Westring

Bodenrecycling: Auswirkungen auf Gräfrath gering

Auf diesem Gelände am Westring entsteht die Bodenrecyclinganlage. Derzeit wird der stillgelegte, unterirdische Wasserspeicher Bolthausen freigelegt. Foto: Christian Beier
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Auf diesem Gelände am Westring entsteht die Bodenrecyclinganlage. Derzeit wird der stillgelegte, unterirdische Wasserspeicher Bolthausen freigelegt.

Anwohner befürchten Lärm und Staub wegen neuer Anlage am Westring.

Solingen. Voraussichtlich im Frühjahr 2022 soll die neue Bodenrecyclinganlage im Gewerbegebiet Westring in Wuppertal-Vohwinkel den Betrieb aufnehmen. Rund acht Millionen Euro investieren die Abfallwirtschaftsgesellschaft Wuppertal (AWG) und die Wuppertaler Stadtwerke (WSW). Doch was die dortigen Verantwortlichen als „Nachhaltigkeitsprojekt“ loben, verursacht bei Anwohnern im benachbarten Gräfrath Sorgen. Sie fürchten Lärm- und Staub. Gutachter schätzen die Belastung jedoch als unkritisch ein.

Auf dem fast 19 000 Quadratmeter großen Grundstück in unmittelbarer Nähe zur Stadtgrenze Solingens soll Bodenaushub von Baustellen der WSW aufbereitet werden, um ihn wiederzuverwenden. Die Anlage ist in erster Linie für Wuppertal gedacht. Bei Bedarf sollen jedoch auch Kapazitäten für die AWG-Gesellschafter Remscheid und Velbert zur Verfügung stehen.

„Die Ergebnisse sind in beiden Fällen nicht zu beanstanden und unkritisch.“

Stellungnahme der Stadt Solingen zu Lärm und Staub

„Mit Beginn der Planungen haben AWG und WSW nicht nur den zuständigen Genehmigungsbehörden, sondern insbesondere auch gegenüber den Bewohnern und der Verwaltung der Nachbarstadt Solingen die größtmögliche Transparenz walten lassen“, zeigt sich die AWG auf ST-Anfrage überzeugt.

Da die Bodenrecyclinganlage auf Wuppertaler Stadtgebiet gebaut wird, ist die Solinger Verwaltung nicht für die Genehmigung des Projektes verantwortlich. Wohl aber offiziell am Verfahren beteiligt. So hat der Stadtdienst Natur und Umwelt unter anderem die Untersuchungen zu Lärm und Staub dahingehend überprüft, welche Einschränkungen für Wohnhäuser in Gräfrath zu erwarten sind. Fazit: „Die Ergebnisse sind in beiden Fällen nicht zu beanstanden und unkritisch.“

Einige Maßnahmen sind laut AWG vorgesehen, um die Ausbreitung von Schall und Staub einzudämmen. Da seien zum einen Lärmschutzwände in Richtung der Wohnbebauung in Solingen und Wuppertal. Zudem sind die Materiallager überdacht geplant. Dies soll eine witterungsabhängige Staubentwicklung vermeiden. Um aufgewirbelten Staub zu binden, sind Vernebelungsanlagen an den Schüttboxen und mobilen Maschinen, der Einsatz von Kehrmaschinen und Reifenwaschanlagen für die anliefernden Lkw beabsichtigt. Rund 50 Laster werden die Bodenrecyclinganlage zukünftig pro Tag anfahren, schätzt die AWG. Erfolgen soll dies auf direktem Wege über die A 46. Ein Nacht- oder Wochenendbetrieb sei nicht vorgesehen.

Einige Anwohner, vor allem der Gräfrather Ortschaft Fürkeltrath, sehen das Projekt weiterhin kritisch. Auch Mitglieder der Bezirksvertretung (BV) Gräfrath äußerten in der jüngsten Sitzung Bedenken. Unter anderem hieß es, das betroffene Gebiet sei ohnehin bereits einer recht hohen Lärmbelastung ausgesetzt. Zudem wurden Zweifel laut, ob sich die Gutachterergebnisse tatsächlich bewahrheiten. Dabei handele es sich schließlich nicht um tatsächliche Messungen, sondern um Prognosen. Um einige der Fragezeichen aus dem Weg zu räumen, soll ein Vertreter der AWG in der nächsten Sitzung der BV Gräfrath am 27. April zu dem Projekt berichten.

Die Arbeiten am Westring laufen derweil weiter. Bagger legen derzeit den vor zehn Jahren stillgelegten, unterirdischen Wasserspeicher Bolthausen frei, um ihn anschließend zu verfüllen. Hinsichtlich der eigentlichen Bauarbeiten erwartet die AWG in Kürze die abschließende Genehmigung.

Projekt

95 000 Kubikmeter Bodenaushub fallen laut AWG auf den kommunalen Baustellen in Wuppertal pro Jahr an. Derzeit wird der Schutt per Lkw zu einer rund 90 Kilometer entfernten Deponie in Aldenhoven befördert und dort entsorgt. Dies soll zukünftig kaum noch nötig sein. Rund 85 Prozent des Aushubs seien verwertbar und sollen am Westring für die Wiederverwendung aufbereitet werden.

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