
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Der Spezialist für Alu-Räder Borbet investiert 20 Millionen in seinen Solinger Standort. Bis zum Frühjahr 2019 entstehen auf 10 000 Quadratmetern neue Hallen für Lagerung und Produktion. Gestern startete der Aufbau der Stahlkonstruktion für die Hallendächer.

Der Räder-Spezialist modernisiert Solinger Standort. Um 10.000 Quadratmeter wird der Betrieb erweitert.

Von Philipp Müller

Produktionsleiter Jörg du Mont steht vor dem am 1. Januar in Betrieb genommenen Hochregallager für 8200 halb fertige Alu-Räder.

Auf langen Laufbändern sausen die Alu-Guss-Räder durch das Borbet-Werk. Das vollautomatische Lager nimmt die halb fertigen Räder auf, die der Volksmund Felgen nennt. Roboter bearbeiten millimetergenau weitere der Räder für Premium-Marken unter den Autoherstellern. Das Werk platze am Weyer aus allen Nähten, erklären der Borbet-Werksleiter Holger Maag und Produktionsleiter Jörg du Mont. Deshalb wird der Betrieb um 10 000 Quadratmeter erweitert.

Am Donnerstag starteten die Metallbauer und verbanden blaue T-Träger mit den bereits erstellten Betonwänden. Der Ende 2017 begonnene Modernisierungsprozess koste sicher 20 Millionen Euro, erklären die beiden Verantwortlichen für den Solinger Standort des Konzerns aus dem Sauerland. Damit wolle man den Standort mit seinen 683 Beschäftigten sichern. Zugleich will man sich neue Möglichkeiten schaffen, innovative Fertigungsmethoden einzusetzen. Solingen gilt dafür im Borbet-Konzern auch als eine Ideen-Schmiede.

2001 übernahm das Familienunternehmen Hallenberg-Hesborn vom Michelin-Konzern die Kronprinz-Sparte mit der Produktion von Alu-Rädern. Die firmiert heute unter dem Namen Borbet. Waren es damals 337 Mitarbeiter, hat sich das bis heute verdoppelt. Damals verließen 1,2 Millionen Räder das Werk, im vergangenen Jahr waren es 2,4 Millionen. Rund 100 Millionen Euro wurden seit 2001 in Solingen in den Betrieb investiert, erklärt Jörg du Mont. Das müsse man, wolle man als großer Akteur der Branche führend bleiben.

Standpunkt von Philipp Müller

Zu den Kunden des Solinger Standorts gehören Marken wie Porsche, Audi, Mercedes, Bentley oder Jaguar. Diese zeichnen Borbet im Gegenzug immer wieder für ihre Qualität und Markteinführungen neuer Räder aus. Für diesen Erfolg müsse man Geld einsetzen, erklärt Holger Maag. Der Eigentümer und Geschäftsführer Peter Wilhelm Borbet verfolge diesen Weg sehr konsequent und erfolgreich. Auf 10 000 Quadratmetern Neubaufläche schaffe man drei wichtige Bereiche.

Dort entsteht bis zum Frühjahr 2019 ein weiteres vollautomatisches Hochregallager. Das bestehende, am 1. Januar in Betrieb genommene, nimmt 8200 Räder auf, das neue bietet Platz für 40 000. In einem Teil der Hallen wird es auch Produktion geben. Man brauche Platz, sagt du Mont. Der Markt verlange nach neuen 22- und 23-Zoll- Rädern. Dazu kommt ein Verwaltungstrakt. Maag versichert, die Automatisierung koste keine Jobs.

Borbet setzt mit seinen Neuentwicklungen Maßstäbe

BORBET

GESCHICHTE 1881 gründete Gustav Borbet seine Messinggießerei in Altena in Westfalen. 1928 kam Aluminiumguss als zweites Standbein hinzu. Alu-Guss sollte in den nächsten Jahrzehnten eine wichtige Rolle spielen. Denn seit 1962 hat sich das Traditionsunternehmen aus dem Sauerland zu einem der führenden Hersteller von Leichtmetallrädern weltweit entwickelt. 1987 entstand das erste Borbet- A-Rad, bis heute Klassiker und Verkaufsschlager. Im Jahr 2001 erfolgte die Übernahme der Kronprinz-Sparte Aluguss in Solingen, die heute als Borbet Solingen Teil des Konzerns ist.

Hinter Borbet stehen aber nicht nur das in Barren auf dem Gelände lagernde Aluminium und die fertigen Räder. Borbet setzt immer wieder auf neue Fertigungsmethoden. 2008 wurde die Flow-Forming-Technik eingeführt, dafür eine Halle gebaut. Diese Art der Fertigung wurde bereits an andere Standorte von Borbet zur Räder-Herstellung exportiert. Beim Flow-Forming handelt es sich um eine besondere Umformtechnik. Jörg du Mont erklärt, man habe bereits neue Ideen. So sollen Räder gefertigt werden, die markiert werden. Was das genau ist, will er nicht verraten. Nur so viel: „Das gibt es in der ganzen Räderwelt noch nicht.“

Frank Balkenhol, der Geschäftsführer der Solinger Wirtschaftsförderung, begrüßt die Investitionen aus drei Gründen. Borbet sei einer der größten Arbeitgeber Solingens, der keine Massenware liefere, sondern im Premiummarkt agiere. Das Unternehmen sei sehr innovativ und werde im umkämpften Weltmarkt der Mobilität auch weiter bestehen, egal, mit welchen Motoren künftig die Mobilität abgewickelt werde. Zudem biete Borbet Fachkräften ausgezeichnete Berufschancen. Solche Fachkräfte würden aktuell gesucht, betont Holger Maag. Dazu sei man offensiv bei der gerade abgelaufenen Solingen-Messe aufgetreten. 

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