Entsorgung

MVA bleibt für private Anlieferer geschlossen

Gewerbetreibende können auch in Corona-Zeiten Abfall am Müllheizkraftwerk der Technischen Betriebe entsorgen.
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Gewerbetreibende können auch in Corona-Zeiten Abfall am Müllheizkraftwerk der Technischen Betriebe entsorgen.

Bürger äußern Kritik. Stadt weist auf die Bedeutung der Müllverbrennung als Heizkraftwerk hin.

  • Solingens Bürger kritisieren die Regelungen.
  • Das Müllheizkraftwerk an der Sandstraße hat laut Stadt eine wichtige Bedeutung als Versorgungseinrichtung.
  • Die Mannschaft der Sperrmüllabfuhr wird verstärkt.

Von Andreas Tews

Solingen. Derzeit ist nicht abzusehen, wann das Müllheizkraftwerk (MHKW) an der Sandstraße wieder für private Anlieferer öffnen wird. Das teilte die Stadtverwaltung auf Anfrage mit. Etliche Bürger zeigen dafür wenig Verständnis. Sie kritisieren, dass sie – zum Beispiel bei Umzügen oder Entrümpelungen – nicht wissen, wohin sie den dabei anfallenden Müll bringen sollen. Das Rathaus verweist auf die Bedeutung der Anlage auch als Versorgungseinrichtung. Unter anderem sei das Klinikum an die Fernwärme des MHKWs angeschlossen. Darum müsse man das Kraftwerke und seine Mitarbeiter besonders vor einer Ansteckungsgefahr schützen.

Die Anlage an der Sandstraße ist seit Mitte März für private Anlieferer geschlossen. Dies geschah zeitgleich mit der Schließung der städtischen Verwaltungsgebäude für den Publikumsverkehr. Müll anliefern können nur noch Gewerbebetriebe – so sie denn ein Kundenkonto bei der Müllverbrennung haben.

Solingen: Einrichtungen der Technischen Betriebe arbeiten nach Notfallplan

Die Stadtverwaltung verweist auf den Notfallplan der Technischen Betriebe Solingen (TBS). Den haben diese entwickelt, um die Entsorgung der Bürger trotz Corona-Krise störungsfrei am Laufen zu halten. Dabei sei auch berücksichtigt, so berichtet Rathaussprecherin Sabine Rische, „dass das MHKW zur besonders kritischen Infrastruktur gehört“. Sie betont, dass an der Sandstraße nicht nur Abfall entsorgt werde. Für verschiedene Abnehmer wie das Städtische Klinikum werde in der Anlage Fernwärme produziert. Deshalb müsse der Betrieb jederzeit sichergestellt sein, selbst dann, wenn Mitarbeiter krankheitsbedingt ausfielen. Unter anderem arbeiten die Beschäftigten der Müllverbrennung in getrennten Teams nach Schichtplan. Dies solle das Ansteckungsrisiko minimieren.

Solingen: Mehrere Bürger fordern Lösung auch für Privatleute

Privatleute wie ST-Leser Dietmar Kürten kritisieren die Regelungen. Als Dienstleister müssten sich die TBS nach seiner Meinung darum bemühen, Lösungen für die Bürger zu finden. Er und Volker Kasulke weisen darauf hin, dass sich Anlieferer und Mitarbeiter an der Müllverbrennungsanlage in der Regel nicht nahe kämen. Dem widerspricht Rische. Die Erfahrung zeige, dass engerer Kontakt nicht zu vermeiden sei, wenn Bürger bei der Anlieferung Hilfe benötigten.

Solingen: Bei der Sperrmüllabfuhr wird das Angebot erweitert

Im Bezug auf den Service für die Bürger verweist das Rathaus darauf, dass verschiedene Entsorgungsangebote der TBS im Lauf des Aprils wieder ausgeweitet worden seien. Im Entsorgungszentrum Bärenloch könnten wieder Grünschnitt Verpackungsmaterialien, Papier, Metall und Elektroschrott abgegeben werden. Permanent werden laut Rische weitere Möglichkeiten gesucht, das Angebot für die Bürger wieder auszuweiten.

Sie kündigt an, dass die Mannschaft für die Sperrmüllabfuhr nach den Osterferien verstärkt werde, um der gestiegenen Nachfrage gerecht zu werden. Termine können nach Risches Angaben schriftlich beantragt werden (» Kasten).

Solingen: Betroffen sind auch Gewerbebetriebe ohne Kundenkonto

Auf ein Problem für viele gewerbliche Anlieferer wies der Tischler Volker Kasulke hin. Müll werde nur von Betrieben angenommen, die bei den TBS ein spezielles Kundenkonto hätten. Wer aber keines habe, könne derzeit auch keines beantragen, kritisiert er. Dies bestätigte Rische auf ST-Anfrage. Kasulke bezeichnet dies als „traurig“. Viele Betriebe, die auch jetzt viel zu tun hätten, wüssten nicht, wo sie Baustellenmüll entsorgen sollen.

Für private Anlieferer und gewerbliche Anlieferer wird sich an der aktuellen Situation vorerst nichts ändern. Rathaussprecherin Rische versichert aber: „Lösungsansätze werden stetig geprüft und wenn möglich umgesetzt.“

SPERRMÜLLABFUHR

TERMINE. Die Mannschaft der Sperrmüllabfuhr wird verstärkt. Vor allem für Umzüge wollen die TBS so sicherstellen, dass die Bürger – bei rechtzeitiger Anmeldung – passende Termine erhalten.

ANTRAG Termine können schriftlich beantragt werden – unter anderem via Internet. Ein Antrag ist auch mit ausgefüllter Sperrgutkarte oder einem formlosen Brief an die TBS (Telefonnummer angeben) möglich.

https://t1p.de/402b

In unserem Live-Blog finden Sie alle Informationen rund um das Coronavirus in Solingen. Der Blog wird laufend aktualisiert.

Mitte März versammelten sich vor dem Solinger Müllheizkraftwerk zahlreiche verärgerte Bürger. Das MHKW wurde früher als von der Stadt angekündigt geschlossen.

Mit Rücksicht auf Anwohner der Eintrachtstraße änderten die Technischen Betriebe (TBS) ihre Pläne für das Gelände der Müllverbrennungsanlage.

Die Müllverbrennungsanlage der Technischen Betriebe in Solingen Mitte vernichtet nicht nur jede Menge Müll, sondern ist auch eine der wichtigsten Einnahmequellen der Klingenstadt.

Tag der offenen Tür: Letztes Jahr feierte das Müllheizkraftwerk seinen 50. Geburtstag.

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