Bessere Hilfen für Senioren mit ausländischen Wurzeln

Projekte sollen Unterstützung leisten, um kulturelle und sprachliche Barrieren zu überwinden

Von Tanja Alandt

Wohl für alle älteren Menschen ist es eine Herausforderung, im Alter bei Bedarf die richtigen Hilfen und passenden Sportangebote zu finden. Für Senioren mit ausländischen Wurzeln ist dies aufgrund der kulturellen und sprachlichen Unterschiede oft mit besonderen Schwierigkeiten verbunden. Hier setzen die Projekte „GeniAL– Gemeinsam bewegen – gesund leben im Alter“ und „Guter Lebensabend NRW“ an, die gestern bei einem Pressegespräch vorgestellt wurden. Beteiligt daran sind das Kommunale Integrationszentrum, der Stadtdienst Soziales, der Paritätische Wohlfahrtsverband und der Solinger Sportbund.

Unter anderem geht es laut den Verantwortlichen darum, für diese Menschen passgenaue Angebote zu schaffen und die Einrichtungen der Altenpflege sowie Sportvereine für deren besondere kulturspezifische Bedürfnisse zu sensibilisieren.

Um die ältere Generation zu erreichen, gehen die Beteiligten auch auf die Angehörigen der Senioren in Kitas oder in der Schulpflegschaft zu und informieren sie über das Altenpflegesystem, kultursensible Bewegungsangebote sowie Sturzprophylaxe. Gefördert wird das Projekt vom Land Nordrhein-Westfalen.

Der Bedarf nach verlässlichen Informationen ist bei einem Blick auf die Bevölkerungsstruktur in Solingen sicherlich vorhanden: So leben nach Angaben der Verantwortlichen circa 61 000 Menschen in der Klingenstadt, die älter als 55 Jahre sind – rund 24 Prozent davon stammen gebürtig aus Ländern wie Polen, Italien, der Türkei, Griechenland oder Russland. Oft wurden sie als Gastarbeiter in Deutschland angeworben und möchten nun ihren Lebensabend in Solingen verbringen.

Chrysanthi Stratopoulou vom Stadtdienst Soziales berichtete, dass in vielen anderen europäischen Ländern die Familien für die betagten Personen sorgen und es gar keine Einrichtungen für Altenpflege gibt. „Wenn man nicht weiß, was es alles gibt, dann kann man es auch nicht suchen oder übersetzen. Die Wörter und Begriffe dafür fehlen ganz einfach“, bemerkte sie.

Weiterhin werden im Rahmen des Projekts Info-Veranstaltungen und Fortbildungen für Beschäftigte in der Altenpflege angeboten. Ein Simulationsanzug vermittelt Besuchern einen Eindruck, wie sich fortgeschrittenes Alter anfühlt: So wird der Körper schwerer, die Bewegung schlechter, die Muskulatur baut ab und das Hör- und Sehvermögen lässt nach. Anne Wehkamp vom Kommunalen Integrationszentrum bringt es auf den Punkt: „Alt werden möchten wir alle, nur alt sein nicht.“

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Unfall: Auto fährt auf Bus auf
Unfall: Auto fährt auf Bus auf
Unfall: Auto fährt auf Bus auf
Brandsatzwurf auf Mehrfamilienhaus - 14-Jähriger Tatverdächtiger festgenommen
Brandsatzwurf auf Mehrfamilienhaus - 14-Jähriger Tatverdächtiger festgenommen
Brandsatzwurf auf Mehrfamilienhaus - 14-Jähriger Tatverdächtiger festgenommen
Kölner Investor kauft ehemaliges Piad-Grundstück
Kölner Investor kauft ehemaliges Piad-Grundstück
Kölner Investor kauft ehemaliges Piad-Grundstück
Einzelhandel in Solingen klagt über Lieferengpässe
Einzelhandel in Solingen klagt über Lieferengpässe
Einzelhandel in Solingen klagt über Lieferengpässe

Kommentare