Im Galileum

Besucher sehen simulierte Weltallmission

Der abgebrochene Raketen-Start nahm dem Besuch im Galileum dank einer Simulation nichts von seiner Spannung.
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Der abgebrochene Raketen-Start nahm dem Besuch im Galileum dank einer Simulation nichts von seiner Spannung.

Trotz der technischen Panne beim Start der Rakete Artemis gab es im Galileum eine Reise ins All.

Von Andreas Römer

Ohligs. Der Höhepunkt blieb leider aus: Rund 30 Besucher im Galileum warteten vergebens auf spektakuläre Bilder eines Raketenstarts vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral in Florida. Die Weltraumexperten des Galileums hatten eingeladen, gemeinsam den Start der Artemis-Mission zu verfolgen. Fast 50 Jahre nach der letzten bemannten Mondlandung will die Nasa gemeinsam mit Partnern wie etwa der Europäischen Weltraumorganisation Esa, mit Artemis wieder Menschen zum Mond schicken.

Doch schnell wurden die Hoffnungen der weltrauminteressierten Solinger ausgebremst. 40 Minuten vor dem geplanten Start stoppte man in Florida zunächst den Countdown. „Die Nasa meldet Probleme im Kühlkreislauf eines der vier Haupttriebwerke“, erläuterte Frank Lungenstraß, Geschäftsführer des Galileums. „Wir sind gespannt, ob sie das lösen können oder ob der Start verschoben werden muss“, so Lungenstraß weiter. Für den Montag gebe es nur ein zweistündiges Fenster, in der der Start erfolgen müsse, sonst klappt das nicht mir der „richtigen“ Umlaufbau um den Mond. Nach knapp einer Stunde sagte die Nasa dann den Start komplett ab.

Dennoch hat niemand den Ausflug in die Solinger Sternwarte bereut. Sebastian Fleischmann, Vizepräsident der Walter-Horn-Gesellschaft, erläuterte viele Details, die mit tollen Bildern aus Amerika an der Wölbung der Sternwarte jeden beeindrucken mussten. „Artemis ist die größte Rakete seit dem Apollo-Programm und würde vermutlich so gerade unter die Müngstener Brücke passen“, sagte Fleischmann. Es sei wichtig, dass man alle Sicherheitsvorkehrungen einhalte, wenn man nämlich einmal gezündet habe, sei es wie bei einer Silvesterrakete, „da lässt sich nichts mehr stoppen.“

Der Name Artemis stammt ebenfalls aus der griechischen Mythologie. Artemis ist die Mondgöttin und Zwillingsschwester Apollons, der Namensgeber für das erste Mondlandungsprogramm war. Auch wenn dieser erste Testflug noch ohne menschliche Besatzung durchgeführt wird, will Artemis zukünftig wieder Menschen zum Mond bringen. „Wir werden schon bald feste Stationen auf dem Mond haben“, ist Frank Lungenstraß überzeugt. Mit Artemis werde ein sogenanntes Gateway in der Mondumlaufbahn errichtet, das Landungen auf dem Mond und Weiterreisen zu anderen Planeten wie dem Mars erleichtern soll.

Was dort alles geplant ist, wurde in einem Video der Nasa, das von Sebastian Fleischmann ins Deutsche übertragen wurde, im Detail anschaulich dargestellt. Ja, die Älteren unter den Besuchern, werden sich nicht nur an die Mondlandungen erinnern, viele haben den Fehlschlag von Apollo 13 im Jahr 1970, dem Hollywood in einem Film mit Tom Hanks ein Denkmal setzte, und natürlich auch die Fernsehserie „Mondbasis Alpha 1“ noch im Gedächtnis. Vieles der Pläne der Nasa und ihrer Partner scheint der Serie nahezukommen.

Und so können alle Weltrauminteressierten im Galileum miterleben, wie aus der einstigen Fiktion schon bald Wirklichkeit werden kann. Auch wenn es am Montag mit Live-Dabeisein beim Start noch nicht geklappt hat. „Es ist richtig, dass man hier vorsichtig ist. Ein Fehlschlag würde ja nicht nur Milliarden Dollar in den Sand setzen, sondern womöglich das gesamte Programm noch einmal zur Diskussion stellen,“ finden die Experten im Galileum die Entscheidung der Nasa völlig richtig. Das nächste theoretische Fenster für einen Start ist am kommenden Freitag. Die für den Montag erworbenen Karten behalten dafür ihre Gültigkeit.

Ob das allerdings so schnell mit der Fehlerbeseitigung geht, ist noch fraglich. Frank Lungenstaß ist da nicht so optimistisch.

Weitere Starts

Die Nasa hat zwei weitere Zeitfenster für den Start vorbereitet. Eines am nächsten Freitag, dann am kommenden Montag – allerdings erst um 23 Uhr. Doch auch da will das Galileum im Fall der Fälle, gemeinsam mit den Besuchern von Solingen aus live dabei sein. Weitere Informationen gibt es auf der Webseite des Galileums.

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