Gesundheit

Bethanien übernimmt Tests für Hausärzte

Carmen Kühn (r.) und Maximilian Miltz unterstützen als studentische Aushilfen in Bethanien die Coronatestungen. Foto: Christian Beier
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Carmen Kühn (r.) und Maximilian Miltz unterstützen als studentische Aushilfen in Bethanien die Coronatestungen.

Kooperationsvertrag ermöglicht es, die Praxen bei den Corona-Abstrichen zu entlasten.

Von Simone Theyßen-Speich

Solingen. Man müsse jetzt vom Sprintmodus in den Marathon-Modus übergehen, so bildlich beschrieb Oberbürgermeister Tim Kurzbach (SPD) gestern die Situation in Solingen im Kampf gegen die Corona-Pandemie. Gemeinsam mit Prof. Dr. Winfried Randerath, Chefarzt der Lungenfachklinik Bethanien, Dr. Stephan Lenz, Vorsitzender der Solinger Kassenärztlichen Vereinigung (KV), und dem Beigeordneten Jan Welzel zog er Bilanz – ein halbes Jahr nach Beginn des Lockdowns.

„Mit vereinten Kräften ist es uns in Solingen gelungen, gut durch die Krise zu kommen“, betonte Prof. Randerath das Miteinander von Kliniken, Stadt und niedergelassenen Ärzten. Man könne stolz sein, dass dieses Netzwerk hervorragend funktioniere, unterstrich auch Kurzbach. Im nächsten Schritt gehe es jetzt aber darum, in der Stadt Lösungen für Probleme zu finden, die durch Vorgaben des Landes und des Bundes nicht geklärt seien.

Dabei geht es etwa um die Abrechnung der Coronatests – allein in Bethanien gab es seit März knapp 8000 Abstriche. „Die Vorgabe des Bundes etwa, dass die Reiserückkehrer durch die niedergelassenen Ärzte getestet werden sollen, hätte die 20 Hausarztpraxen, die derzeit auch über den eigenen Patientenstamm hinaus testen, überfordert“, skizziert Internist Dr. Stephan Lenz.

Deshalb hat Bethanien jetzt einen Vertrag mit der KV Nordrhein geschlossen. „Damit können wir jetzt auch Patienten mit Symptomen, die sonst in den Arztpraxen vorstellig würden, ohne großen Bürokratieaufwand testen“, erklärt Prof. Randerath. Denn die Testungen und deren Finanzierung sind kompliziert. Werden die Tests der Reise-rückkehrer etwa vom Bund gezahlt, so werden Patienten mit Symptomen von den Krankenkassen übernommen.

Ein Rahmenvertrag, den die Stadt mit der KV geschlossen hat, regelt die unterschiedlichen Tests-Indikationen. Da gibt es Menschen mit Symptomen, Kontaktpersonen, solche die über die Warn-App informiert wurden, Reiserückkehrer, Mitarbeiter in Schulen und Kitas oder Menschen, die vor einer Operation oder der Aufnahme in eine Einrichtung getestet werden müssen. „Unser stadtinternes Abkommen hilft jetzt, all diese Fallgruppen schnell zu testen und ohne übergroße Bürokratie abzurechnen“, erklärt Jan Welzel.

Er betonte auch, dass nur etwa die Hälfte der Kosten überhaupt refinanziert werde. „Schon jetzt sind durch die Tests Kosten für die Stadt von mindestens 500.000 Euro entstanden.“ Auch die Reihentests in den Altenheimen, die kurz vor dem Abschluss stehen, seien eine freiwillige Leistung der Stadt. Jetzt sollen Reihentests in Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen folgen.

„Das alles ist wichtig, weil wir weiter wachsam bleiben müssen“, so Prof. Randerath. Im Herbst werde die Zahl der Atemwegserkrankungen, deren Symptome von den Covid-19-Symptomen nicht zu unterscheiden sind, weiter ansteigen.

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