Gute Seele des Vereins

Er bewahrt das Gedenken an seinen Vater

Niclas Kurzrock und seine Frau Tina Thiermann gehören zum Beirat der „Bernd Kurzrock Jugendstiftung“. Beim Fest „Leben braucht Vielfalt“ präsentierten sie sich erstmals in der Öffentlichkeit. Foto: Uli Preuss
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Niclas Kurzrock und seine Frau Tina Thiermann gehören zum Beirat der „Bernd Kurzrock Jugendstiftung“. Beim Fest „Leben braucht Vielfalt“ präsentierten sie sich erstmals in der Öffentlichkeit.

Die Bernd Kurzrock Jugendstiftung unterstützt Projekte. Familie engagiert sich für den guten Zweck.

Von Simone Theyßen-Speich

Die Idee, eine Kinder- und Jugendstiftung zu gründen, hatte der ehemalige Bürgermeister und FDP-Ratsherr Bernd Kurzrock schon vor vielen Jahren. Durch seinen plötzlichen Tod 2001 konnte er sie selbst nicht mehr umsetzen. Seine Söhne Niclas und René Kurzrock beleben jetzt die Idee unter dem Motto „60 for 16“ wieder. Erste Projekte haben sie mit ihrem ehrenamtlichen Engagement bereits umgesetzt.

„Mein Vater hatte sogar schon den Namen für die von ihm angedachte Stiftung entwickelt“, erinnert sich Niclas Kurzrock. „60 for 16“ soll bedeuten, dass die ältere Generation ihre Möglichkeiten nutzt, um etwas für die Jugend zu tun. Als Bernd Kurzrock im Mai 2001 kurz vor seinem 60. Geburtstag plötzlich verstarb, war für die Familie und Wegbegleiter klar – die Idee muss weitergeführt werden.

Der frühere Bürgermeister Bernd Kurzrock.

An seinem Geburtstag, dem 28. Mai 2001, wurde deshalb die Stiftung gegründet. „Grundstock war das Geld, das anlässlich der Beerdigung für diesen Zweck gespendet wurde“, erzählt Niclas Kurzrock, der damals erst 16 Jahre alt war. Geleitet wird die Stiftung durch einen achtköpfigen Beirat (» Kasten).

Die Stiftung selbst ist angesiedelt bei der Treuhandstiftung „Gemeinsam handeln“. „Wir können uns also als Beirat ausschließlich um kreative Ideen kümmern. Alle wirtschaftlichen Fragen sowie die Anlage und Verwaltung des Geldes geschieht über die Treuhandstiftung.“

Mehrere Jahre lag die Idee quasi auf Eis. „Es war für meinen Bruder und mich nicht einfach, dadurch auch immer wieder an den Tod des Vaters erinnert zu werden“, erklärt Niclas Kurzrock, der neben seinem ehrenamtlichen Engagement in Solingen auch hauptamtlich für die Theodor-Fliedner-Stiftung in Mülheim arbeitet.

Projekte aus Kultur und Sport werden unterstützt

„Mittlerweile erfreuen wir uns aber an dem Gedanken, in seinem Sinne zu handeln“, so der heute 31-Jährige. „Bei Gesprächen und Planungen kommen wir immer wieder an den Punkt, an dem wir sagen: ,Das hätte dem Papa gut gefallen.´“

Seit 2013 arbeitet die Stiftung jetzt ganz aktiv. „Wir fördern Projekte in Solingen, die an uns herangetragen werden oder die wir selbst entwickeln“, betont Niclas Kurzrock, dessen Ehefrau Tina Thiermann mittlerweile auch im Beirat aktiv ist. Vorzugsweise sind es Projekte aus den Bereichen Jugendkultur und Jugendsport.

„Wir möchten aber nicht nur reiner Geldgeber sein, sondern Ideen weiterentwickeln“, betont Kurzrock einen wichtigen Ansatz. Etwa bei der Unterstützung einer Klassenfahrt nach Berlin. „Da haben wir nicht nur einfach Geld gegeben, sondern einen Besuch in einer Konzentrationslager-Gedenkstätte finanziert.“

Aus alten Paletten wurden Sitzmöbel gebaut

Für die Sportmannschaft, in der das Geld in einigen Familien nicht für ein neues Trikot reichte, wurde gleich ein ganzer Mannschaftssatz angeschafft. „Man darf Kindern und Jugendlichen, die bedürftig sind, nicht das Gefühl geben, dass sie arm sind und das Geld in der Familie nicht ausreicht“, nennt Kurzrock einen wichtigen Grundsatz.

Eingesetzt hat sich der 31-Jährige beispielsweise auch für die Offene Zeltstadt im Sommer. „Die Jugendlichen kamen mit dem Wunsch nach einer Chill-Out-Area“, erinnert er sich. Die Stiftung hat dann letztendlich Material gekauft und einen Schreiner bezahlt, der mit den Kindern aus alten Paletten Sitzmöbel für die Zeltstadt selbst gebaut hat.

Hilfe für Selbsthilfe war auch die Unterstützung für den „Kleinsten Proberaum der Welt“ der Jugendförderung, Hier wurden über viele Kontakte und Beziehungen Instrumente angeschafft.

JUGENDSTIFTUNG

BEIRAT Die ehrenamtliche Arbeit für die Stiftung leisten Niclas Kurzrock, René Kurzrock, Tina Thiermann, Gerd Brems, Lars Grah, Franz Haug, Dr. Rainer Kascha und Regina Finis. 

KONTAKT Informationen und Kontakt unter: www.60for16.de

„Wir haben mit 12 000 Euro nur einen kleinen Stiftungskapitalstock, der nicht angerührt werden darf“, betont Niclas Kurzrock. Deshalb seien es im Jahr nur ein paar hundert Euro, die investiert werden können. „Aber mit viel Kreativität und ehrenamtlichen Engagement kann man damit einiges erreichen.“

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