Bezirksbürgermeister stellt sich vor

Gräfrath: Peter Hanz will Zukunftsthemen angehen

Die Attraktivität Gräfraths will der neue Bezirksbürgermeister Peter Hanz bekannter machen. Foto: Christian Beier
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Die Attraktivität Gräfraths will der neue Bezirksbürgermeister Peter Hanz bekannter machen.

Peter Hanz ist erst spät in die Politik gekommen, seit Herbst ist er Vorsitzender der Gräfrather Bezirksvertretung – und setzt auf Transparenz.

Von Andreas Tews

Gräfrath. Als Peter Hanz vor 30 Jahren zu den Solinger Stadtwerken und damit in die Klingenstadt kam, war er als 28-Jähriger zwar politisch interessiert, aber nicht in irgendeiner Partei aktiv. Für Solingen hat sich der damals frisch gebackene Maschinenbau-Absolvent der Fachhochschule Bingen (Rheinland-Pfalz) entschieden, weil ihn die Arbeit an den O-Bussen in der Werkstatt der Stadtwerke gereizt hat. Dort ist Hanz – inzwischen als Werkstattleiter – heute noch beschäftigt.

Aber eines hat sich in der Zwischenzeit geändert: Seit gut sechs Jahren ist er für die SPD politisch in der Bezirksvertretung Gräfrath aktiv. Und obwohl er dieses Amt nicht offensiv angestrebt hat, ist er seit sieben Monaten Bezirksbürgermeister – und hat ehrgeizige Ziele für Gräfrath.

Bezirksbürgermeister für Gräfrath: Peter Hanz folgt auf Udo Vogtländer

Große Fußstapfen: Dabei muss er in große Fußstapfen treten. Hanz ist Nachfolger des Ende Oktober plötzlich verstorbenen – und über Parteigrenzen hinaus geschätzten – Udo Vogtländer (SPD). Der langjährige Bezirksbürgermeister sollte im Herbst 2020 eigentlich noch einmal für fünf Jahre gewählt werden. Dazu kam es tragischerweise aber nicht mehr – und plötzlich richteten sich alle Blicke im politischen Gräfrath auf Hanz. Die Bezirksvertretung wählte ihn nur zweieinhalb Wochen später einstimmig zum Bezirksbürgermeister. Dass er nach sieben Monaten im Amt nach wie vor viele neue Kontakte knüpfen muss und den Bekanntheitsgrad Vogtländers noch lange nicht erreicht hat, ist ihm bewusst. Er hat sich aber vorgenommen, viel unterwegs zu sein und mit den Menschen zu sprechen. Hanz erklärt: „Ich wachse mit meinen Aufgaben.“

„Wir dürfen den Menschen nicht einfach etwas vor die Füße werfen.“

Peter Hanz zu politischen Entscheidungsprozessen

Politische Anfänge: Vogtländer war es 2012 auch gewesen, der Peter Hanz für die Mitarbeit in der SPD gewonnen hatte. Der 1963 in Hachenburg (Westerwald) geborene Hanz hatte sich zuvor zusammen mit weiteren Mitstreitern erfolgreich für den Erhalt des Grundschulstandortes Ketzberg eingesetzt.

Herkunft: Dass es damals die SPD war, in der er begann, sich zu engagieren, ist aus Hanz’ Sicht aufgrund seiner Herkunft nur konsequent. Er stammt aus einer Arbeiterfamilie im westerwäldischen 350-Seelen-Dorf Lochum.

Ausbildung: Seine Ausbildung dort war nicht von Anfang an auf einen Fachhochschulabschluss ausgerichtet. Zunächst absolvierte er eine Lehre zum Kraftfahrzeug-Mechaniker, erst danach holte er die Mittlere Reife und das Fachabitur nach, um anschließend zu studieren.

Ziele: Zu seinen politischen Zielen gehört unter anderem, weitere neue Gewerbeflächen, die auf der grünen Wiese entstehen, in Gräfrath zu verhindern. Gemessen an der Einwohnerzahl habe der Stadtbezirk die meisten Gewerbeflächen, erklärt er. Statt immer neue Gebiete zu erschließen, sei es sinnvoller, Brachen wie das ehemalige Silag-Gelände wiederzubeleben. Hanz hält es vor allem für wichtig, dass für bereits ortsansässige Betriebe Lösungen gefunden werden. Einen gewissen Mangel sieht er in Gräfrath noch beim Einzelhandelsangebot.

Auch das Parkplatzproblem soll endlich gelöst werden

Wichtig ist ihm auch eine Lösung der Parkplatzprobleme im Stadtteil. Im Blick hat er dabei unter anderem das alte Bahnhofsgelände, für das es seit Jahren Pläne für einen Lebensmittelmarkt gibt. „Egal, was dort oben passiert“, sagt Hanz, „da muss eine öffentliche Tiefgarage entstehen.“ Auf andere Weise sei die angespannte Stellplatzsituation rund um den alten Ortskern kaum zu entschärfen.

Positive Entwicklungen sieht er am Central. Endlich habe der Abriss des maroden Haues neben der Apotheke begonnen. Vor allem an der vielbefahrenen Kreuzung seien Gebäude saniert worden. Es solle dort weiter vorangehen.

Gefördert werden müsse auch das touristische Angebot. Die Attraktivität des Stadtteils müsse bekannter gemacht werden. Hanz hat dabei auch die jüngere Generation und deswegen digitale Angebote im Blick. Ob ein von der SPD ins Gespräch gebrachter digitaler Stadtrundgang zum Beispiel Eingang in die vom Heimatverein angestrebte Heimatwerkstatt (| Bericht folgt) findet, steht noch nicht fest.

Gräfrath: Entscheidungen sollen für Bürger transparent sein

Bürgernähe: Für strittige Debatten strebt Hanz einen sachlichen Umgang miteinander an. „Trotz aller Diskussionen müssen wir am Ende zueinanderkommen.“ In seiner bisherigen politischen Arbeit hat er festgestellt, dass „Menschen empfindlich auf Veränderungen in ihrem Umfeld reagieren“. Dies haben ihm unter anderem die Diskussionen um die Vorfahrtsregelungen für Radfahrer auf der Korkenziehertrasse in Nümmen oder um die Wuppertaler Bodenrecyclinganlage an der Stadtgrenze zu Gräfrath gezeigt.

Dies bedeutet für Hanz nicht, dass es in Gräfrath keine Veränderungen geben dürfe. Er setzt dabei aber auf Transparenz. „Wir dürfen den Menschen nicht einfach etwas vor die Füße werfen“, erklärt er. Wichtig sei es, den Bürgern die Vorgänge und Überlegungen zu erklären, bevor alles entschieden sei.

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ST-Stadtteilserie: Acht Wochen lang geht´s um Solingens Stadtteile - Gräfrath macht den Anfang

Stadtteile: In unserer Stadtteilserie behandeln wir acht Stadtteile für jeweils eine Woche als Schwerpunkt. In der Gräfrath-Woche geht es unter anderem um die geplante Heimatwerkstatt des Heimatvereins und Tempo-30-Zonen.

Lesertelefon: Anregungen für Gräfrather Themen nimmt ST-Redakteur Andreas Tews heute zwischen 15 und 16 Uhr unter Tel. 299-176 entgegen.

Andreas Tews

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