18. Solinger Blutspende-Marathon

DRK-Zentrum: Bis zu 3700 Blutspenden pro Tag werden hier verarbeitet

DRK-Zentrum für Transfusionsmedizin stellt Blutpräparate für Patienten her.

Solingen. Es ist das Herz des DRK-Blutspendedienstes West: Bis zu 3700 Blutkonserven täglich werden im Zentrum für Transfusionsmedizin in Hagen zu Blutpräparaten verarbeitet. Jede Spende wird zudem vor der Freigabe im Zentrallabor auf Infektionskrankheiten getestet. In Hagen kommen Blutbeutel aus ganz Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland an. Am Pfingstmontag werden die Mitarbeiter auch die Spenden entgegen nehmen, die beim 18. Solinger Blutspendemarathon von DRK und Solinger Tageblatt abgegeben werden. Sie werden dringend gebraucht: Das DRK schlägt Alarm, dass die Vorräte an Blutkonserven deziminiert seien.

Carina Kullmann, Gruppenleitung Herstellung, zeigt Beutel mit Erythrozyten-Konzentrat, die im Kühlhaus gelagert werden.

Bis die fertigen Präparate an Kliniken ausgeliefert werden können, durchläuft das Spenderblut ein aufwendiges Herstellungs- und Kontrollverfahren. Dabei drängt die Zeit: „Das gespendete Blut muss innerhalb von 24 Stunden verarbeitet werden“, erklärt Carina Kullmann, Gruppenleitung Herstellung in Hagen. „Deshalb fangen wir bereits in der Nachtschicht damit an.“

Hergestellt werden zum einen Erythrozyten-Konzentrate aus roten Blutkörperchen, Blut-Plasma und Thrombozyten-Konzentrate. Um das Vollblut der Spender in seine Bestandteile zu zerlegen, werden die Beutel sorgfältig „gepackt“, damit sie in der Zentrifuge nicht beschädigt werden. Denn das Gerät trennt das Blut mit einer Geschwindigkeit von 3500 Umdrehungen pro Minute in einzelne Schichten. Die sind im Beutel anschließend zu sehen: Oben setzt sich das Blutplasma gelblich-grün ab. „Es ist klar, wenn der Spender sich gut ernährt“, erklärt Carina Kullmann. Anschließend wandern die Beutel in sogenannte Separatoren. Die Maschinen pressen Plasma und rote Blutkörperchen in unterschiedliche Beutel.

18. Solinger Blutspende-Marathon

Das rote Erythrozytenkonzentrat, das unter anderem Patienten mit hohem Blutverlust verabreicht wird, wird anschließend gefiltert, indem es von einem Beutel in einen anderen läuft. Im Filter in der Mitte bleiben dann die Leukozyten hängen. „Man hat festgestellt, dass es besser ist, diese weißen Blutkörperchen herauszufiltern“, erklärt Vera Sievert, Pressereferentin beim DRK-Blutspendedienst-West.

Das fertige, blutrote Erythrozyten-Konzentrat befindet sich am Ende in einem Beutel mit langem Schlauch, der mit einem Schweißgerät in Segmente getrennt wird. Diese können im Krankenhaus einzeln abgenommen worden, um den „Bedside-Test“ durchzuführen, erklärt Carina Kullmann: Bevor ein Patient eine Blutspende bekommt, werde am Krankenbett eine Kreuzprobe zwischen eigenem Blut und Spenderblut gemacht. „Eine erneute Prüfung, damit niemand Blut der falschen Blutgruppe erhält.“

Das passiert mit den Blutspenden beim DRK

Es ist das Herz des DRK-Blutspendedienstes West: Bis zu 3700 Blutkonserven täglich werden im Zentrum für Transfusionsmedizin in Hagen zu Blutpräparaten verarbeitet. Jede Spende wird zudem vor der Freigabe im Zentrallabor auf Infektionskrankheiten getestet. In Hagen kommen Blutbeutel aus ganz Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland an.
Es ist das Herz des DRK-Blutspendedienstes West: Bis zu 3700 Blutkonserven täglich werden im Zentrum für Transfusionsmedizin in Hagen zu Blutpräparaten verarbeitet. Jede Spende wird zudem vor der Freigabe im Zentrallabor auf Infektionskrankheiten getestet. In Hagen kommen Blutbeutel aus ganz Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland an. © Christian Beier
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Anders als das Erythrozyten-Konzentrat, das bei 2 bis 6 Grad gekühlt gelagert wird, wird das gelbliche Blutplasma bei minus 60 Grad schockgefroren. Es wird unter anderem für die Herstellung von Arzneimitteln benötigt. Kullmann: „Es ist bis zu drei Jahre haltbar.“ Erythrozyten-Konzentrat muss innerhalb von sechs Wochen verwendet werden.

Vor der Freigabe wird jede Blutspende mit Labor analysiert.

Thrombozyten sind nur fünf Tage haltbar

Noch empfindlicher ist das dritte Präparat, das aus Vollblut gewonnen wird: Thrombozyten. Das Konzentrat, das unter anderem in der Leukämie-Therapie eingesetzt wird, ist nur fünf Tage haltbar. Für die Herstellung werden die Beutel verwendet, aus denen zuvor rote Blutkörperchen und Blutplasma gepresst wurden. Die Beutel einer Blutgruppe werden jeweils zu viert an den Schläuchen zusammengeschweißt: Anschließend spült eine Additivlösung die in den Beuteln enthaltenen Blutplättchen, die Thrombozyten, in einen fünften. „Hier ist viel Handarbeit nötig“, erklärt Mitarbeiter Andreas Sponholz, der die Beutel immer wieder ausstreicht. Anschließend wird erneut zentrifugiert. Die Thrombozyten setzen sich als weiße Schicht ab, die im Separator vom Rest getrennt wird.

Doch bevor ein Blutpräparat an eine Klinik geliefert wird, muss das Labor grünes Licht geben. Die Analyse des Spenderbluts findet parallel zur Herstellung statt – im angeschlossenen Zentrallabor, laut Vera Sievert einem der größten in Europa. Auch hier fangen die Mitarbeiter in der Nachtschicht an, die Spenden zu untersuchen. „Wir sind persönlich dafür verantwortlich, dass genau analysiert wird“, betont Labormanagerin Regine Rietz. Getestet werde, ob das Blut Antikörper gegen HIV, Hepatitis B und C oder Syphilis enthält. Per PCR-Test werde es zudem auf Hepatitis A und E, Ringelröteln und das West-Nil-Virus untersucht. Rietz: „Auf diese Weise erwischen wir nahezu jede Infektion.“ Hinzu kämen unter Umständen weitere Analysen, zum Beispiel auf Malaria.

Und: Bei jeder Spende werde noch einmal die Blutgruppe getestet – bei Erst- und Zweitspendern sogar doppelt. „Sicherheit steht bei uns an erster Stelle.“

Marathon

Termin: 18. Solinger Blutspende-Marathon, Pfingstmontag, 6. Juni, 10 bis 15.30 Uhr, Theater und Konzerthaus.

Verpflegung: Pandemiebedingt gibt es ein Lunchpaket zum Mitnehmen.

Reservierung: Termine unter Tel: (08 00) 119 49 11, über die DRK-Blutspende-App oder online: blutspende.jetzt

Rubriklistenbild: © Christian Beier

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