Bewegung auf Hockern für Lungenkranke

Heike Friel, Übungsleiterin, trainiert mit den Teilnehmern der Hockergruppe. Foto: Michael Schütz
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Heike Friel, Übungsleiterin, trainiert mit den Teilnehmern der Hockergruppe. Foto: Michael Schütz

Das ST stellt Reha-Sport-Angebote vor

Von Jutta Schreiber-Lenz

Solingen ist im Bereich Rehabilitationssport gut aufgestellt. Die neun im Reha-Netzwerk zusammengefassten Sportvereine bieten vielfältige Angebote, die einen großen Beitrag leisten, wieder fit zu werden. Das ST hat sich umgesehen und stellt in einer kleinen Serie einzelne Gruppen vor – heute die Hockergruppe des Lungensports im TSV-Solingen. Und die zeigt, dass Sport auch im Sitzen möglich ist.

Stöcke mit ausgestreckten Armen über den Kopf halten und damit den Oberkörper nach rechts oder links dehnend strecken, sich Bälle zuwerfen, einfach mal die Schultern kreisen lassen. Immer wieder zwischendurch die „Kutscherhaltung“, die von Übungsleiterin Heike Friel vorgemacht wird: Vorbeugen, ausgesteckte Arme auf den Knien abstützen, ausatmen. „Und achtet auf die Lippenbremse“ sagt sie. Ein Appell, der oft fällt während der Dreiviertelstunde an diesem Freitagmorgen im Medizinischen Versorgungszentrum Bethanien.

„Dahinter steckt, die Achtsamkeit aufs Ausatmen zu legen, und seine Atmung zu kontrollieren“ sagt die erfahrene Übungsleiterin, die eine spezielle Zertifikation in diesem medizinischen Bereich hat. Jedes Jahr muss sie ihren Wissensstand auffrischen, um ihren Schein behalten zu können.

Die acht Teilnehmer sind eifrig bei der Sache, selbst ein tragbares Sauerstoffgerät stört nicht bei den Bewegungen. „Beweglichkeit, Atemübungen, Kraft und Ausdauer sowie Entspannung sind die fünf Säulen, auf denen unser Training beruht“, erläutert Heike Friel – und das gilt auch für die etwas fitteren Lungenpatienten. Sie sind etwas belastbarer und machen vieles im Stehen – aber auch hier gilt natürlich immer, dass es Pausen gibt.

Viele Übungen seien längst im Alltäglichen angekommen, erzählen die Teilnehmer wie mit einer Stimme. „Die Sache mit der Lippenbremse, die Panik beim Ausatmen verhindert, zum Beispiel“. Die meisten, die beim Lungensport mitmachen, leiden unter COPD, eine chronische obstruktive Lungenerkrankung, die irreversibel ist und im Laufe der Jahre zunehmend das Atemvermögen beeinträchtigt. „Dass ich nicht mehr gesund werde, ist klar, aber der regelmäßige Reha-Sport hilft mir, mein derzeitiges Level noch eine Weile zu halten“, sagt eine Teilnehmerin.

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