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Bethanien-Park ist ein Aufderhöher Kleinod

Seit 2004 kümmert sich Carsten Suhre um das Bethanien-Gelände in Aufderhöhe.
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Seit 2004 kümmert sich Carsten Suhre um das Bethanien-Gelände in Aufderhöhe.

Kleines Team hält das „Naherholungsgebiet für Patienten und Bewohner“ in Schuss.

Von Manuel Böhnke

Solingen. Der Wald beginnt, wo das Gelände zu enden scheint. Carsten Suhre nimmt ein paar Abzweigungen, legt eine leichte Steigung zurück. Der Wald lichtet sich, dann erreicht er den Ölbergweg. Der auf einer Anhöhe gelegene Pfad bietet eine beeindruckende Aussicht – kilometerweit über die Wupperberge hinweg auf der einen, in Richtung Rheinland auf der anderen Seite. Nach wenigen Metern taucht am Rande von Feldern ein von Hecke umgebenes Rechteck auf – der Diakonissen-Friedhof der Diakonie Bethanien. Es ist still. „Das ist mein Lieblingsort auf dem Grundstück, diese totale Ruhe“, sagt Carsten Suhre.

Der Agrarbetriebswirt muss es wissen. 2004 nahm er seine Arbeit für Bethanien auf, verantwortet seitdem das weitläufige Gelände in Aufderhöhe, zu dem auch Waldstücke und der Diakonissen-Friedhof gehören. Zwar ist er seit knapp vier Jahren als Vorsitzender der Mitarbeitervertretung freigestellt. Doch noch immer kümmert er sich um den Park. „Die Anlage liegt mir am Herzen“, betont der 50-Jährige. Sie sei ein echtes Kleinod inmitten des Stadtteils.

Damit das so bleibt, ist hoher Aufwand notwendig. Suhre trägt die organisatorische Verantwortung, ein Landschaftsgärtner und eine Teilzeitkraft setzen die nötigen Maßnahmen um. Zu bewirtschaften sind rund 20 Hektar. Der Schwerpunkt liegt auf der Grünpflege. Mehr als 100 Bäume stehen rund um die Lungenfachklinik und die Pflegeeinrichtungen der Diakonie. Bei einigen handelt es sich um Naturdenkmäler, einzelne sind mehr als 200 Jahre alt. „Damit sind ihre Wurzeln älter als Bethanien“, sagt der Agrarbetriebswirt.
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Katatster zeigt, wie viel Lebenszeit ein Baum voraussichtlich noch hat

Kurz nach seinem Wechsel nach Aufderhöhe hat Carsten Suhre den Baumbestand mit einem Pilz behandelt, um ihn zu vitalisieren und eine bessere Nährstoffaufnahme zu ermöglichen. Das Thema beschäftigt ihn bis heute, denn der Klimawandel macht auch vor dem Bethanien-Park nicht Halt: „Wir haben einige Bäume, die wohl nur noch ein paar Jahre überleben werden.“

Um sich einen Überblick zu verschaffen und die Verkehrssicherheit zu gewährleisten, haben die Verantwortlichen ein digitales Kataster erstellt. Darin sind rund 160 junge und alte Bäume aufgeführt, die zentral auf dem Gelände und an dessen Rand stehen. Regelmäßig werde deren Vitalität geprüft, bei Bedarf Maßnahmen eingeleitet. „Aus dem Kataster können wir ablesen, welche Lebenszeit ein Baum voraussichtlich noch hat“, erläutert Suhre. Das sei eine wichtige Information, um rechtzeitig nachpflanzen zu können. Die Setzlinge sollen im Schatten des Bestands heranwachsen. Das Waldstück am Rande des Bethanien-Geländes ist im Kataster nicht enthalten. Die dortige Vegetation ist weitestgehend naturbelassen.

Bethanien-Park ist ein Ort der Ruhe und der Begegnungen

„Dieser Park war für mich schon immer wertvoll“, betont Carsten Suhre. Er sieht ihn als „Naherholungsgebiet für unsere Patienten und Bewohner“. Einen Ort der Ruhe, der Begegnung unmittelbar an den Einrichtungen zu haben, sei ein Privileg. Und das möchte er pflegen: „Die Menschen sollen sich innen und außen gut aufgehoben fühlen.“ Das sei nicht nur eine Frage der Optik.

Damit lautstarke Arbeiten nicht die Ruhe stören, kommen weitestgehend Akkugeräte zum Einsatz. Zudem sei das Ziel, den Park so verkehrsberuhigt wie möglich zu gestalten. „Das Gelände hat noch viel Potenzial“, ist Carsten Suhre überzeugt. Er plant, vermehrt auf Pflanzen zu setzen, die die Bewohner der Pflegeeinrichtungen an ihre Jugend erinnern. Zudem möchte er das Areal stärker für die Bewohner Aufderhöhes öffnen. Gelingen soll das nicht nur mit einer ansprechenden Gestaltung, sondern auch mit Aktionen. Jüngst fand im Bethanien-Park etwa ein Vespa-Treffen statt.

Auch für seinen Lieblingsplatz hat er Pläne. Der Friedhof, auf dem bis heute Diakonissen die letzte Ruhe finden, soll bald wieder aussehen wie ursprünglich. Dazu möchte Carsten Suhre den Hauptweg und die Grabfelder überarbeiten. Und eine Bank soll es geben. Ein Ort des Innehaltens in andächtiger Ruhe.

Serie

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In der ST-Stadtteilserie steht in dieser Woche Aufderhöhe im Mittelpunkt. In der nächsten Ausgabe geht es um die Aktivitäten der Evangelischen Kirchengemeinde St. Reinoldi Rupelrath.

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