Mit dem ST wandern

Dieses Tal bietet einen Hammer nach dem nächsten

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Wie eine Infotafel an den Johanneshämmern berichtet, muss im Jahr 1677 Johannes Bertram II. den dortigen Hammer ziemlich verfallen vorgefunden und wieder aufgebaut haben – um 15 Jahre lang Raffinierstahl zu produzieren.

Heute führt die Wanderroute im ST über den Erlebnisweg Eschbach – ein Abstecher inbegriffen.

Von Daniel Juhr

Bergisches Land. Eine Talwanderung nach der Flutkatastrophe ist eine andere als davor. Der Blick fällt fast automatisch immer wieder auf Treibgut am Ufer von Flüssen und Bächen und tiefe Furchen in den Wegen. Das ist auch auf dem Erlebnisweg Eschbach so, der sich gut mit einem Abstecher ins Hammertal zu einer Runde verbinden lässt.

Wer Monate nach der Julinacht durch das Eschbachtal wandert, kann nur erahnen, welche Kraft das Wasser gehabt haben muss. Gemächlich plätschert der Eschbach dahin, und insbesondere im ersten Drittel dieser knapp acht Kilometer langen Route lässt sich die Idylle des Tales entspannt genießen. Denn die Strecke, die hier parallel zum Röntgenweg verläuft, ist leicht zu meistern.

Gleichzeitig bietet sie viel Abwechslung. So führt sie schon zu Beginn an den fast 400 Jahre alten Johanneshämmern vorbei. Das Erbauungsjahr 1625 steht auf dem Balken an der Tür.

Wie die dortige Infotafel berichtet, muss im Jahr 1677 Johannes Bertram II den dortigen Hammer ziemlich verfallen vorgefunden und wieder aufgebaut haben – um 15 Jahre lang Raffinierstahl zu produzieren. Das düstere Ende der Unternehmerkarriere: Bertram wurde auf einer Reise in Düsseldorf auf offener Straße niedergestochen.

Wie es trotzdem dazu kam, dass kurz darauf im Eschbachtal direkt neben dem Johanneshammer ein zweiter Hammer errichtet wurde und welcher bekannten Remscheider Fabrikantenfamilie beide für lange Zeit gehörten, möge man bei der Wanderung selber nachlesen.

Wandertour: Viele Orte laden zum Verweilen ein

Der bekannte Grillplatz, der Altenhammer, große Teiche, auf denen einst geradelt wurde und beeindruckende Felsen direkt am Eschbachufer, die man je nach Wasserstand betreten kann – auch die weiteren Stationen der Wanderung laden dazu ein, kurz innezuhalten, die Natur hautnah zu erleben und in die Geschichte einzutauchen. Ebenso wie der kleine Naturlehrpfad an den Teichen hinterm Heintjeshammer mit den witzigen Wegweisern, die in alle Welt zeigen. Solingen Mitte? Gut neun Kilometer. Hawaii? Knapp 12.000.

Nach knapp drei Kilometern verlassen wir den Erlebnisweg Eschbach und biegen links in die Wanderwege A4 und A6 ab, die hier parallel verlaufen – ab jetzt geht es bergauf. Wir folgen A4 nun eine ganze Weile, gegen Ende auch durch ein relativ stark zugewachsenes Teilstück. Wer das umgehen möchte, macht einen kleinen Schlenker nach links und biegt dann nach rechts ab. So oder so sind es von hier nur noch wenige Meter bis zur Burger Straße in Höhe der Christuskirche, die wir dann passieren.

Ein kurzes Stück entlang der Straße Dicke Eiche muss nun sein, ehe wir dort hinter dem letzten Haus scharf links in den Wald abbiegen und dann gleich die nächste Abbiegung links auf einen schönen schmalen Waldweg nehmen, der uns bald ins Hammertal führt, immer entlang des Lobachs. Zunächst noch einige Meter von ihm entfernt, gegen Ende direkt am Wasser entlang.

Ganz sanft geht es jetzt rund 140 Höhenmeter bergab und gegen Ende mündet die Route in ein asphaltiertes Stück des Wanderwegs A5. Dieser führt am Diederichshammer und am Jagenbergshammer vorbei bis nach Tyrol – auf einer kurzen Tour, die Natur und Industriekultur wunderbar vereint.

Alle Folgen der Wanderserie im ST

Tour 39

Länge: 7,6 Kilometer

Dauer: ca. 1,5 Stunden

Parken: Wanderparkplatz in Tyrol zur Zeit der Wanderung im Bau, einige wenige Parkmöglichkeiten neben dem Hinweisschild Erlebnisweg Eschbach am Straßenrand.

Gut zu wissen: Eschbachtal ist selbst kinderwagengeeignet, später und auch auf einigen Abschnitten Richtung Hammertal wird der Weg zum Teil schmaler und steiniger.

Tipp: Die ersten 20 Folgen unserer Serie „Wanderrouten im Bergischen Land“ – unter anderem mit den gpx-Daten zum Wandern mit Smartphone oder GPS-Gerät – sind als PDF-Download für 7,90 Euro erhältlich auf:

www.bergisch-bestes.de

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