Schmackhaft

Besucher feiern beim Apfelfest ihr Lieblingsobst

Sabine Schubach (links) Maja Gezork (rechts) helfen bei der weiteren Verarbeitung der Äpfel.
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Sabine Schubach (links) Maja Gezork (rechts) helfen bei der weiteren Verarbeitung der Äpfel.

Das LVR-Industriemuseum und die Biologische Station Mittlere Wupper luden erstmals gemeinsam zu der Veranstaltung ein.

Von Ann-Christin Stosberg

Mitarbeiter Frank Ringel (links oben) freute sich über das rege Interesse der Besucher.

Merscheid Dutzende Äpfel rattern über das Förderband, von dessen Rand sie der Reihe nach in die große, metallene Saftpresse purzeln. Während die Reste von Schalen, Stielen und Kernen aufgefangen werden, läuft der pasteurisierte Saft in die riesigen Behälter, in denen er von Udo Rapp erhitzt wird. Von dort aus fließt die heiße Flüssigkeit weiter in die Abfüllanlage, an der Maritha Müllender-Rapp diese in Fünf-Liter-Behälter abfüllt. Die mobile Mosterei aus Mettmann ist das Highlight beim Apfelfest im Garten neben dem LVR-Industriemuseum Gesenkschmiede Hendrichs.

Die Familie Hendrichs hat bereits im 19. Jahrhundert Apfelbäume gepflanzt – und auch heute stehen noch einige im Museumsgarten. Besucherinnen und Besucher des ersten Apfelfestes können eigene Äpfel mitbringen und vor Ort Saft pressen lassen. Die ersten an der Saftpresse sind Daniella und Peter Wallau sowie Ingrid und Ansgar Naber. Sie kommen aus Ratingen und Düsseldorf, ihre Äpfel haben sie am Tag zuvor auf Obstwiesen im Westerwald geerntet. „Mit sechs Leuten haben wir gestern knapp fünf Stunden gepflückt“, erzählt Ingrid Naber.

„Das war kein gutes Apfeljahr.“

Pia Kambergs, Biologische Station Mittlere Wupper

300 Kilogramm Äpfel sind zusammengekommen. Aus der Saftpresse sind daraus 230 Liter Apfelsaft geworden, der rund anderthalb Jahre haltbar ist und nun an Familienmitglieder verteilt wird. „Das Pressen hat ungefähr 45 Minuten gedauert“, sagt Daniella Wallau. Insgesamt pressen die Rapps in ihrer mobilen Mosterei an diesem Tag knapp zwei Tonnen Äpfel zu Saft.

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Aber: Eine große Apfelernte hatten in diesem Jahr nicht viele, weiß Pia Kambergs von der Biologischen Station Mittlere Wupper. „Das war kein gutes Apfeljahr, das Frühjahr war zu kalt und feucht“, sagt sie. Viele Bäume hätten wenige oder gar keine Früchte getragen. Tipps für Interessierte, die eigene Obstbäume besitzen oder solche haben möchten, gibt es vom Team der Biologischen Station Mittlere Wupper und der Gruppe ehrenamtlicher Obstbaumfans, die sich zu Obstbaumwärtern ausbilden lassen. „Sie sollen Patinnen und Paten für Obstbäume sein“, sagt Pia Kambergs. Das sei nötig, weil viele Obstbaumflächen nicht gepflegt oder für Bauland verschwinden würden. Außerdem soll Wissen zu Obst- und vor allem Apfelbäumen weitergetragen werden.

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Zum Beispiel die richtigen Erntetechniken. Wichtig ist auch der Schnitt der Bäume, der jetzt im Herbst ansteht. „Man muss die Bäume zurückschneiden, damit viel Licht und Luft an den Baum kommt“, sagt Pia Kambergs. So trocknen die Bäume schneller und Pilzerkrankungen können vermieden werden. Es muss mit scharfen Werkzeugen gearbeitet werden, denn die Baumsäge und die Rosenschere sollten glatte Kanten am Baum hinterlassen.

Neben Anleitungen zu Schnitt und Ernte geben die Baumexperten Tipps zu regionalen Sorten. Während der Winterapfel Riesenboiken sich gut zum Backen eignet, ist der vitaminreiche Ontario ein perfekter Snack in der Erkältungszeit. Und aus dem Jakob-Lebel-Apfel lässt sich samtiges Apfelmus machen. Dagmar Thiemler und Niko Pankop vom LVR-Industriemuseum freuen sich über die neue Veranstaltung. „Die Hendrichs haben immer einen Obstgarten gehabt, ein paar Bäume stehen immer noch“, macht Dagmar Thiemler deutlich.

Beim Fest werden natürlich Äpfel genascht, Kinder schnitzen Apfelringe und es gibt viele Spiele rund um den Apfel: vom Armbrustschießen nach Wilhelm Tell über (Apfel-)Sackhüpfen und Apfellauf statt Eierlauf. Das Apfelfest und die Kooperation der Biologischen Station Mittlere Wupper und des LVR-Industriemuseums soll es auch in Zukunft geben.

Hintergrund

Kontakt: Die Mettmanner Mosterei macht mit ihrer mobilen Presse an verschiedenen Punkten Halt. Wer viele Äpfel hat, kann auch einen individuellen Termin bei Udo Rapp vereinbaren. Informationen zu Terminen, Mengen und Preisen gibt es online.

mettmanner-mosterei.de

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Verleih: Die Biologische Station Mittlere Wupper verleiht ihre mobile Saftpresse für kleinere Mengen und Eigenbedarf. Die Leihgebühr für einen Tag beträgt 25 Euro, für ein Wochenende 40 Euro. Die Presse kann telefonisch unter  23 07 38-45/-46 oder Tel. 2 54 27-27 bei der Biologischen Station Mittlere Wupper reserviert werden. Die Presse sollte im Kofferraum eines größeren Pkw transportiert werden. Kaltgepresster Apfelsaft kann frisch getrunken werden. Für längere Haltbarkeit sollte er gekocht werden.

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