Besucher genießen Erinnerungen an Ludwig van Beethoven

Mix aus Musik und Wort im Höhscheider Salon

Von Jutta Schreiber-Lenz

Ein kulturelles Kleinod besonderer Art gab es am Sonntagnachmittag im Salon 122. Gastgeber Frank Kistner hatte zu einem Mix aus Musik und Lesung eingeladen, in dem er Erinnerungen an Beethoven vorstellte.

Die Sonate für Violoncello und Klavier Nr. 5, gespielt von Claudia Kohl und Markus Beul, stand dabei stellvertretend für das Spätwerk des schon zu seiner Zeit bekannten Komponisten. Dessen sieben Varianten über das Thema „Bei Männern, welche Liebe fühlen“ , die Mozart für seiner „Zauberflöte“ geschaffen hatte, standen dagegen für frühe Stücke.

Dazwischen las Frank Kistner immer wieder Abschnitte aus Grillparzers „Erinnerungen an Beethoven“. Der Autor und Stückeschreiber war ein 20 Jahre jüngerer Zeitgenosse und Bewunderer des „wunderlichen Mannes“, und von ihm für ein Libretto einer zweiten Oper angefragt – die bekanntlich nie entstand.

Die „Liebesvariationen“ unterlegte Kistner mit Liebesbriefen Beethovens aus dessen jungen Jahren, zum Beispiel an Josephine, Gräfin Deym, einer seiner vielen unglücklich verlaufenden Beziehungen.

Veranstaltungsraum war vergrößert worden

Kistner und sein Helfer-Team hatten die 90 Kultur-Minuten strikt coronakonform vorbereitet: Nicht nur die akribische 2G-Kontrolle am Eingang sorgte für Sicherheit. Der großzügige Eingangsbereich des Salons 122 war mit auf Abstand gestellten Stühlen ausgestattet und somit der Veranstaltungsraum vergrößert. Mikrofon und Instrumente standen am Verbindungstürrahmen, so dass die Akustik auf beide Räume aufgeteilt wurde.

Das Publikum lauschte gebannt sowohl Texten als auch Klängen, die in die Lebenswelt von Beethoven und Grillparzer mitnahmen und ein immer klareres Zeitbild malten: Der Unterschied zu dem „späten“ und dem „frühen“ Beethoven trat nicht nur durch die vorgetragenen Texte deutlich zutage, sondern auch durch die beiden musikalischen Stücke.

Claudia Kohl am Piano und Cellist Markus Beul vermittelten souverän die unterschiedlichen Seelenfarben beider Kompositionen: In der Sonate spiegelte sich der hochsensible und in sich tief enttäuschte Mensch wider, der gleichermaßen Geniales wie Kompliziertes schuf. In den Variationen zum Thema Liebe kommt er unverbraucht, neugierig und hoffnungsvoll daher.

Beim nächsten Salon 122 am 23. Januar gibt es Liebeslieder von Robert und Clara Schumann sowie Joannes Brahms.

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