Hochwasser

Wupperverband: Vorermittlungen fast abgeschlossen

Staatsanwaltschaft will zeitnah über ein Verfahren gegen den Wasserverband entscheiden
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Die Staatsanwaltschaft will zeitnah über ein Verfahren gegen den Wasserverband entscheiden

Staatsanwaltschaft will zeitnah über ein Verfahren gegen den Wasserverband entscheiden.

Von Kristin Dowe

Bergisches Land. Nachdem der Wuppertaler Rechtsanwalt Frank Adolphs kurz nach der Hochwasserkatastrophe im Juli 2021 Strafanzeige gegen den Wupperverband unter anderem wegen Herbeiführens einer Überschwemmung erstattet hatte, nähern sich die Vorermittlungen der Staatsanwaltschaft Wuppertal dem Ende zu. Diese sollten die Frage klären, ob ein Verfahren gegen den Wupperverband eröffnet wird beziehungsweise ob die Staatsanwaltschaft Anklage gegen den Wasserverband erhebt.

Adolphs habe einen „umfangreichen Schriftsatz“ nachgereicht, um seine Vorwürfe zu begründen, teilt Wolf-Tilman Baumert, Sprecher der Staatsanwaltschaft Wuppertal, auf Nachfrage mit. „Ob die nachgereichten Informationen und Einwendungen von Herrn Adolphs erheblich sind, wird derzeit durch eine ergänzende Anfrage an den Deutschen Wetterdienst geprüft.“ Laut Adolphs hätten über die vom Wupperverband mitgeteilten Wettermeldungen hinaus frühzeitig noch weitere Warnmeldungen des Deutschen Wetterdienstes vorgelegen. Dies gilt es für die Staatsanwaltschaft, nun zu überprüfen. „Der Deutsche Wetterdienst stellt derzeit nach einer telefonischen Rücksprache mit dem dort zuständigen Sachbearbeiter alle angeforderten Informationen zusammen, so dass diese recht zeitnah vorliegen sollten“, so Baumert weiter. „Ob diese dann geeignet sind, einen Anfangsverdacht eines strafbaren Verhaltens zu begründen, wird zu prüfen sein.“
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Frank Adolphs vertritt nach eigenen Angaben etwa 300 Mandanten aus der Region, etwa ein Viertel davon aus Solingen, die vom Hochwasser betroffen waren. Neben dem Zeitpunkt der Alarmierung geht es in seiner Klage auch um den Füllstand der Talsperren, die ihm zufolge „bis zum Anschlag“ gefüllt gewesen seien. „Spätestens am 9. Juli war klar, dass die Situation sehr kritisch wird“, so der Jurist gegenüber dem Tageblatt. Dementsprechend hätten die Talsperren aus seiner Sicht viel früher abgelassen werden müssen. Über längere Zeit hätten die Wetterprognosen des Deutschen Wetterdienstes auf eine gefährliche Extremwetterlage schließen lassen. Zudem habe der Wupperverband in Bezug auf die Vorhersagen „überprüfbar falsche Angaben“ gemacht.

Für eine Durchsuchung der Räumlichkeiten des Wupperverbands, wie Adolphs sie für angebracht hielt, gab es nach Angaben der Staatsanwaltschaft bislang keine ausreichende rechtliche Grundlage. So seien zum einen keine verletzten oder getöteten Personen bekannt, und zum anderen gebe es keinen Anfangsverdacht für das Fehlverhalten einer natürlichen Person. Adolphs hatte bislang seine Vorwürfe stets gegen den Wupperverband als gesamte Institution gerichtet.

Lesen Sie auch: So sieht der Wupperverband den Klimawandel im Bergischen.

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