Bergische Museumsbahnen

Besucher fühlen sich in die 50er und 60er Jahre zurückversetzt

Besucher nutzten die Gelegenheit, um zum letzten Mal in dieser Saison mit den Museumsbahnen zu fahren. Foto: Andreas Horn
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Besucher nutzten die Gelegenheit, um zum letzten Mal in dieser Saison mit den Museumsbahnen zu fahren.

Bergische Museumsbahnen fuhren zum letzten Mal in diesem Jahr.

Von Andreas Erdmann

Solingen. Vorne beim Bahnführer bimmelt die Glocke zur Abfahrt. Und mit einem gehörigen Ruck setzt sich die Straßenbahn von der Haltestelle vor dem Betriebshof aus in Bewegung. Nicht lange, dann legt sich die Bahn quietschend und rumpelnd in die erste Kurve und steuert mit 20 Fahrgästen, Fahrer und Schaffner die Haltestelle Schulkohlfurth an.

Die historische Straßenbahn 337 ist einer der beiden Fahrzeugklassiker vom Verein der Bergischen Museumsbahnen (BMB), die gestern am letzten Tag der Fahrsaison 2020 in Kohlfurth auf der Wuppertaler Seite zum Einsatz kamen. 1957 erbaut, wurde sie früher in Hagen eingesetzt. Aus dem gleichen Jahr stammt der Bochumer Triebwagen 275. Beide Bahnen fuhren von morgens bis spätnachmittags im 30-Minutentakt.

„Es freut uns sehr, dass trotz des Regenwetters so viele Fahrgäste kommen“, betonte Jörg Rudat vom BMB-Vorstand. „Die Leute sind dankbar, dass die Fahrten zum Saisonabschluss überhaupt stattfinden, und sie halten sich strikt an die Corona-Schutzmaßnahmen.“ Dazu gehörten Abstandsregel, Maskenpflicht und die Fahrgast-Beschränkung auf 20 Personen. „Tickets kann man nicht wie sonst beim Schaffner erwerben, und die Wagenhalle bleibt für Besichtigungen geschlossen.“

Der Innenraum der Bahn 337 erweist sich „als urgemütlich“, wie ein Fahrgast bemerkte. „Man fühlt sich regelrecht in die 50er, 60er Jahre zurückversetzt.“ Die Wände sind mit dunklem Holz verkleidet, und die Fahrgäste sitzen auf Durofol-Holzsitzen. Gut 14 Minuten benötigt die Tram für die 1914 im Kaltenbachtal angelegte Strecke, die des Weiteren zu den Haltepunkten Petrikshammer, Friedrichshammer, Kaltenbach und Greuel führt. Von Petrikshammer aus kann man dem nahe gelegenen Manuelskotten besichtigen. In Greuel hat das Naturfreundehaus am Hülsberg geöffnet.

Strecke soll nach Cronenberg hin erweitert werden

„Wir planen, die Strecke auf noch vorhandenen Schienen um 600 Meter nach Cronenberg hin zu erweitern“, berichtet Jörg Rudat. „Dazu warten wir schon länger auf das Ergebnis des eingeleiteten Planfeststellungsverfahrens bei der Bezirksregierung.“ Die Coronakrise hat bei dem Verein deutliche Spuren hinterlassen: „Wir erlitten während der Saison 2020 starke finanzielle Einbußen“, berichtet Jörg Rudat. „So konnten wir den Fahrbetrieb erst Ende Juli starten.“ Vorher habe man gemeinsam mit dem Gesundheitsamt Wuppertal ein Gesundheits- und Hygienekonzept entwickelt. „Auch auf die unter Kindern beliebten Nikolausfahrten im Dezember werden wir verzichten. Die Abstandsregel lässt sich nicht gewährleisten.“ Zudem habe ein erneuter Fahrdraht-Diebstahl dem Verein finanziell geschadet. „Aufgrund dieser Einbußen sind wir gezwungen, geplante Investitionen zu verschieben. Dazu gehören der Umbau der Stromversorgung und Fahrzeugrestaurierungen.“

Erfreulich seien der Rückhalt und die Unterstützung durch die Bevölkerung gewesen: „Wir erhielten zahlreiche, wenn auch kleinere Spenden. Dies zeigt, dass unser Verein in der Region einen festen Stellenwert hat.“ Der von Ehrenamtlern geführte Verein in der Kohlfurth wurde 1969 kurz vor der Stilllegung der letzten Wuppertaler Meterspur-Straßenbahnlinien gegründet. Als Deutschlands kleinster Straßenbahnbetrieb gehört er den Wuppertaler Verkehrsbetrieben an.

Verein in der Kohlfurth blickt auf aufregende Saison in Zeiten der Corona-Pandemie zurück.

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