Vorsorgeserie

Billig ist der letzte Weg nicht – Vorsorge zahlt sich aus

Die Kosten für eine Bestattung hängen davon ab, welche Leistungen gewünscht werden. Foto: Christian Beier
+
Die Kosten für eine Bestattung hängen davon ab, welche Leistungen gewünscht werden.

Die Kosten für eine Bestattung können sehr unterschiedlich ausfallen – Durchschnittlich müssen 4500 Euro aufgebracht werden

Von Peter Kurz

Die Kosten der Bestattung – das Problem betrifft die Angehörigen. Aber längst nicht nur diese. Viele Menschen machen sich eben darüber selbst zu Lebzeiten Sorgen, wollen ihren Angehörigen nicht finanziell zur Last fallen. Und legen Geld zurück oder schließen gar eine Versicherung für diese Kosten ab.

Aber wie teuer ist eigentlich das Sterben? Aeternitas, eine Verbraucherinitiative, veranschlagt die Kosten für eine Bestattung mit durchschnittlich 4500 Euro. Hinzu kommen noch die Ausgaben für Grabmal und -anlage von 1500 bis 2500 Euro. Allerdings sind dies nur Durchschnittswerte. Die Preise reichen von einer Billigbestattung für 1000 Euro durchaus bis zu fünfstelligen Summen. Um hier nicht zu viel Geld auszugeben und auch Preisvergleiche anstellen zu können, ist es wichtig, einen Anhaltspunkt für die wichtigsten Posten der Bestattungskosten zu haben. Die Experten von Aeternitas raten: „Mit diesem Wissen können Sie selbstbewusst bei den jeweiligen Anbietern Ihre Wünsche äußern und auf Augenhöhe verhandeln.“

-

Bei den Bestatterleistungen kommen diese Posten zum Tragen: Der Sarg kann zwischen 400 und 5000 Euro kosten. Eine Urne gibt es für 50 oder auch für 1000 Euro. Dazu kommen Kosten für die Bekleidung des Leichnams (30 bis 130 Euro), für das Ankleiden (50 bis 150 Euro, die hygienische Versorgung (50 bis 250 Euro, die Überführungskosten zum Friedhof (110 bis 260 Euro) die Aufbahrung (80 bis 500 Euro), Verwaltungskosten und Trauerbriefe – je nach Aufwand eine dreistellige Summe.

Hinzu kommen die Friedhofsgebühren, die sowohl in den einzelnen Städten sehr unterschiedlich sind und dann auch noch danach differieren, um welche Art von Grab es sich handelt. Urnen- sind preiswerter als Erdgräber. Weiterhin müssen Kosten für den Steinmetz (Grabstein) und den Friedhofsgärtner eingeplant werden. Da werden Kosten für die provisorische Grabanlage nach der Beisetzung fällig (70 bis 450 Euro). Dann die Kosten für die erste dauerhafte Grabgestaltung (160 bis 800 Euro) und schließlich die Kosten für die jährlich abgerechnete Grabpflege. Der Steinmetz berechnet seine Leistung je nach Material, Größe und Bearbeitung. Da gibt es Angebote für 450 Euro, durchaus aber auch das Zehnfache ist möglich.

Auch für den Friedhof müssen Gebühren gezahlt werden

Unausweichlich sind bei jedem Todesfall Gebühren für die Leichenschau und den Totenschein (nach der entsprechenden Gebührenordnung zwischen 20 und 80 Euro) und meist auch für Sterbeurkunden (zwischen fünf und zehn Euro pro Exemplar). Weitere Kosten entstehen bei einer Feuerbestattung für eine Einäscherung im Krematorium (zwischen 200 und 600 Euro). Je nach Ausgestaltung der Bestattung müssen auch noch Beträge für (weltliche) Trauerredner (100 bis 450 Euro), musikalische Gestaltung der Trauerfeier (25 bis 500 Euro), Trauerkaffee/-mahl (200 bis 1.500 Euro) und Zeitungsanzeigen (100 bis 1.000 Euro) eingeplant werden.

Aeternitas empfiehlt, sich den Kostenvoranschlag sorgfältig anzusehen und bei Unklarheiten nachzufragen. Zu diesem Zwecke sollte man eine Begleitperson dabei haben, die nicht so stark emotional betroffen ist.

Geld auf ein Treuhandkonto einzahlen

Angesichts der doch recht hohen Bestattungskosten kommt manch einer auf die Idee, zu Lebzeiten eine sogenannte Sterbegeldversicherung abzuschließen. Die Idee: Monatliche Prämien führen dazu, dass die für den Todesfall festgelegte Summe an den Bezugsberechtigten ausgezahlt wird. Verbraucherschützer zeigen sich hier eher skeptisch. Im Rentenalter oder kurz davor solle man keine Sterbegeldversicherung abschließen, weil dann die Beiträge recht hoch seien. Gerade bei Älteren seien schnell mehr Beiträge geflossen als die Hinterbliebenen im Todesfall erhalten. Alternativ könne es sinnvoll sein, selbst einen bestimmten Betrag anzusparen. Auch kann man bei einem Bestattungsunternehmen einen sogenannten Bestattungsvorsorgevertrag schließen, in dem man bei der Gelegenheit auch gleich die Form der Bestattung, die Art des Sarges und andere Einzelheiten schon zu Lebzeiten festhalten können. Es wird eine bestimmte Summe für diese Leistungen festgelegt. Die Verbraucherschützer raten aber davon ab, das Geld auf das Konto des Bestatters einzuzahlen: „Zahlen Sie nur auf ein Treuhandkonto, zum Beispiel bei der „Deutschen Bestattungsvorsorge Treuhand AG“, damit bei einem etwaigen Konkurs des Bestatters Ihr Geld nicht verloren geht.“

Weitere Folgen – Vorsorge-Ordner wieder erhältlich

Serie: Wir bieten Ihnen zwei Mal in der Woche Berichte zum Thema Vorsorge.

Die Folgen: 1: Die gesetzliche Rente

2. Private Altersvorsorge: Die richtige Strategie

3. Private Altersvorsorge: Produktwelt

4. Pflegegrade

5. Pflegekosten

6. Vorsorgevollmacht

7. Patientenverfügung

8. Das Testament

9. Zehn Dinge, die nach dem Todesfall zu regeln sind

10. Was ist mit der Wohnung?

11. Tabu Sterbehilfe, die Rechtslage in Deutschland

12. Das digitale Erbe

13. Wie Trauerredner trösten

14. Was kostet die Bestattung?

15. Alternative Formen der Bestattung

16. Wenn der Partner stirbt, wann zahlt die Versicherung?

17. Im Hospiz soll niemand allein sterben

Vorsorge-Ordner: Die Vorsorge-Ordner sind wieder erhältlich. Bestellungen sind gebührenfrei unter Tel. (08 00) 4 48 87 47 oder im Internet möglich. Für Abonnenten mit RGA-Karte gilt ein Sonderpreis von 19,90 statt 24,90 Euro zzgl. Versandkosten (5,90 Euro/Bestellung).

www.der-vorsorgeordner.de/wzplus

Auf unserer Übersichtsseite finden Sie alle Folgen der Vorsorge-Serie.

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesen

Corona: Landesweit höchster Wert - 7-Tage-Inzidenz steigt auf über 60
Corona: Landesweit höchster Wert - 7-Tage-Inzidenz steigt auf über 60
Corona: Landesweit höchster Wert - 7-Tage-Inzidenz steigt auf über 60
Weyerstraße nach Unfall gesperrt
Weyerstraße nach Unfall gesperrt
Weyerstraße nach Unfall gesperrt
Seniorin bestohlen und geschubst
Seniorin bestohlen und geschubst
Seniorin bestohlen und geschubst
Wie die Stadt die Inzidenz ermittelt und meldet
Wie die Stadt die Inzidenz ermittelt und meldet
Wie die Stadt die Inzidenz ermittelt und meldet

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Kommentare