Bewohner werden dank Digitalisierung merklich fitter

Die bergische Krankenkasse übergibt gemeinsam mit dem Sportbildungswerk Solingen mehrere Tablets an die Bewohner des Altenheims Eugen-Maurer-Haus in Gräfrath. Foto: Tim Oelbermann
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Die bergische Krankenkasse übergibt gemeinsam mit dem Sportbildungswerk Solingen mehrere Tablets an die Bewohner des Altenheims Eugen-Maurer-Haus in Gräfrath. Foto: Tim Oelbermann

Eugen-Maurer-Haus nimmt an Pilotprojekt teil

Von Timo Lemmer

Inge Schmidt hat es in den vergangenen Monaten gemerkt: Als die regelmäßige Bewegung in der Corona-Hochphase aus Sicherheitsgründen fehlte, vermisste die Bewohnerin des Eugen-Meurer-Haus ihren Sport nicht nur. Die Pause schränkte auch ihre Bewegung merklich ein. Man muss eben dabei bleiben, um fit zu bleiben. Das war zuletzt aber schlicht nicht möglich.

Denn Vereinstrainer, die in Kooperationen mit dem Gräfrather Altenzentrum zusammenarbeiten, durften nicht mehr ins Haus, und auch die gemeinsamen Kurse fielen aus. Daher herrsche bei ihr „sehr große Freude, dass es nun wieder losgeht“, sagte die 87-Jährige am Dienstagmorgen.

Da sorgten Chris Winter vom Solinger Sportbund und Jan Römer von der Bergischen Krankenkasse nämlich für Glücksgefühle und eine erste, neu konzipierte Sporteinheit: Für zunächst drei Monate erhält die Einrichtung zehn Tablets und zahlreiche Therabänder. Auf den Tablets, die den Mitarbeitern nun zur Verfügung stehen, um Bewohner zum Sport einladen zu können, hat Winter etliche professionell produzierte Videos zum Mitmachen aufgespielt. Einen ersten Einblick ins neue Sportangebot genossen ein Dutzend Bewohner bei einem viertelstündigen Mitmach-Programm.

„Wir haben das Programm mal angerissen“, erklärte Winter nach der Einheit im Sitzen. Das Projekt, das als Pilot fungiert, läuft unter dem Titel: „Pflege bewegt“. Es richtet sich auch an Mitarbeiter.

Eugen-Mauerer-Haus ist zertifiziert im Bereich Bewegung

Winter selbst liegt das Eugen-Maurer-Haus spätestens seit 2015 am Herzen, als er hier seine Masterarbeit umsetzte. Mit dem Programm Smile setzte er damals auf Krafttraining, dessen Nutzen er anschließend wissenschaftlich analysierte. Seitdem ist das Altenzentrum sehr sportlich unterwegs.

Das untermauerte beim Treffen Steffi Höfer vom Sozialen Dienst, die Winters Engagement deutlich lobte: „Der stationäre Muskelaufbau zum Erhalt der Lebensqualität hat uns 2015 noch einmal ganz klar gezeigt, wie viel den Bewohnern Bewegung bringt. Seitdem haben wir unterschiedliche Sportgruppen, Kooperationen und machen Sport in Einzelarbeit.“ Dadurch sei das Haus zertifiziert im Bereich Bewegung. Die Effekte seit 2015 seien klar zu spüren: „Wir merken, dass die Bewohner in Sachen Bewegung sehr gut drauf sind und dabei noch viel, viel Spaß haben.“

„Pflege bewegt“ ergänzt nun das bestehende Angebot. Die Videos sind dabei auf alle Leistungsstände abgestimmt. Einige dauern 10, andere 20 Minuten. Winter: „Bei diesem Programm geht es um Aktivierung. Wir wollen den Bewohnern einen vielfältigen Alltag bieten, und darin regelmäßige Bewegungshäppchen integrieren.

Und es geht natürlich auch um die Digitalisierung von älteren Menschen.“ Was Aktivierung angeht, hatte Inge Schmidt jedenfalls bisher ihr eigenes Programm: „Ich habe jeden Morgen am Waschbecken Sport gemacht.“ Sie und Kurt Heinze, 93 Jahre, waren bei der Premierenrunde des neuen Programms dabei. Sie gehören im Sportbereich zu den „alten Hasen“, sind seit 2015 dabei. Schmidt: „Mir hat das sehr geholfen. Durch die Bewegung bin ich fitter geworden.“

Pflege bewegt

Idee: Das Projekt nahm im März seinen Anfang, als Bewohner von Altenheimen nicht nur keinen Sport machen konnten, sondern auch sozial isoliert leben mussten. „Wir wollen für die Leute da sein“, sagte Christopher Winter, der neben dem Sport auch die Möglichkeiten des Digitalen untermauert.

Sponsor: Die Bergische ist mit einem „guten vierstelligen Betrag“ dabei, wie Jan Römer verriet: „Wir suchen auch nach weiteren Partnern.“

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