Gericht

Bewährung: Letzte Chance für 48-Jährigen

Landgericht Wuppertal
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Das Landgericht in Wuppertal.

Betrug bei Waschmaschinen-Reparatur

Von Dirk Lotze

Solingen. Nach gewerbsmäßigem Betrug bei der Reparatur einer Waschmaschine für eine Seniorin hat das Landgericht Wuppertal ein Urteil des Amtsgerichts Solingen bestätigt. Der nun verurteilte, 48 Jahre alte Mann kassierte von einer Rentnerin 300 Euro für ein Steuerungsteil, das er nie beschaffte. Die Tat war Teil einer Serie des Mannes 2018 und 2019. Das rechtskräftige Urteil lautet auf ein Jahr und neun Monate Freiheitsstrafe. Der 48-Jährige braucht nicht erneut ins Gefängnis, wenn er den Schaden abzahlt und Sozialstunden leistet. Das Landgericht erhält ihm „gerade eben so“ die Bewährungschance, die das Amtsgericht ausgesprochen hat. Die vorsitzende Richterin stellte ihm klar: „Wir haben ein persönliches Problem damit, dass Sie alte Menschen über den Tisch gezogen haben.“ Die Beute von 1830 Euro aus den vier bekannt gewordenen Taten zieht die Landeskasse ein.

Der arbeitslose Verurteilte ist ohne Ausbildung und vorbestraft wegen gleicher Taten: Ab 2004 leitete er in einer Hausgeräte-Reparaturfirma Mitarbeitende telefonisch an, wie sie Kunden durch nutzlose Ersatzteile auf Kosten treiben konnten. Teils blieben Geräte defekt und demontiert vor Ort liegen, nachdem die Besitzer angezahlt hatten. In einem Fall habe er einer Seniorin eine 17 Jahre alte Waschmaschine als neues Markengerät für 5600 Euro verkauft. Bei der Tat an der Weinsbergtalstraße war der Mann nach Haft erst wenige Wochen wieder in Freiheit. Nach einer angeblichen Reparatur in Köln nahm er noch Trinkgeld von einer Kundin an, obwohl er wusste, dass er nichts an ihrer Maschine verändert hatte.

Der Mann wohnt in einer anderen Stadt und lebt von Geld vom Jobcenter. Dem Gericht sagte er, er repariere nebenbei Waschmaschinen. Seine Aussage: „Kürzlich war ein Kunde nicht zufrieden, da habe ich ihm Geld zurück gegeben. Das habe ich vorher noch nie gemacht. Das war ein gutes Gefühl.“

Fazit des Gerichts: „Erhalten Sie sich das.“ Die vorsitzende Richterin fügte hinzu: „Ganz ehrlich: Mir wird schlecht, wenn ich mir vorstelle, dass Sie wieder was mit Waschmaschinen machen.“ Der Mann erfülle ganz knapp die Voraussetzungen für Bewährung. Die Staatsanwältin hatte zunächst dagegen plädiert. Das Urteil des Landgerichts nahm sie schließlich an.

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