Bücher für die Menschlichkeit

Betty-Reis-Gesellschaft will Buchpreis vergeben

Schuldezernentin Dagmar Becker (Mitte) eröffnete die kleine Bücher-Ausstellung gemeinsam mit Vertretern der Betty-Reis-Gesellschaft, des Schulvereins der Geschwister-Scholl-Schule und der Bibliothek. Foto: Daniela Tobias
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Schuldezernentin Dagmar Becker (Mitte) eröffnete die kleine Bücher-Ausstellung gemeinsam mit Vertretern der Betty-Reis-Gesellschaft, des Schulvereins der Geschwister-Scholl-Schule und der Bibliothek.

Verein initiiert Ausstellung in der Stadtbibliothek.

Unter dem Titel „Bücher für die Menschlichkeit“ wurde in der Solinger Stadtbibliothek nicht nur an den 100. Geburtstag des Widerstandskämpfers Hans Scholl erinnert, sondern auch eine Literaturausstellung mit gespendeten Kinder- und Jugendbüchern eröffnet.

Dezernentin Dagmar Becker bedankte sich für die Initiative der Betty-Reis-Gesellschaft. „Es ist heute wichtiger denn je, bei den Jugendlichen frühzeitig das Verständnis für eine freiheitliche, demokratische Gesellschaft zu wecken und menschenfeindlichen Einstellungen entgegenzuwirken.“ Demokratie erfordere Engagement und bedeute auch, Vielfalt aushalten zu lernen.

100 Bücher werben für Toleranz und Freiheit

Olaf Link, Vorsitzender der Betty-Reis-Gesellschaft, erzählte von der erschütternden Geschichte des jüdischen Mädchens Betty Reis, das in Solingen in der Pogromnacht gefoltert wurde und später im KZ Bergen-Belsen ums Leben kam. In ihrem Namen will der Verein zukünftig einen Buchpreis vergeben. Dabei kooperiere man mit der Geschwister-Scholl-Schule und der Grundschule Bogenstraße, deren Schülerinnen und Schüler einen Teil der Jury stellen sollen.

Lesen Sie auch: Verein erinnert an die Jüdin Betty Reis

Die etwa 100 Bücher im Wert von 1000 Euro - Astrid-Lindgren-Klassiker über das Tagebuch der Anne Frank bis hin zu aktuellen Geschichten -, die mit Hilfe des Landesprogramms „Demokratie leben“ gespendet wurden, bleiben bis Ende November in der Stadtbibliothek ausgestellt, bevor sie den Schulbibliotheken der beiden Schulen zur pädagogischen Arbeit zur Verfügung gestellt werden.

Einen der Autoren hatte die Betty-Reis-Gesellschaft zur Eröffnung eingeladen, aus seinem neusten Buch zu lesen. Rüdiger Bertram erläuterte zunächst die Entstehungsgeschichte seines Romans „Der Pfad“.

BETTY-REIS-GESELLSCHAFT

VEREIN Die Betty-Reis-Gesellschaft wurde im Mai 2017 gegründet. Geplant ist im jährlichen Wechsel ein deutschsprachiges Kinder- beziehungsweise Jugendbuch mit dem Betty-Reis-Buchpreis auszuzeichnen, das in besonderer Weise das Verständnis für Frieden, Freiheit und Toleranz fördert.

betty-reis-gesellschaft.de

Es geht darin um einen Vater und seinen Sohn, die aus Berlin vor den Nationalsozialisten geflüchtet sind und mit Hilfe von Schmugglern versuchen die französisch-spanische Grenze zu überqueren. „Nachdem ich die Autobiografie von Lisa Fitko gelesen hatte, die den Philosophen Walter Benjamin über die Pyrenäen führte, fiel mir auf, dass es solche Geschichten noch nicht aus der Perspektive von Kindern gab, die ja ebenfalls solche Fluchten mitgemacht haben.“

Musikalisch wurde die Veranstaltung von Schülern der Geschwister-Scholl-Schule begleitet. red

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